Mitgliederversammlung: Grüner Ortsverband plant eigene Geschäftsstelle
„Rathausneubau ist ein Desaster“

Nordwalde -

Der Ortsverband der Grünen in Nordwalde blickte bei seiner jüngsten Jahresmitgliederversammlung im Kunsthaus auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Der erste Vorsitzende Jörg Ebbing hob noch einmal das beachtliche Ergebnis der Grünen bei der Europawahl auch in Nordwalde hervor, wo sie bei mehr als 20 Prozent lagen. „Wir waren in den letzten Jahren sehr präsent“, sagte er. Erfreulich war auch, das neue Mitglieder begrüßt werden konnten. Innerhalb von vier Jahren hat sich dadurch die Zahl verdreifacht.

Montag, 02.09.2019, 18:00 Uhr
Die Versammlung des Grünen Ortsverbandes Nordwalde war gut besucht. Im Anschluss fand ein Sommerfest statt.
Die Versammlung des Grünen Ortsverbandes Nordwalde war gut besucht. Im Anschluss fand ein Sommerfest statt. Foto: Rainer Nix

Ebbing eröffnete den Anwesenden eine Neuigkeit: „Ab dem 1. Oktober haben wir an der Emsdettener Straße 3 eine eigene Geschäftsstelle“, sagte er. Damit eröffnen die Grünen in Nordwalde als erste politische Partei eine Geschäftsstelle. Auf 75 Quadratmetern finden dort ein Veranstaltungsraum und ein kleines Büro Platz. Gedacht ist an feste Sprechstunden, ein „Grünes Kino“, sowie an Infoveranstaltungen und diverse Treffen. „Zunächst ist aber eine ganze Menge Organisationsarbeit zu leisten“, so Ebbing.

Die gemeinsame Suche mit UWG und SPD nach einem eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2020 macht Fortschritte. „Wir haben bislang etwa zehn Bewerbungen erhalten, vier bis fünf klingen überaus vielversprechend“, berichtete der zweite Vorsitzende Klaus Kormann . Kandidaten aus ganz Deutschland bekunden ihr Interesse. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende September. Ab Mitte Oktober wollen die Grünen erste Gespräche führen. „Wir, die UWG und die SPD sind schon jetzt positiv gestimmt, dass wir mit einem eigenen Bewerber in die Bürgermeister-Wahl gehen werden“, hob Kormann hervor. „Wir wollen uns massiv einbringen“, erklärt Ebbing. Ziel sei es, das die Nordwalder Grünen mindestens einen dritten Ratssitz in Anspruch nehmen können.

Kormann sprach als Fraktionsvorsitzender von einem turbulenten Jahr 2018. Das „Rathausneubau-Desaster“ bezeichnete er als brisantestes Thema. Die Grünen hatten den geplanten Bau von vornherein als zu groß und zu teuer kritisiert. Es habe Verfahrensfehler gegeben, doch das Drama um die mittlerweile gescheiterten Bürgerzentrumspläne soll offensichtlich nicht aufgearbeitet werden, da eine Aufklärung vom Rat nicht gewollt ist.

Das Vorhaben habe inklusive Gutachten, Bodenuntersuchung und vielem mehr bereits mehr als 500 000 Euro verschlungen, Grünen und UWG reichten eine Kommunalaufsichtsbeschwerde gegen das Verfahren und die Bürgermeisterin ein. „Das Ergebnis ist noch offen“, so Kormann.

Gegen den Bau des „Gewerbegebietes Höppenbach“ organisierten die Grünen erfolgreichen Widerstand, hieß es in der Versammlung.

Laut des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) handelt es sich um ein Kleinod, das nicht zerstört werden dürfe. „Meines Wissens gibt es zurzeit keine festen Termine für eine Fortführung des Projektes“, sagte Kormann. Wie sich herausstellte, war das geplante Gewerbegebiet bereits Kompensationsfläche für eine Straße. Außerdem gebe es noch kein Amphibiengutachten. „Für mich ist das Gewerbegebiet Höppenbach der Hambacher Forst von Nordwalde“, erklärte Kormann. „In der Vergangenheit wurde versäumt, rechtzeitig geeignete Flächen zur Gewerbeansiedlung zu sichern“, so Ebbing.

Bei den Wahlen wurde Karina Kormann als Kassiererin bestätigt, ebenso Udo Schölzel in seinem Amt als Kassenprüfer. Neuer Beisitzer ist Oliver Hesse.

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