Gemeinde tritt Einkaufsgenossenschaft KoPart bei
Unterstützung bei Ausschreibungen

Nordwalde -

Die Gemeinde will der Einkaufsgenossenschaft KoPart beitreten. Davon erhofft sie sich Unterstützung bei Ausschreibungen und jeglicher Art von Planungsleistungen. Der Beitritt soll auch den Nordwalder Vereinen und der Bürgerstiftung Bispinghof Vorteile bieten.

Mittwoch, 09.10.2019, 19:00 Uhr
Es geht nicht um den Einkauf von Kugelschreibern, sondern Beratungsleistungen: Das ist der Grund, warum die Gemeinde Nordwalde der Einkaufsgenossenschaft KoPart beitreten will. Die Kommunen Laer, Steinfurt oder Emsdetten sind dort bereits Mitglied.
Es geht nicht um den Einkauf von Kugelschreibern, sondern Beratungsleistungen: Das ist der Grund, warum die Gemeinde Nordwalde der Einkaufsgenossenschaft KoPart beitreten will. Die Kommunen Laer, Steinfurt oder Emsdetten sind dort bereits Mitglied. Foto: dpa

Der Gemeinde geht es nicht um den Kauf von Kugelschreibern, Seife oder Papier, sondern um Unterstützung bei Ausschreibungen und jeglicher Art von Planungsleistungen: Dafür will die Gemeinde der Einkaufsgenossenschaft KoPart beitreten. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen. Die Gemeinde zahlt 750 Euro und erwirbt damit einen Geschäftsanteil.

Sechs Kommunen hatten die KoPart im Jahr 2012 auf Initiative des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen gegründet. Mittlerweile sind mehr als 120 Kommunen Mitglied. „KoPart“ steht für „Kommunal und Partnerschaftlich“. Die Intention der Genossenschaft ist, dass die Städte und Gemeinden gemeinsam bessere Konditionen für die Nachfrage etwa nach Büromaterial oder Hygieneartikeln erhalten. Die KoPart hat auch Fachleute wie Rechtsanwälte, Planer oder Architekten im Haus, auf deren Know-how die Gemeinde künftig zurückgreifen kann.

Immer komplexere Rechtsprechungen

„Größere Städte sind da nicht drin, weil die Fachleute mit dem Know-how haben“, sagte Claus Ufermann , Stabsstelle der Bürgermeisterin. Vergaben stellen kleinere Kommunen wie Nordwalde nicht nur vor immer größere Aufgaben, sondern binden dadurch auch Mitarbeiter für einen langen Zeitraum. „Wir sehen immer mehr, wie schwierig es ist, Ausschreibungen fachlich und rechtlich richtig anzufertigen“, sagte Ufermann. Es gebe immer komplexere Rechtsprechungen.

Dass Vergabeverfahren trotz der Hilfe von Fachleuten auch mal nicht rechtssicher durchgeführt sein können, hat die Gemeinde zuletzt beim geplanten Neubau des Bürgerzentrums erfahren. Die Entscheidung zum Beitritt bei der KoPart habe auch damit zu tun, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann : „Wir können auf die Fachleute zurückgreifen und uns noch mal eine zweite Meinung einholen.“ Das ist dann einfacher und schneller möglich, weil Mitglieder die Genossenschaft direkt im Wege des sogenannten Inhouse-Geschäfts beauftragen können.

Breite Zustimmung in den Fraktionen

Die Gemeinde kann die Mitarbeiter der KoPart also praktisch so beauftragen, als wären sie Mitarbeiter der Gemeinde. Diese Leistung wird dann eingekauft, muss aber nicht ausgeschrieben werden. „Wir müssen also nicht vorher ausschreiben, wer für uns ausschreibt“, sagt Ufermann. Wenn die Gemeinde beispielsweise einen Architekten benötigt, der einen Bauantrag stellen soll, kann sie direkt die KoPart beauftragen.

Zu dem Eintritt in die Genossenschaft herrschte im jüngsten Hauptausschuss grundsätzlich breite Zustimmung in allen Fraktionen. Dr. Rudolf Fischer (UWG) mahnte allerdings an, dass die Gemeinde das Preis-Leistungs-Verhältnis im Auge behalten solle: „Das verliert man leicht aus dem Blick. Nur da sehe ich eine gewisse Gefahr“, sagte Fischer. Schemmann erklärte dazu, dass sich die Gemeinde bei der Ausschreibung der Abfallentsorgung und der Gebäudereinigung bereits der Kommunalagentur NRW bedient habe. Diese sei am günstigsten gewesen und habe gute Arbeit geliefert. Die KoPart sei ein Teil der Kommunalagentur.

KoPart soll möglichst auch die Vereine unterstützen

Klaus Kormann (Grüne) bewertete es „grundsätzlich positiv“, wenn man die Manpower einkaufe: „Aber ich störe mich ein bisschen an diesem Katalogverfahren und diesem ‚Amazon für Verwaltungen‘“, wenn das bedeute, dass die Verwaltung Material wie Bürobedarf nicht mehr vor Ort einkaufe. Das ist aber nicht geplant, sagte Schemmann: „Es geht uns um Beratungsleistungen.“ Für den Einkauf von Feuerwehrkleidung, Papier und Co. bestehe teilweise bereits eine interkommunale Zusammenarbeit in der Region.

Die Bürgermeisterin erhofft sich durch die KoPart auch Unterstützung für Nordwalder Vereine oder die Bürgerstiftung Bispinghof, wenn diese Anträge auf Fördergelder stellen.

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