Gewerbegebiet Höppenbach / Umgehungsstraße
Grüne: Das Kleinod soll erhalten bleiben

Nordwalde -

Sie wollen nicht, dass das Kleinod verschwindet: Die Grünen haben bei einer Info-Veranstaltung ihre Sicht der Dinge zum geplanten Gewerbegebiet zwischen Höppenbach und Umgehungsstraße erläutert. Auch auf die Widerspruchsfrist machten sie aufmerksam.

Samstag, 06.07.2019, 10:00 Uhr
Die Info-Veranstaltung der Grünen zum geplanen Gewerbegebiet Höppenbach / Umgehungsstraße stieß auf großes Interesse. Jörg Ebbing (l.) begrüßte zahlreiche Gäste. Helmut Fehr (r.) und Kerstin Panhoff (2.v.r.) erläuterten, warum das Kleinod erhalten bleiben müsse.
Die Info-Veranstaltung der Grünen zum geplanen Gewerbegebiet Höppenbach / Umgehungsstraße stieß auf großes Interesse. Jörg Ebbing (l.) begrüßte zahlreiche Gäste. Helmut Fehr (r.) und Kerstin Panhoff (2.v.r.) erläuterten, warum das Kleinod erhalten bleiben müsse. Foto: Nix

Nach Ansicht der Grünen ist das Areal zwischen Höppenbach und Umgehungsstraße keineswegs geeignet, in ein Gewerbegebiet umgewandelt zu werden. „Aus unserer Sicht ist es ein wertvolles Biotop“, sagen sie und stehen mit ihrer Meinung nicht allein dar. Am Donnerstagabend lud der Grünen-Ortsverband zu einer Info-Veranstaltung ins Parkhotel ein.

Dort erläuterten Helmut Fehr , Grünen-Kreistagsmitglied und Mitglied im Regionalrat, sowie Kerstin Panhoff, Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes, warum das Kleinod in Mutter Natur erhalten werden muss. „Die Planungszone wirft klare Probleme auf“, erklärte Panhoff. „Die gewaltigen Wallhecken dort sind pures Leben, sie bieten Rückzugsmöglichkeiten, Brut- und Nahrungsflächen für Vögel.“ Ein alter Baumbestand bedeutet Wohnraum für Fledermäuse. Es gebe zwar Untersuchungen über die Artenvielfalt der Tierwelt in besagtem Areal, doch seien diese keineswegs aussagekräftig.

Datenlage müsse dringend verbessert werden

Die Datenlage ist unzureichend und muss dringend verbessert werden, wurde während der Versammlung deutlich. Auch mehrere Teiche und ein Bachlauf fallen in das mögliche Gewerbegebiet. „Zu den Amphibien, die dort leben, gibt es keine bekannte Analyse“, betonte Fehr.

Ortsverbandssprecher Jörg Ebbing begrüßte zahlreiche am Thema Interessierte, darunter betroffene Anwohner. Zurzeit prüft die Bezirksregierung Münster, ob das Gebiet Höppenbach / Umgehungsstraße als Gewerbegebiet in Frage kommt. Das Ergebnis wird an den Regionalrat zur weiteren Planung weitergegeben. Gemäß des Raumordnungsgesetzes (ROG) besteht für Bürger noch bis Freitag (12. Juli) einschließlich Gelegenheit, Stellung zu nehmen, Anregungen und Bedenken schriftlich zu äußern. „Zur Verfahrensvereinfachung ist es möglich, Stellungnahmen per E-Mail zu übersenden an: annette.wilken@brms.nrw.de“, erläuterte Fehr.

Welche Folgen hätte das Gewerbegebiet für den Hochwasserschutz?

Gegebenenfalls findet am 8. August (Donnerstag) ein Erörterungstermin statt. „Die eingegangenen Stellungnahmen werden in die nachfolgende Abwägung einbezogen. Einen Ausgleich für das langfristig gewachsene Naturgebiet an anderer Stelle zu schaffen, sei, so Panhoff, nicht ohne Weiteres möglich, schon gar nicht innerhalb kurzer Zeit.

Auch in Sachen Hochwasserschutz liege einiges im Argen. Würde die heute unbebaute Fläche versiegelt und könnte dort dem entsprechend Regenwasser nicht mehr versickern, würde der Höppenbach die größeren Wassermengen aufnehmen können ohne über die Ufer zu treten? Immerhin lässt der Klimawandel in Zukunft häufiger Starkregenereignisse befürchten.

Selbst bei einer Neuverrohrung des Höppenbaches zwecks Regenablauf, so Helmut Fehr, sei es zweifelhaft, ob das Wasser in einem solchen Fall auch abgeleitet werden könne. Potenzielle Gewerbebetriebe mit der Installation kostspieliger Regenrückhaltebecken auf ihrem Betriebsgelände zu belasten, sei auch keine der Wirtschaftsförderung dienliche Maßnahme.

► Bei weiteren Fragen bietet Ortsverbandssprecher Jörg Ebbing an, ihn unter der E-Mail-Adresse joerg@gruene-nordwalde.org zu kontaktieren.

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