Zwischenergebnis vom Verkehrskonzept vorgestellt
Tempo rausnehmen

Nordwalde -

Sie haben sich den Verkehr angeschaut, Schwachstellen aufgelistet und Vorschläge gemacht, um ein Verkehrskonzept für Nordwalde zu erstellen. Ein Zwischenergebnis hat Dr. Harald Blanke jetzt im Planungsausschuss vorgestellt.

Mittwoch, 18.09.2019, 19:32 Uhr
Da geht es lang: Das Büro Ambrosius Blanke, das aktuell das Verkehrskonzept für Nordwalde erstellt, regt an, noch an weiteren Stellen Querungshilfen für Fußgänger zu bauen, wie hier an der Emsdettener Straße.
Da geht es lang: Das Büro Ambrosius Blanke, das aktuell das Verkehrskonzept für Nordwalde erstellt, regt an, noch an weiteren Stellen Querungshilfen für Fußgänger zu bauen, wie hier an der Emsdettener Straße. Foto: Detlef Held

Mini-Kreisverkehre an der Bahnhofstraße, ein Schutzstreifen für Radfahrer an der Emsdettener Straße und Buskaps im Ort: Diese Vorschläge macht das Büro Ambrosius Blanke, um die Verkehrssituation in Nordwalde zu verbessern. Es sind bei Weitem nicht die einzigen Anregungen, die das Büro aus Bochum im Rahmen des Verkehrskonzepts erarbeitet hat. Es steht allerdings noch nicht fest, ob diese alle umgesetzt werden.

In einer Sondersitzung des Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses am Dienstagabend stellte Dr. Harald Blanke ein Zwischenergebnis vor. Das Gesamtkonzept muss der Rat beschließen. Die Abschlusspräsentation ist für Anfang 2020 vorgesehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Blanke einen Zwischenbericht zum Verkehrskonzept geliefert. Anschließend konnten sich die Nordwalder in einem Bürgerworkshop dazu äußern. „Daraus haben wir ganz wesentliche Erkenntnisse mitgenommen“, sagte Blanke am Dienstagabend.

Nicht alle Ideen der Bürger sind in die Planungen des Büros eingeflossen. Eine Umgehungsstraße im Norden, der Ausbau der Feldstraße / Ikerstiege oder abknickende Vorfahrten an der Grevener Straße / Emsdettener Straße / Welle beziehungsweise an der Bahnhofstraße / Felix-Fraling-Straße als Alternative zu Kreisverkehren sind Anregungen, die Ambrosius Blanke nicht weiter verfolgt hat.

Anders sieht es mit weiteren Vorschlägen der Nordwalder aus, die das Büro als durchaus sinnvoll betrachtet. Dazu gehören ein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Emsdettener Straße oder Ausweichbuchten für große Fahrzeuge auf der Dömer­stiege. Die Idee, Tempo 30 auf der Straße zu markieren, beispielsweise mit Zebrastreifen die Überquerbarkeit der Bahnhofstraße zu verbessern oder statt Parkplätzen einen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Bahnhofstraße zu errichten, gehören ebenfalls dazu.

Nach dem Bürgerworkshop sind die Mitarbeiter des Büros im November 2018 mit Landwirten und Treckern landwirtschaftliche Wege abgefahren. Damit wollten sie die Schwierigkeiten für den landwirtschaftlichen Verkehr besser nachvollziehen. Ambrosius Blanke ist mit dem Verkehrskonzept jetzt so weit, dass einige Ansatzpunkte vorliegen, bei denen die Gemeinde in die konkrete Realisierung einsteigen kann.

In zwei Fällen wurde damit bereits begonnen: Über Entwürfe für die beiden Mini-Kreisverkehre an der Bahnhofstraße haben die Kommunalpolitiker bereits beraten. Der Mini-Kreisverkehr an der Bahnhofstraße /Feldstraße / Finkenbreil soll im kommenden Jahr gebaut werden. Der Planungsausschuss entschied sich am Dienstag einstimmig dafür, die Ratsentscheidung steht noch aus. So weit sind die Planungen beim geplanten Mini-Kreisverkehr an der Bahnhofstraße / Felix-Fraling-Straße noch nicht, weil in dem Gebiet weitere Veränderungen angedacht sind.

Blanke stellte am Dienstag exemplarisch einige Überlegungen des Büro vor. Die Autofahrer sollen durch verschiedene Maßnahmen dazu gebracht werden, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren: Die Einfahrten in Tempo-30-Zonen sollen optisch hervorgehoben werden. Markierungen auf der Fahrbahn oder Aufpflasterungen sollen bei langen, geraden Straßen helfen. Bushaltestellen sollen möglichst zu Buskaps umgebaut werden. Wenn der Bus hält, müssen die Autofahrer warten. „Das ist eine Stärkung des ÖPNV und eine Schwächung des Pkw-Verkehrs“, sagte Blanke.

Für Radfahrer soll ein Schutzstreifen an der Emsdettener Straße entstehen. Blanke regte an, den Radverkehr noch weiter zu stärken. Beispielsweise an der Dömerstiege sollen die Parkmöglichkeiten neu geregelt werden, um Platz für den landwirtschaftlichen Verkehr zu schaffen. Außerdem sollen mit Mittelinseln, Zebrastreifen oder ähnlichem bessere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger geschaffen werden.

Bevor die endgültige Fassung des Verkehrskonzepts vorgestellt wird und der Rat darüber entscheidet, werden die Bürger über das Zwischenergebnis informiert. Im Herbst oder Winter sollen die Nordwalder dazu eingeladen werden. „Wir haben im vergangenen November gesagt, wir kommen noch mal wieder und erklären, was aus den Anregungen geworden ist. Wir werden Rede und Antwort stehen“, kündigte Dr. Harald Blanke an. Einen festen Termin gibt es für die Veranstaltung aber noch nicht.

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