ZOB wird im Winter 2020 / 2021 aufgegeben
An welche Stelle kommt die ZOH?

Nordwalde -

Im Winter 2020 / 2021 soll der ZOB aufgegeben werden. Ein Wendepunkt an der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule und eine Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) an der Bahnhofstraße sollen den Busbahnhof ersetzen. Doch noch ist unklar, wo genau die ZOH hinkommt. Der gesamte Ausbau der Bahnhofstraße / Welle steht erneut auf dem Prüfstand.

Samstag, 28.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 20:00 Uhr
Die Verwaltung schlägt vor, dass die ZOH zwischen der Kreuzung Wehrstraße / Pröbstingstraße und dem geplanten Kreisverkehr an der Felix-Fraling-Straße einzurichten ist. Die Politik beschäftigt sich in der nächsten Sitzungsperiode damit.
Die Verwaltung schlägt vor, dass die ZOH zwischen der Kreuzung Wehrstraße / Pröbstingstraße und dem geplanten Kreisverkehr an der Felix-Fraling-Straße einzurichten ist. Die Politik beschäftigt sich in der nächsten Sitzungsperiode damit. Foto: Vera Szybalski

Noch steuern die Linienbusse den ZOB an. Doch nicht mehr lange: Im Winter 2020 / 2021 soll der Busbahnhof aufgegeben werden. Statt eines ZOBs wird es künftig einen Wendepunkt an der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule und eine Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) an der Bahnhofstraße geben. Während der Rat den Bau des Wendepunktes in seiner jüngsten Sitzung bereits beschlossen hat, ist noch unklar, an welche Stelle die ZOH kommt.

Die Verwaltung hat vorgeschlagen, sie zwischen der Kreuzung Wehrstraße /Pröbstingstraße und dem geplanten Kreisverkehr an der Felix-Fraling-Straße einzurichten. „Prinzipiell gibt es vier Möglichkeiten“, sagt Claus Ufermann , Stabsstelle der Bürgermeisterin. Das ist erstens die Welle, die für die ZOH allerdings zu schmal sei. Das ist zweitens vor dem Rathaus beziehungsweise Bürgerzentrum. Bei dieser Variante hat Ufermann städtebauliche Bedenken: An die Straße würde dann nicht nur ein Bushäuschen mit Fahrradstellplätzen in der Nähe kommen. Es müsste zudem ein 18 Zentimeter hoher Bordstein für den Einstieg in den Bus gebaut werden, während der Rest des Platzes ein Rundbord von zwei Zentimeter Höhe hat.

Rat hat sich noch nicht entschieden

Die dritte Möglichkeit, die ZOH zwischen der Sparkasse und der Bäckerei Schröer zu bauen, erscheint aus Parkgründen nicht sinnvoll. Auf den Parkplätzen in der Nähe der Volksbank und Sparkasse, die weichen müssten, würden zwar nur kurz, aber viele Kunden halten, sagt Ufermann. Bliebe noch die vierte Möglichkeit zwischen der Kreuzung Wehrstraße /Pröbstingstraße und dem geplanten Kreisverkehr an der Felix-Fraling-Straße.

Schraffierte Fläche soll helfen

Die drei Parkplätze vor den Gebäuden Watermann / Hidding werden nicht aufgehoben. Damit lehnte der Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss einen Antrag der UWG ab. Lediglich die SPD stimmte mit der UWG für den Antrag. Klaus Grummel (FDP) hatte die Markierung einer schraffierten Fläche einige Meter vor den Parkplätzen ins Spiel gebracht. Die soll Autofahrern und Radfahrern andeuten, dass die Fahrbahn enger wird. Nach der Kirmes soll die Markierung aufgebracht werden, sagt Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink. Das ist das Ergebnis einer kleinen Verkehrsschau mit Günter Springer vom Straßenverkehrsamt.

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Für eine Variante entschieden hat sich der Rat noch nicht. Tobias Elshoff (CDU) hatte vorgeschlagen, das Thema in die Fraktionen zu verweisen: „Wir sehen die Unterlagen zum ersten Mal.“ In der kommenden Sitzungsperiode will sich die Politik erneut mit dem Standort der Zentralen Haltestelle beschäftigen. Dr. Rudolf Fischer (UWG) hatte angeregt, dass die Variante mit einer ZOH auf dem Marktplatz als ernsthafte Alternative betrachtet und ebenfalls zeichnerisch dargestellt wird. „Ich gebe zu, dass das städtebaulich nicht das Gelbe vom Ei ist“, sagt Fischer. Er sieht die Variante aber als „einzige Möglichkeit“.

Rückstau würde für Probleme sorgen

Das hängt mit der geplanten Form der Haltestelle zusammen. In beiden Fahrtrichtungen muss diese eingerichtet werden. Ein Buskap, wie ihn die Gemeinde an der Altenberger Straße gebaut hat, ist an der Bahnhofstraße nicht möglich. In dem Fall stünde nur eine Fahrspur für den Verkehr aus beiden Richtungen zur Verfügung. Das ist zu wenig, sagt Ufermann: „Wir haben da nicht so lange Warteräume. Der Rückstau würde problematisch.“ Sprich: Der Verkehr würde sich schnell bis in den Kreisverkehr an der Felix-Fraling-Straße stauen.

Eine Fahrbahnrandhaltestelle hat die selben Vor- und Nachteile wie ein Buskap.

Dr. Rudolf Fischer

Statt eines Buskaps und Busbuchten, die innerorts als nicht mehr sinnvoll betrachtet würden, läuft es wohl darauf hinaus, dass der Bus am Bordstein hält. Die Autos dahinter müssten dann warten, der Gegenverkehr könnte normal weiterfahren. Fischer hält dagegen: „Eine Fahrbahnrandhaltestelle hat die selben Vor- und Nachteile wie ein Buskap.“ Die Gefahr, dass der Rückstau bis in den Kreisverkehr reicht, bestünde auch bei dieser Möglichkeit. Das Büro Ambrosius Blanke aus Bochum soll jetzt sowohl die von der Verwaltung präferierte Variante als auch die mit einer ZOH auf dem Marktplatz zeichnerisch darstellen. Dann wird sich die Politik erneut damit beschäftigen.

Wie wird mit dem Radverkehr umgegangen?

Nicht nur der Ort für die Zentrale Haltestelle, sondern der gesamte Ausbau der Bahnhofstraße / Welle soll erneut auf den Prüfstand kommen. Der gesamte Bereich sei „so wichtig“, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann: „Wir wollen vernünftig darüber diskutieren.“ Schließlich würde eine Entscheidung für die nächsten 30 bis 50 Jahre getroffen. Deshalb hat die Gemeinde die Planungen zum Kreisverkehr an der Bahnhofstraße / Felix-Fraling-Straße in den Wartezustand versetzt.

Finkenbreil: Kein Platz für Zebrastreifen

Der Kreisverkehr an der Bahnhofstraße / Feldstraße / Finkenbreil wird gebaut. Das hat der Rat beschlossen. Der Mini-Kreisverkehr hat einen Durchmesser von 22 Meter. Die Kosten sollen bei etwa 517 000 Euro liegen. Die Gemeinde beantragt Fördermittel bei der Bezirksregierung Münster. Die Förderquote wird voraussichtlich 70 Prozent betragen. Klaus Grummel (FDP) hatte angeregt, dass am Finkenbreil wie an den anderen drei Seiten des Kreisverkehrs ein Zebrastreifen errichtet wird. Das ist aber nicht möglich, weil durch Anlieger-Einfahrten nicht genug Platz dafür ist. Ein Zebrastreifen weiter die Straße hoch würde nichts bringen.

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Es geht bei der erneuten Diskussion um die Frage, wie mit dem Radverkehr umgegangen wird. 2016 hatte der Rat beschlossen, dass die Straße  künftig eine 5,30 Meter breite Asphaltdecke mit jeweils 60 Zentimeter Pflaster an beiden Seiten haben soll. Auf dem Pflaster und den Gehwegen sollen Autos parken dürfen. Das sollte dabei helfen, dass der Verkehrsfluss behindert wird. Für Radfahrer bedeutet die Variante: Sie fahren mit den Autos auf der Straße.

Sicherere Variante für Radfahrer?

Doch in den vergangenen drei Jahren ist einiges passiert. „Die Verkehrswende war so massiv“, sagt Ufermann. Deshalb soll das Büro Ambrosius Blanke jetzt weitere Möglichkeiten für den Umbau erarbeiten, die den Radverkehr stärker in den Blick nehmen. Das wäre zum einen die Variante mit einer 7,50 Meter breiten Fahrbahn mit einem Angebotstreifen für Radfahrer. Zum anderen könnte die Fahrbahn verringert werden und an beiden Seiten ein getrennter Radweg entstehen. Letzteres wäre die sicherste Variante für Radfahrer. Sie würde aber vermutlich bedeuten, dass es weniger Parkplätze gibt, als bei der bereits beschlossenen Version für den Ausbau.

Ambrosius Blanke soll jetzt sechs Varianten erarbeiten: Alle drei genannten zum Ausbau der Bahnhofstraße /Welle zum einen mit einer ZOH zwischen der Kreuzung Wehrstraße / Pröbstingstraße und dem geplanten Kreisverkehr an der Felix-Fraling-Straße sowie zum anderen mit einer ZOH auf dem Marktplatz.

Wann der Wendepunkt an der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule gebaut wird, fest steht: In den Sommerferien 2020 sollen die Hauptarbeiten erledigt werden. Die Kosten dafür betragen etwa 602 000 Euro. Die Verwaltung stellt dafür einen Förderantrag beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe. Die Förderquote beträgt 90 Prozent.

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