Lazarus Sheini berichtet über seine Pläne
Eine Ausbildungswerkstatt für Damongo

Nordwalde -

Drei Monate lang war Lazarus Sheini in Nordwalde. Jetzt steht er kurz vor seiner Rückkehr nach Ghana. Zuvor hat er über seine Zeit in Deutschland, das Leben in Damongo und seine ambitionierten Pläne gesprochen: Sheini will eine Ausbildungswerkstatt eröffnen.

Dienstag, 17.09.2019, 20:00 Uhr
Lazarus Sheini (M.), Dolmetscher Jean Luc und Annegret Schulte-Sutrum beim Vortrag. Sheini kommt aus Damongo in Ghana.
Lazarus Sheini (M.), Dolmetscher Jean Luc und Annegret Schulte-Sutrum beim Vortrag. Sheini kommt aus Damongo in Ghana. Foto: Rainer Nix

Lazarus Sheini ist im ghanaischen Damongo zu Hause. Drei Monate war er bei der Familie Schulte-Sutrum zu Gast, am Freitag kehrt der Ghanaer in seine Heimat zurück. Bei der „Fairen Woche“ berichtete er am Montagnachmittag im Eine-Welt-Café über seine Sicht auf Deutschland, das Leben in Ghana und über seine ambitionierten Pläne.

Lazarus spricht Englisch, doch Annegret Schulte-Sutrum, langjähriges Mitglied des Freundeskreises Ghana sowie Jean Luc , ein Freund der Familie, dolmetschten. „Nordwalde ist schön“, betonte Sheini, „ich fühle mich hier willkommen. Alles ist sauber und sicher.“ Was ihm auffiel: „Die Menschen hier essen sehr viel Brot.“ Und: „Den Deutschen ist die Zeit wichtig“, lautete eine andere Beobachtung. Der gelernte Elektriker, der zusätzlich Elektrotechnik studierte, erfuhr einiges zum Thema „Zeitmanagement“.

Junge Menschen für Elektrotechnik begeistern

In Damongo betreibt Sheini einen kleinen Shop mit Werkstatt. Dort repariert er Fernseher und Elektrogeräte. In Deutschland knüpfte er Kontakte mit Firmen, die solche Produkte führen und lernte etwas über Steuerungs- und Solartechnik. „Ich möchte meine Werkstatt vergrößern und junge Menschen für Elektrotechnik begeistern“, sagte Lazarus Sheini. Sie dürfen ihm über die Schulter schauen während er arbeitet.

„Ein Ausbildungssystem wie in Deutschland gibt es in anderen Ländern wie Ghana nicht“, erläuterte Schulte-Sutrum. Wer in Ghana zur Schule geht oder studiert, erfahre viel über Theorie, die Praxis komme allerdings zu kurz. Daher entwickelte der Freundeskreis Ghana gemeinsam mit Lazarus Sheini das Projekt „Ausbildungswerkstatt“. Auch die Diözese Münster kennt es bereits und steht ihm wohlwollend gegenüber.

Einblick in das Alltagsleben in Ghana

Vom Freundeskreis wird er unterstützt, doch für seine Wünsche und Pläne muss Sheini nun Sponsoren finden. In seiner Ausbildungswerkstatt sollen bis zu sechs Jugendliche mitwirken und so vielleicht eine berufliche Perspektive entwickeln. Seine Recherchen hier in Deutschland trugen bereits Früchte. Jetzt wird er auch Solartechnik in seinem Shop verkaufen können.

Das zahlreich im Café erschienene Publikum erfuhr darüber hinaus Vieles aus dem Alltagsleben in Afrika. Der Ghanaer brachte Gegenstände vom Trinkgefäß über Schmuck und Kleidungsstücke bis hin zum Kochtopf mit. Er zeigte, wie damit in der Heimat umgegangen wird. Interessante Details kamen zutage. So zum Beispiel, dass die Art und Weise eine Mütze zu tragen, Auskunft über die Haltung eines Menschen geben kann. Etwa ob man es mit einer Führungspersönlichkeit, einem Kämpfer oder einem Pazifisten zu tun hat. Der Vortrag erntete viel Applaus, alle wünschten Sheini bei der Umsetzung seiner Ausbildungs-Förderungspläne viel Erfolg.

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