Nach 124 Jahren
Jetzt ist endgültig Schluss: Schuhhaus Bolwien geschlossen

Nordwalde -

Vor 124 Jahren wurde das Schuhhaus Bolwien gegründet. 2005 übernahm Orthopädiemechanikermeister Bernhard Niehoff das Geschäft, weil es in der Gründungsfamilie keinen Nachfolger gab. Doch jetzt ist das traditionsreiche Schuhgeschäft endgültig geschlossen. Der Druck der Online-Riesen war zu groß.

Mittwoch, 31.07.2019, 16:12 Uhr aktualisiert: 31.07.2019, 21:09 Uhr
Das Schuhhaus Bolwien, An der Welle 16, ist seit Mittwoch geschlossen. Pächter Bernhard Niehoff aus Horstmar hat endgültig einen Schlussstrich gezogen.
Das Schuhhaus Bolwien, An der Welle 16, ist seit Mittwoch geschlossen. Pächter Bernhard Niehoff aus Horstmar hat endgültig einen Schlussstrich gezogen. Foto: Matthias Lehmkuhl

Der stetig wachsende Online-Handel ist auch in Nordwalde präsent und wohl unmittelbarer Auslöser einer weiteren Schließung eines Geschäftslokals. Am Mittwoch hatte das Schuhhaus Bolwien , An der Welle 16, nach 124 Jahren Unternehmensgeschichte zum letzten Mal für seine Kunden geöffnet.

Bereits 2005 hatte Manfred Bolwien das Geschäft in die Hände von Orthopädieschuhmachermeister Bernhard Niehoff aus Horstmar als Pächter übergeben, weil er keinen Nachwuchs hatte. Doch der heute 55 Jahre Burgmannstädter hat nun das Nordwalder Schuhgeschäft und das Stammhaus in Horstmar an der Schöppinger Straße 12 geschlossen.

Es hatte einfach keinen Zweck mehr.

Bernhard Niehoff

„Es hatte einfach keinen Zweck mehr, die beiden Geschäfte weiter zu betreiben. Die Gewinnspanne wurde immer geringer. Die Kosten überstiegen die Einnahmen, und die Einkaufspreise konnten wir durch die im Vergleich zu den Online-Riesen viel geringeren Stückzahlen nicht mehr drücken, um wenigstens noch etwas Geld verdienen zu können“, erklärt Bernhard Niehoff die beiden Schließungen.

Der Orthopädieschuhmachermeister reiht sich ein in bereits vor einiger Zeit in der Nachbarschaft vollzogenen Schließungen von Schuhhäusern. So hat in Burgsteinfurt das Schuhhaus Franke Ende vergangenen Jahres nach 29 Jahren geschlossen. Lange kämpfte Bernhard Niehoff um den Fortbestand der zwei Geschäftslokale.

Konkurrenz aus dem Internet

Doch vor einem Jahr machte sich der Orthopädieschuhmachermeister darüber ernsthafte Gedanken, wie es überhaupt weiter gehen sollte, nachdem die Konkurrenz aus dem Internet immer größer wurde. „Als ich ein gutes Angebot bekommen habe, als Angestellter in einem Unternehmen für Orthopädiemechanik arbeiten zu können, habe ich Nägel mit Köpfen gemacht“, fällt der Vater schulpflichtiger Kinder nicht in ein Beschäftigungsloch und kann jetzt über einen nahtlosen Übergang berichten. Jetzt bekommt Bernhard Niehoff bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Für die Mitarbeiterinnen, die zum Teil seit vielen Jahrzehnten im Nordwalder Schuhhaus Bolwien tätig waren, täte es ihm sehr leid. Einige hätten die Altersgrenze bereits erreicht und seien nicht unbedingt abhängig von diesem Job. „Die jüngeren hatten sich schon früh nach zukunftssichereren Jobs umgeschaut“, unterstreicht Niehoff.

Ein Teil der Geschäftsräume in Nordwalde seien wieder verpachtet worden, hat er erfahren. In Horstmar ist Bernhard Niehoff auch Eigentümer und sucht noch einem Mieter.

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Das Schuhgeschäft Bolwien wurde 1895 von Franz-Josef Bolwien gegründet, 1962 übernahm es sein Enkel Manfred Bolwien, bevor er es 2005 an Bernhard Niehoff weiter vermietete.

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