Planung zum Gewerbegebiet am Höppenbach gestoppt
Grüne: „Kleinod bleibt erhalten“

Nordwalde -

Seit Monaten macht sich Bündnis 90 / Die Grünen dafür stark, dass zwischen Höppenbach und Umgehungsstraße kein Gewerbegebiet entsteht. So kommt es jetzt auch. Die Gemeinde hat die Pläne dafür gestoppt. Die Grünen halten die dafür genannte Begründung für vorgeschoben.

Samstag, 28.09.2019, 17:00 Uhr
Das geplante Gewerbegebiet am Höppenbach wird nicht entstehen. Die Gemeinde verfolgt ihre Pläne nicht weiter. Die Grünen freut das.
Das geplante Gewerbegebiet am Höppenbach wird nicht entstehen. Die Gemeinde verfolgt ihre Pläne nicht weiter. Die Grünen freut das. Foto: Sigrid Terstegge

Die Planungen zum Gewerbegebiet am Höppenbach werden nicht weiter verfolgt. Das hat Bürgermeisterin Sonja Schemmann bekanntgegeben. Das Bündnis 90 /  Die Grünen hatte sich in den vergangenen Monaten dafür stark gemacht, dass an der geplanten Stelle kein Gewerbegebiet entsteht und freut sich deshalb über diese Entscheidung: „Eines der letzten natürlich gewachsenen Biotope in Nordwalde bleibt somit unangetastet.“

Das sei „ein schöner Erfolg“ für den Ortsverband in Zusammenarbeit mit dem NABU. Die Begründung der Bürgermeisterin für den Stopp der Planungen halten die Grünen allerdings für vorgeschoben.

Suche nach neuen Gewerbegebieten

Die Gemeinde hatte bei den Planungen aufs Tempo gedrückt. „Wir haben ein Unternehmen in Nordwalde, dass dringend eine Fläche haben wollte. Wohlwissend, dass wir dort nur ein kleines Gewerbegebiet haben können“, sagte Schemmann. Doch die Firma hat mittlerweile ihre Pläne geändert. „Das Unternehmen hat uns mitgeteilt, dass es Nordwalde verlässt. Die Stelle eignet sich auch nicht so super“, sagte Schemmann und kündigte an: „Wir suchen jetzt nach neuen Gewerbegebieten und stehen in Gesprächen mit der Bezirksregierung.“

Die Grünen wundern sich über die „eher lapidare Begründung“, der für diesen Bereich vorgesehene Betrieb würde Nordwalde verlassen, schreibt Fraktionsvorsitzender Klaus Kormann in einer Pressemitteilung: „Verwunderlich, war doch bislang im Rat nicht bekannt, dass das Gebiet für einen bestimmten Betrieb entwickelt werden sollte. Die ursprüngliche Zielsetzung war doch, gerade in zukünftigen Bedarfsfällen interessierten Unternehmen geeignete Flächen zur Verfügung stellen zu können.“

Verschiedene Bedenken

Die Grünen vermuten hinter dem Stopp der Planungen einen anderen Grund: „Durch Bündnis 90 / Die Grünen wurden die Bewohner auf zwei Veranstaltungen auf die geplante Entwicklung aufmerksam gemacht und es wurde Widerstand organisiert.“ Neben den Grünen selbst hätten der NABU, etliche Anwohner und an Umwelt- und Artenschutz interessierte Bürger Nordwaldes bei der Bezirksregierung Münster ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht.

Dazu hätten im Wesentlichen fehlende Artenschutzgutachten, der Hochwasserschutz, die langer Zeitspanne, bis Ausgleichsflächen bereit ständen, Zweifel an der Dringlichkeit sowie Wertverluste der Grundstücke in der Nachbarschaft gehört.

Grüne: „Planungen waren schlecht vorbereitet“

„Infolge der massiven und zahlreichen Einwendungen wurden die Bürgermeisterin und ein Planer durch die Bezirksregierung einbestellt und nach Lösungsansätzen zu den einzelnen Problembereichen befragt“, schreibt Kormann. „Offensichtlich konnten die Befragten die vorgebrachten Argumente nicht entkräften, sodass die Einwendungen gegen das Vorhaben von der Bezirksregierung akzeptiert worden sind.“ Die Planungen für das Gewerbegebiet seien dann eingestellt worden, weil die Gemeinde keine Unterstützung der Bezirksregierung und des Regionalrats gehabt hätte.

Die Grünen kommen zu dem Schluss: „Die von der Gemeinde vorangetriebenen Planungen waren schlecht vorbereitet und sind nicht genügend auf ihre Umweltauswirkungen hinterfragt worden. Sie haben somit nur Zeit und Geld gekostet.“ Vorhaben wie die Entwicklung neuer Gewerbegebiete bräuchten einen langen Planungshorizont. Dabei dürften wirtschaftliche Interessen nicht über den Umwelt- und Artenschutz gestellt werden.

Grüne nicht grundsätzlich gegen ein Gewerbegebiet

Für die Grünen steht zudem fest: „Es lohnt sich, Planungen zu hinterfragen, sich zu informieren und gegebenenfalls einzubringen, wenn man diese Planungen nicht für sinnvoll oder sogar schädlich ansieht.“ Außerdem müssten die Bürger von Anfang an mitgenommen werden.

Dass die Grünen das Gewerbegebiet am Höppenbach ablehnen, bedeutet nicht, dass sie grundsätzlich gegen Gewerbegebiete sind: „Man muss geeignete Gewerbeflächen suchen und entwickeln, um schnell reagieren zu können“, schreibt Kormann.

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