Ute Cohen liest aus „Satans Spielfeld“
Augen und Mund öffnen

Nordwalde -

Ein erwachsener Mann, der ein pubertäres Mädchen im Auto sexuell nötigt: Diese Szene ist Teil von Ute Cohens Debütroman „Satans Spielfeld“. Die Autorin stellte bei den Biografietagen ihr Werk vor. Nicht, ohne anzukündigen: Es gebe darin Inhalte, „die schrecklich sein können“.

Sonntag, 29.09.2019, 15:34 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 20:42 Uhr
Ute Cohen stellte bei den Biografietagen ihr Buch „Satans Spielfeld“ vor, das sich um sexuelle Gewalt dreht.
Ute Cohen stellte bei den Biografietagen ihr Buch „Satans Spielfeld“ vor, das sich um sexuelle Gewalt dreht. Foto: ter

„Der Austausch von Lebensgeschichten und Erfahrungen funktioniert in der Gemeinschaft wunderbar“, betonte Matthias Grenda zu Beginn der Lesung von Ute Cohen am Samstag im Herrenhaus. Im Kaminzimmer hatten sich zahlreiche Interessierte eingefunden, die dem Programm der 12. Biografietage zum Thema „Macht und Missbrauch“ folgten. Gerade Missbrauch in der Familie sei ein schwieriges Thema, meinte Grenda.

„Satans Spielfeld“ ist der Titel des Debütromans von Cohen. Damit bezieht sie sich auf den Roman „Lolita“ des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov. „Dort ist der Erwachsene das Opfer und ich wollte eine Gegenposition schaffen“, erläuterte Cohen. Ziel ihres Buches sei es, die Leser aufzufordern, Augen und Mund zu öffnen statt wegzusehen und zu schweigen.

Schreckliche Inhalte

„In den USA müsste ich jetzt eine Triggerwarnung vorweg schicken, dass es Inhalte gibt, die schrecklich sein können“, sagte Cohen. Ihr Buch sei schwierig, deshalb habe sie bei einem österreichischen Verlag wegen der Veröffentlichung angefragt: „Die Österreicher sind aufgeschlossen und haben Thomas Bernhard überlebt.“

Zum Inhalt: Arm, streitvoll und traurig sei die Familie, aus der die zwölfjährige Marie kommt. Sie lebt in einem bayrischen Dorf. Irgendwann bricht das Böse herein. Cohen liest zuerst eine Szene aus ihrem Buch, in der der angesehene Architekt Bauleitner, Vater von zwei Mädchen, Marie in seinem Büro telefonieren lässt und sie dann mit Bildern von David Hamilton konfrontiert. Hamilton ist für seine Aktaufnahmen heranwachsender Mädchen bekannt.

Im Buch treffen zwei Welten – die des erwachsenen Mannes und die des pubertären Mädchens – aufeinander. Als der Architekt Marie im Auto sexuell nötigt und sie sich Rat holen will bei der Beichte, wird es tatsächlich schwierig für den Leser.

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