Eichenprozessionsspinner
„Fast auf jeder Eiche“

Nordwalde -

Es gibt kaum mehr eine Eiche, an der die kleinen Raupen mit den giftigen Härchen nicht zu finden sind. Der Befall des Eichenprozessionsspinners ist in diesem Jahr noch stärker als im vergangenen, sagt Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink. Zu schaffen macht der Kommune, dass die Raupen in verschiedenen Entwicklungsstufen sind.

Dienstag, 25.06.2019, 18:32 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 18:50 Uhr
Mit einem speziellen Sauger entfernt eine Mitarbeiterin des Forstbetriebs Allendorf ein Nest des Eichenprozessionsspinners im Wichernwald. Die Bäume neben der Wichernschule musste die Firma in diesem Frühjahr mehrfach von Raupen des Schmetterlings befreien.
Mit einem speziellen Sauger entfernt eine Mitarbeiterin des Forstbetriebs Allendorf ein Nest des Eichenprozessionsspinners im Wichernwald. Die Bäume neben der Wichernschule musste die Firma in diesem Frühjahr mehrfach von Raupen des Schmetterlings befreien. Foto: Vera Szybalski

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners plagen in diesem Frühjahr viele Kommunen. Nordwalde macht da keine Ausnahme. „Wir haben einen starken Befall, fast auf jeder Eiche. Viel, viel stärker als im vergangenen Jahr“, sagt Dagmar Hilgenbrink . Wie viele Nester sich im gesamten Ort befinden, kann die Ordnungsamtsleiterin nicht sagen.

Fest steht aber: Acht bis zehn Meldungen von Nestern erhält sie momentan täglich. Teilweise werden die gleichen Nester genannt. Andere wissen um die Situation und melden sich gar nicht erst. Denn: Es sind so viele Nester, dass die von der Gemeinde beauftragte Firma kaum hinterherkommt, alle zu entfernen.

Kein Betroffener musste ins Krankenhaus

Die Raupen des Schmetterlings sind ein Problem, weil ihre Härchen ein Nesselgift enthalten. Die feinen Härchen können leicht abbrechen und mehr als 100 Meter weit fliegen. Wenn sie mit der Haut in Kontakt kommen, können sich juckende, brennende oder entzündete Pickelchen bilden. Die Bindehaut der Augen kann gereizt werden und Hustenreiz oder Atemnot entstehen, wenn die Brennhaare eingeatmet werden. Ganz selten tauchen allergische Reaktionen auf. Aber: „Im Kreis Steinfurt ist noch nicht einer deswegen ins Krankenhaus eingeliefert worden“, sagt Hilgenbrink nach einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Gesundheitsamts.

Den Kommunen macht in diesem Jahr zu schaffen, dass die Raupen des Eichenprozessionsspinners in verschiedenen Entwicklungsstufen sind. „Manchmal müssen wir zwei, drei, vier Mal zu einem Baum, weil immer wieder neue auftauchen“, sagt Hilgenbrink. „Die Bürger ärgern sich dann, weil es so aussieht, als ob niemand da war.“ Vor allem zu den Schulen, Kindergärten, Spielplätzen oder anderen öffentlichen Plätzen, wo sich viele Menschen aufhalten, schickt die Gemeinde die Fachfirma. Wenn es sein muss auch mehrfach, wie an der Wichernschule.

In Nordwalde wird kein Gift gespritzt

Die Gemeinde versucht nicht nur an diesen Stellen, sondern überall die Eichenprozessionsspinner entfernen zu lassen. Deshalb stattet sie jetzt ein Team von Mitarbeitern des Bauhofs mit den speziellen Saugern aus, das die Nester beseitigen soll, die nicht ganz so hoch in den Bäumen sind. In Nordwalde werden die Raupen und Nester des Eichenprozessionsspinners abgesaugt und dann in die Müllverbrennungsanlage gebracht. Gift wird nicht verspritzt.

Die Hoffnung, dass sich die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners, Meisen und vor allem Kleiber, um das Problem kümmern, bleibt wohl unerfüllt. Die Gemeinde muss sich deshalb mit dem Entfernen der Raupen und Nester beeilen. Denn Anfang Juli beginnen die Raupen damit, sich zu verpuppen. Im August legen die Weibchen der Nachtfalter dann ihre Eier in den Kronen der Eichen ab.

Dankbar für jede Meldung

Dagmar Hilgenbrink ist „dankbar für jede Meldung“ über ein Nest des Eichenprozessionsspinners: „Am liebsten über die Karte vom Kreis. Dann bekomme ich eine automatische Mitteilung.“ Zu finden ist die Karte über die Homepage der Gemeinde. Wenn es sich um befallene Eichen auf öffentlichem Gelände handelt, kümmert sich Hilgenbrink darum. Stehen die Bäume auf Privatgelände, nimmt sie Kontakt zu den Eigentümern auf.

Zum Thema

Wer ein Nest melden möchte, gibt am besten im Suchfeld der Gemeinde-Homepage (www.nordwalde.de) den Begriff „Eichenprozessionsspinner“ ein.

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