“EuroContact“ in der Jubi
Inklusion in die Praxis umgesetzt

Nordwalde -

In der Jugendbildungsstätte Nordwalde (Jubi) fand am Samstag der Tag der offenen Tür des „EuroContacts“ statt. „EuroContact“ zeichnet sich durch seine Teilnehmer aus, die aus unterschiedlichen Ländern Europas kommen. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen Hintergründen und körperlichen und psychischen Voraussetzungen treffen aufeinander und gestalten zwei unvergessliche Wochen miteinander.

Montag, 29.07.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 30.07.2019, 16:14 Uhr
Der Kölner Verein „EuroContact“ stellte sich am Samstag im Rahmen eines Tages der offenen Tür im Jubi vor.
Der Kölner Verein „EuroContact“ stellte sich am Samstag im Rahmen eines Tages der offenen Tür im Jubi vor. Foto: Sigrid Terstegge

Besonders für die Jugendlichen aus Osteuropa ist der „EuroContact“ immer ein Highlight. Zum 42. Mal läuft derzeit das internationale und inklusive Begegnungsseminar behinderter und nicht behinderter Jugendlicher in der Jugendbildungsstätte (Jubi). Am Samstag war Halbzeit. Mit einem Tag der offenen Tür stellten die verschiedenen Gruppen sich und ihre Länder vor.

In diesem Jahr war eine ganz neue Gruppe aus Weißrussland angereist. Für die jungen Menschen war es ihre erste Fahrt ins Ausland. Die zehn Jugendlichen stellten die traditionelle Kunst des Strohflechtens vor. „Das sind schnelle Geschenke, die wir zu jeder Gelegenheit basteln“, erklärte ihre Betreuerin Svetlana in sehr gutem Deutsch. Kleine dekorative Anhänger, Freundschaftsknoten bis hin zu kunstvollen „Gemälden“ aus geflochtenem und teils gefärbten Stroh lagen auf den Tischen. Svetlana ist Grundschullehrerin und arbeitet auch in einem Zentrum für behinderte Jugendliche. Mit flinken Fingern knoteten Masha und Dasha weitere Freundschaftsknoten, während andere Jugendliche zuschauten.

In diesem Jahr kamen die Jugendgruppen außer aus Weißrussland auch noch aus Deutschland, Luxemburg, Polen, Russland und der Ukraine. „Leider fehlen in diesem Jahr die Ungarn“, bedauerte Linda Koepsell, die zum Leiterteam gehört. Irgendwie hätten sich die Kontakte geändert und müssten neu geknüpft werden. Die ausländischen Partnerorganisationen sind Institutionen und Vereine, die in ihrer Heimat lokal aktiv sind, wie etwa Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit Behinderung.

Rund 20 Teammitglieder kommen von der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln . Hauptsächlich sind es Studierende der Sonderpädagogik. Der Kölner Verein „EuroContact“ stellt das Team und ist zuständig für die inhaltliche, pädagogische und organisatorische Programmgestaltung. Finanziert wird das Seminar von der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in Westfalen. Die Zusammenarbeit von „EuroContact“, Universität Köln und der Jugendbildungsstätte funktioniert bestens.

Von der Veranstaltung begeistert war auch Rolf Krebs, zweiter Vorsitzender des Trägervereins der Jubi. „Dass das hier alles weiter läuft, habe ich mir zur Aufgabe meines Ruhestands gemacht“, unterstrich er.

Das Motto des Treffens lautete in diesem Jahr „Eurowood Contact the Stars“ in Anlehnung an Hollywood. Während der offiziellen Eröffnung im Saal der Jubi durch Teilnehmer und               Team-mitglieder stellten die Jugendlichen mit einer selbst ausgedachten Choreografie das Drehen eines Films dar. Danach präsentierten sie auf Deutsch, Englisch und Polnisch die verschiedenen Workshops, die im Haus stattfanden. So gab es Bodypercussion, traditionelle Kunst, einen Blindenparcours, Karaoke-Singen, Tanzen und Superhelden. Außer den Workshops und Aktionen in der Jubi fanden noch Ausflüge nach Münster und nach Enschede statt.

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