Georg-Kramann-Museum wegen Baumängeln geschlossen
Heimatverein sucht neuen Standort

Nordwalde -

Der Riss über dem Eingangstor, die Betonblöcke, der Bauzaun – alles sichtbare Zeichen dafür, dass das Georg-Kramann-Heimatmuseum Baumängel aufweist. Das ist allerdings nicht neu, bereits seit 25 Jahren sucht der Heimatverein einen neuen Standort. Jetzt drängt die Zeit. Die Baumängel sind so erheblich, dass das Museum geschlossen wurde.

Freitag, 25.10.2019, 19:00 Uhr
Clemens Keukenbrink zeigt es an: Da, über dem Eingang zum Georg-Kramann-Heimatmuseum, verläuft ein Riss im Gebäude. Die Baumängel sind mittlerweile so gravierend, dass das Museum geschlossen werden musste.
Clemens Keukenbrink zeigt es an: Da, über dem Eingang zum Georg-Kramann-Heimatmuseum, verläuft ein Riss im Gebäude. Die Baumängel sind mittlerweile so gravierend, dass das Museum geschlossen werden musste. Foto: Vera Szybalski

Der Riss über dem Eingang ist nicht zu übersehen. Wie eine feine Linie zieht er sich von dem gebogenen Tor mit dem „Georg Kramann Heimatmuseum “-Schriftzug parallel zur Dachrinne in Richtung des „Heimatmuseum“-Schildes. Der Riss, die Betonblöcke an einer Ecke des Gebäudes, der Bauzaun – die Baumängel fallen sofort ins Auge und sind mittlerweile so gravierend, dass das Heimatmuseum nicht mehr betreten werden darf. Deshalb entfallen die Besichtigungen, die sonst am ersten und dritten Sonntag im Monat stattgefunden haben.

Einen alternativen Standort für das Museum haben die Mitglieder des Heimatvereins schon im Kopf: „Der Heimatverein ist noch immer brennend daran interessiert, die erste Etage des Bispinghofes für seine Zwecke herzurichten“, sagt Clemens Keukenbrink, der Mitglied im Heimatverein und der Bürgerstiftung Bispinghof ist. Doch dabei gibt es zwei Haken: Zum einen müssten genügend Fördergelder für das Projekt fließen, damit der Heimatverein die erste Etage barrierefrei zugänglich machen kann. Die Kosten dafür kann die Bürgerstiftung nicht alleine tragen. Zum anderen würde nur ein Teil des Museums dort Platz finden, die anderen Exponate müssten woanders unterkommen.

Erste Etage des Bispinghofes bietet nicht genügend Platz

Für den Heimatverein gibt es viele Gründe, sich für den Bispinghof zu engagieren. Er ist nicht nur durch seine Satzung dazu verpflichtet, die Bürgerstiftung sieht das Gelände auch als prädestinierten Ort für Begegnungen vielfältiger Art an. Das Fotoarchiv ebenso wie das Zeitungsarchiv, eine kleine Bibliothek und Exponate zu den Keimzellen Nordwalde könnten nach Vorstellung des Heimatvereins auf dem Bispinghof untergebracht werden. „Wechselausstellungen, auch mit biografischer Ausrichtung, werden dann die Arbeit des Heimatvereins auf dem Bispinghof prägen“, erklärt Keukenbrink. Die restlichen Exponate, mit denen die Wechselausstellungen bestückt werden, sollen auf einem Depot an einem anderen Standort gelagert werden. „Die Bürgerstiftung ist schon auf der Suche, gefunden ist aber noch nichts.“

Ab diesem Zeitpunkt hat der Heimatverein immer wieder sein Interesse am Bispinghof bekundet, ist aber nicht zum Zuge gekommen.

Clemens Keukenbrink

Deshalb befindet sich das Georg-Kramann-Heimatmuseum aktuell weiter in dem alten Schulgebäude aus den 1930er-Jahren. Die Erkenntnis, dass das Gebäude und das Mauerwerk die besten Zeiten schon hinter sich haben, ist nicht neu. Bereits 1994, also vor 25 Jahren, hat die Gemeinde das Haus als abgängig bezeichnet. Genauso lange sucht der Heimatverein nach einem neuen Zuhause für das Museum. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hatte 1995 alle infrage kommenden Standorte in Nordwalde darauf geprüft, ob sie unterstützungswürdig sind. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das nur für den Bispinghof zutrifft.

Gespräche über neue Standorte werden geführt

Dafür waren vor allem drei Gründe ausschlaggebend: Erstens bestand der Bispinghof schon um 900 und damit weit vor der ersten urkundlichen Erwähnung Nordwaldes im Jahr 1151. Zweitens stehen mit dem Speicher und der Toreinfahrt zwei denkmalgeschützte Gebäude dort. Drittens hat die Gemeinde vom Bispinghof ihr Wappen.

Der Heimatverein könnte sich mit dem Bispinghof als Standort gut arrangieren: „Ab diesem Zeitpunkt hat der Heimatverein immer wieder sein Interesse am Bispinghof bekundet, ist aber nicht zum Zuge gekommen“, sagt Clemens Keukenbrink. „Auch ein damaliger Zusammenschluss mit der ‚Kultur-Initiative Bispinghof‘ hat nicht gefruchtet.“ Schon damals war für den Heimatverein klar, dass er das Vorhaben nicht allein stemmen kann. 2008 schlossen sich dann die Gemeinde, der Förderverein Bispinghof, die Gesellschaft für biografische Kommunikation und der Heimatverein zusammen, um die Bürgerstiftung zu gründen.

Jetzt benötigt der Heimatverein für das Georg-Kramann-Heimatmuseum an der Schulgasse endgültig eine Alternative. Während der Kirmes Anfang Oktober ist ein neuer Riss im Gebäude aufgetaucht. Seitdem stehen die Betonblöcke davor. Wie erfolgreich die Suche ist, kann Keukenbrink nicht sagen, aber so viel: „Es werden Gespräche geführt.“

Das Georg-Kramann-Heimatmuseum

 Georg Kramann hat das Heimatmuseum 1979 gegründet. Ende der 1980er-Jahre hat der Heimatverein es mit seiner Werkgruppe um- und neugestaltet und daraus ein sogenanntes begehbares Schaufenster gemacht. Das Museumsamt in Münster hat es danach als unterstützungswürdig eingestuft. Ausstellungsfläche: circa 300 Quadratmeter. Exponate nach Inventarverzeichnis: circa 1200. Schwerpunkte der Schausammlung: Ortsgeschichte, bäuerliches Wohnen, Küchenutensilien, bäuerliches Wirtschaften, vom Flachs zum Leinen, alte Handwerke in Nordwalde, Handel, Gewerbe, Kinderleben, Schulen, Kirchen, Brauchtum und Fotokamerasammlung. Exponate in den einzelnen Ausstellungsbereichen werden durch dokumentarisierte Fotos und kurze, prägnante Texte ergänzt. Die Fotos stammen aus einer nahezu 40 000 digitalisierten Bildern umfassenden Sammlung aus den Jahren 1894 bis 2015.  .

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