Wichern-Schule hat Generationen von Schülern geprägt
Nicht nur Lernort, auch Lebensort

Nordwalde -

An der Wichern-Schule lernen die Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie bekommen aber noch viel mehr vermittelt. Die Grundschule ist nicht nur ein Lernort, sondern ein Lebensort. Und das seit Jahrzehnten. Ihren 50. Geburtstag als katholische Grundschule feierte die Einrichtung jetzt.

Dienstag, 01.10.2019, 17:56 Uhr
Fotos aus vielen Jahren waren in den Fluren der Schule ausgehängt. Schulleiter Johannes Neumayer läutete mit einer Glocke das Musical „Sängerkrieg der Heidehasen“ ein.
Fotos aus vielen Jahren waren in den Fluren der Schule ausgehängt. Schulleiter Johannes Neumayer läutete mit einer Glocke das Musical „Sängerkrieg der Heidehasen“ ein. Foto: ter (2), vera

Es geht um mehr als Lesen, Schreiben und Rechnen: An der Wichern-Schule sollen die Kinder zu selbstständigen Menschen erzogen werden, bekommen Werte vermittelt und lernen Sozialkompetenz. Und das nicht erst seit gestern. Am Samstag feierte die Wichern-Schule ihren 50. Geburtstag als katholische Grundschule mit einem Festprogramm mit geladenen Gästen, einem ökumenischen Gottesdienst, einem Markt der Möglichkeiten am Nachmittag und einer Musical-Aufführung zum Abschluss.

„In diesem halben Jahrhundert haben Generationen von Schülerinnen und Schülern die Schule besucht und den Grundstein ihres Schullebens und auch den Grundstein für ihr weiteres Leben gelegt“, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann in ihrer Rede. „Wir haben versucht, dass sich die uns anvertrauten Kinder zu selbstständigen, verantwortungsbewussten jungen Menschen entwickeln. Dass sie frei und ohne Angst ihre verschiedenen Meinungen vorbringen können und dass sie mit Neugier all den Dingen begegnen, die unsere Welt so bietet“, sagte Johannes Neumayer .

Klima, Geist und gute Ruf machen Wichern-Schule unverwechselbar

Mit einem Schmunzeln hatte der Schulleiter angemerkt, dass sich seine und Schemmanns Rede „inhaltlich ziemlich ähnlich“ sind. Für beide ein Ausdruck dafür, dass sie gut zusammenarbeiten. Beide blickten auf die vergangenen Jahrzehnte zurück, auf die Veränderungen im Unterrichtsalltag, auf das, was die Schule besonders macht. „Auch wenn sich das heutige Jubiläum auf den Namen der katholischen Grundschule bezieht, feiern wir all das, was die Wichern-Schule unverwechselbar macht: Das ist das Klima, der Geist und der gute Ruf dieser Schule“, sagte Schemmann.

Wichern-Schule feiert 50 Jahre katholische Grundschule

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  • Die Wichern-Schule hat ihr 50-jähriges Bestehen als katholische Grundschule gefeiert und dazu nicht nur aktuelle Schüler, Eltern und Lehrer, sondern auch viele Ehemalige eingeladen.

    Foto: Sigrid Terstegge
  • Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Schulleiter Johannes Neumayer geladene Gäste. Seine Rede baute er auf einem Zitat von Johann Hinrich Wichern, dem Namensgeber der Schule, auf: „Was man will, muss man ganz wollen, halb ist gleich nichts!“

    Foto: Vera Szybalski
  • Zum Abschluss des Festtages führten Schüler das Musical „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ auf. Dafür hatten sie unter der Leitung von Susanne Meinhard ein halbes Jahr lang geprobt.

    Foto: Sigrid Terstegge
  • Die „Wichern-Spatzen“ begleiteten den Festakt mit den Liedern „Bajuschki Baju“, „Herbstlied“ und „Mango“ musikalisch. Gemeinsam sangen alle das Wichern-Lied.

    Foto: Vera Szybalski
  • Bürgermeisterin Sonja Schemmann blickte in ihrer Rede nicht nur auf die 50 Jahre zurück, sondern auch nach vorne: „Ich freue mich auf die nächsten Jahre im Sinne unserer nächsten Generation. Damit das Gesicht der Schule genauso attraktiv bleibt, vielleicht sogar noch schöner wird als heute.“ Zuvor hatte sie gesagt, die Wichern-Schule könne sich in ihrem Jubeljahr wahrhaftig sehen lassen: „Und das trotz oder vielleicht sogar wegen der Baustelle vor der Tür.“ Sie spielte damit auf den neuen Kindergarten an, der ein sichere Zeichen dafür sei, dass auch künftige Generationen diesen Lernort benötigen.

    Foto: Vera Szybalski
  • Der Markt der Möglichkeiten am Nachmittag hielt jede Menge Unterhaltungsprogramm für die Schüler bereit: Entenangeln war nur eins der vielen Angebote.

    Foto: Sigrid Terstegge
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Dafür verantwortlich, dass die Schule nicht nur ein Lernort, sondern ein Lebensort für die Kinder werden konnte und kann, sind unzählige Menschen. Die Lehrer und Eltern, die Gemeinde als Schulträger, die katholische und die evangelische Kirchengemeinde ebenso wie Vereine und Institutionen wie der Freundeskreis Ghana oder die Musikschule Steinfurt.

Prägende Personen

Johannes Neumayer gestaltet als Schulleiter seit fast 17 Jahren das Innenleben der Schule. Schemmann dankte ihm für die „außerordentlich gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Lisa Wesbuer als Sekretärin und Norbert Böckenfeld als Hausmeister prägen ebenfalls das Gesicht der Schule. „Ihr beiden seid wichtige Schaltstellen, an denen viele Fäden zusammenlaufen. Ein Aushängeschild für unsere Schule, ja ich gehe sogar soweit zu sagen für eure Schule“, sagte Neumayer über Wesbuer und Böckenfeld.

Wir haben versucht, dass sich die uns anvertrauten Kinder zu selbstständigen, verantwortungsbewussten jungen Menschen entwickeln.

Schulleiter Johannes Neumayer

Im Namen der Eltern dankte Schulpflegschaftsvorsitzender Daniel Krappe den Lehrern und Mitarbeitern der Schule, im Namen des Fördervereins die stellvertretende Vorsitzende Vanessa Bömer. Susanne Meinhard sorgte mit den „Wichern-Spatzen“ für die musikalische Begleitung des Festprogramms.

Spiel und Spaß ohne Ende für den Nachwuchs

Beim Markt der Möglichkeiten am Nachmittag bekamen die Besucher kaum einen Fuß auf die Erde. Während Eltern, Großeltern und weitere Erwachsene Kaffee und Kuchen genossen, gab es für den Nachwuchs Spiel und Spaß ohne Ende in der gesamten Grundschule.

Geschicklichkeits- und Glücksspiele waren in den Klassenräumen und in der Sporthalle aufgebaut worden. Ob Glücksrad oder Zielwerfen mit kleinen Säckchen, jeder durfte sich versuchen. Beim Entenangeln konnten sich die jungen Besucher schon einmal Aufwärmen für die Kirmes. Der Nagelbalken war alleine schon durch seine Höhe eine Herausforderung. Hier war Hilfe durch Eltern gefragt.

Am Ende siegt das Gute

Kurz vor 17 Uhr lief dann Neumayer persönlich durch das Gebäude und läutete mit einer antiken Handglocke das Musical „Sängerkrieg der Heidehasen“ ein. Ein halbes Jahr lang hatte Susanne Meinhard mit den Schülern an dem Musical gearbeitet worden. Auf den Sieger des Wett-Singens wartete die Hand der Prinzessin. Bestechung und Intrigen auf politischer Ebene sollten allerdings den Sieg einem Direktor verschaffen. Doch natürlich siegte das Gute.

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