Vandalismus bei einem Projekt des Jugendparlaments
Unbekannter beschmiert Sitzecke

Nordwalde -

Erst das Kunstwerk am ZOB, dann der „Nordwalde“-Schriftzug an der Altenberger Straße, jetzt eine Sitzecke am Bolzplatz: Wieder einmal wurde ein öffentliches Projekt des Jugendparlaments demoliert. Gerade einmal vier Wochen lang standen die drei Bänke und der Tisch an ihrem Platz, bevor sie von einem Unbekannten beschmiert wurden.

Dienstag, 02.07.2019, 19:00 Uhr
Hannah Berning (l.) und Sonja Bölling ärgern sich über die Schmierereien auf den Bänken, dem Tisch und dem Mülleimer am Rand des Bolzplatzes. Die Sitzgruppe hatte das Jugendparlament angeschafft.
Hannah Berning (l.) und Sonja Bölling ärgern sich über die Schmierereien auf den Bänken, dem Tisch und dem Mülleimer am Rand des Bolzplatzes. Die Sitzgruppe hatte das Jugendparlament angeschafft. Foto: Vera Szybalski

Nicht mal einen Monat stehen die drei Bänke und der Tisch am Rand des Bolzplatzes an der Altenberger Straße – und sind schon beschmiert worden. Sehr zum Ärger des Nordwalder Jugendparlaments, das die Bänke dort aufgestellt hat. „Das deprimiert schon“, sagt Hannah Berning , Mitglied des Jugendparlaments, bei einem Termin vor Ort. „Der Typ, der das gemacht hat, sieht nicht, was dahintersteckt.“

Reichlich Arbeit nämlich. Seit 2015 widmet sich das Jugendparlament dem Bolzplatz-Projekt. Im Oktober 2016 haben die Jugendlichen mit der Umgestaltung begonnen. Der Boden musste begradigt, neuer Rasen ausgesät werden. Der trockene Sommer im vergangenen Jahr zerstörte allerdings die neue Rasenfläche. Das Jugendparlament musste erneut Rasen aussäen.

Bänke wurden speziell gefertigt

In der Zeit standen auch die Neuwahlen für das Jugendparlament an. Im März dieses Jahres montierten die neuen Mitglieder zusammen mit dem Bauhof Ballfangzäune und zuletzt die Sitzecke. „Das war relativ viel Arbeit, die Bänke hinzuzufügen“, sagt Berning. „Das hat sich echt in die Länge gezogen. Und die Bänke sind durch Spenden finanziert worden.“

Die Sitzecke wurde speziell angefertigt, in das Holz ist das Logo des Jugendparlaments ebenso eingraviert wie die von zwei Sponsoren. Eine Sitzecke auf dem Gelände aufzustellen, war ein Wunsch der Jugendlichen. „Es gibt sonst nur zwei Bänke, eine davon war völlig morsch“, sagt Berning. Die Bänke sind eher für Auswechselspieler und um Trinkpausen zu machen, gedacht gewesen. „Etwas, um ein bisschen geselliger zusammenzusitzen, gab es nicht.“

Der Typ, der das gemacht hat, sieht nicht, was dahintersteckt.

Hannah Berning

Seit Mitte Mai steht die ersehnte Sitzgruppe am Rand des Bolzplatzes. Kurz darauf eröffnete das Jugendparlament den neu gestalteten Platz mit einem großen Fußballturnier. Nicht mal einen Monat später fielen Sonja Bölling, Vorsitzende des Jugendparlaments, dann die Schmierereien auf.

An insgesamt vier Stellen hat ein Unbekannter vermutlich seine Signatur hinterlassen. Es ist nicht einwandfrei zu erkennen, was die immer gleiche Kritzelei darstellen soll. Eine befindet sich auf dem Tisch, auf den Lehnen von zwei Bänken wurde der Schriftzug auch hinterlassen sowie auf dem Mülleimer, der neben der Sitzecke steht. Die Reaktion der Mitglieder des Jugendparlaments fiel einhellig aus, sagt Bölling: „Alle haben sich aufgeregt.“

Nicht der erste Fall von Vandalismus

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Projekt des Jugendparlaments von Vandalismus betroffen ist. Vor drei Jahren war der ZOB im Ortskern betroffen. Die Mitglieder des damaligen Jugendparlaments hatten bekanntlich die Wand und das Bushäuschen farbenfroh verschönert. Nicht einmal zwei Wochen später prangten zahlreiche Schmierereien auf dem aufwendigen Kunstwerk. Die Kritzeleien hatten sich damals inhaltlich zum Teil auch gegen die Polizei oder einzelne Personen gerichtet.

Auch das jüngste Graffiti-Projekt des Jugendparlaments, ein „Nordwalde“-Schriftzug an Brückenpfeilern an der Altenberger Straße, ist nicht verschont geblieben. „Der ist auch beschmiert worden“, sagt Hannah Berning. Das sorgt für Frust: Alles, was das Jugendparlament zuletzt für die Öffentlichkeit geschaffen hat, wurde bemalt.

Ordnungsamtsleiterin schaltet die Polizei ein

Entmutigen lassen wollen sich Berning und Bölling davon aber nicht. Die Schmierereien auf der Sitzecke werden sie nicht entfernen: „Wir sind zu dem Schluss gekommen: Das bringt nichts“, sagt Berning und Bölling ergänzt: „Das ist ein Schönheitsfehler.“ Nutzbar seien die Bänke und der Tisch schließlich aber noch. „Wir hoffen jetzt, dass nicht noch mehr dazukommt“, sagt Berning. Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink hat den jüngsten Vorfall an die Polizei weitergegeben.

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