Haushaltsentwurf 2020 mit Überschuss
Wie es eventuell sein könnte . . .

Greven -

Es gab Zeiten, da musste sich die Stadt Greven den Kauf jeder Schraube, jedes Kulis genehmigen lassen. Ok, das ist ein bisschen überspitzt, aber so grob beschreibt es die Situation vor ein paar Jahren. Aber: Die Zeit ist – zunächst einmal – vorbei. Greven hat seit drei Jahren einen ausgeglichen Haushalt und ist damit Herr der eigenen Finanzen.

Freitag, 01.11.2019, 15:19 Uhr

Aber: Wie in jedem privaten Haushalt auch kommt der städtische Kämmerer nicht dran vorbei, für die Zukunftsplanung die Ausgaben des kommenden Jahres den Einnahmen gegenüber zu stellen. Aber er macht es ja gerne. Ergebnis: 100 637 595 Euro (Erträge) gegenüber 99 864 088 Euro (Aufwendungen). Macht ein Plus von rund 800 000 Euro. Hört sich gut an, entspricht aber nicht den Annahmen, die die Experten im Jahr zuvor hatten. Da hatte man mit einem satten Plus von über drei Millionen Euro gerechnet.

Zurück zur Bilanz: Die größte Einnahmequelle der Stadt sind natürlich die Steuern. Diese Einnahmen halbwegs reell einschätzen zu können ist wohl eine der Hauptaufgaben eines Kämmerer. Für das kommende Jahr geht Matthias Bücker von 20 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer aus. Der nächste dicke Batzen ist der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. der wird für das kommende Jahr auf rund 18,8 Millionen Euro geschätzt, der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer soll bei rund 3,57 Millionen Euro liegen. Ein ganz wesentlicher Batzen betrifft den Grevener Steuerzahler ganz direkt. Die Einnahmen aus der Grundsteuer B, die die Eigentümer privater Grundstücke zahlen müssen, belaufen sich auf 8,675 Millionen Euro. Letztendlich kommen aus Steuern im kommenden Jahr 54 Millionen Euro ins Stadtsäckel – vorausgesetzt die Annahmen stimmen. Ein Vergleich: 2014 nahm die Stadt nur 41 Millionen aus Steuern ein.

In der Abteilung Zuwendungen und allgemeine Umlagen von insgesamt 27,7 Millionen Euro sind vor allem die so genannten Schlüsselzuweisungen (8,5 Millionen Euro) und die Zuweisungen zu den Betriebskosten der Kindergärten (10,5 Millionen Euro) genannt. Dieses und weitere Einnahmen summieren sich auf die rund 100 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite der Bilanz stehen die sozialen Leistungen an erster Stelle der Ausgaben. Die schlagen mit rund 35 Millionen Euro zu Buche. Die Personalausgaben mit 14,5 Millionen Euro liegen um 400 000 Euro höher als im vergangenen Jahr. „Aber wird sind nun mal ein Dienstleistungsunternehmen und dafür braucht man Personal“, sagte Bücker.

Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen – also zum Beispiel Instandhaltungskosten für Grundstücke und Bauten – kosten zusammen 15,3 Millionen Euro.

Die Kreisumlage beläuft sich auf 16 Millionen Euro. Die Zinsen für Kreditmarktdarlehen und Liquiditätskredite fallen mit 2,5 Euro ins Gewicht. Insgesamt ist für 2020 eine Investitionssumme von 27,5 Millionen Euro vorgesehen.

Bei den Investitionen fällt vor allem das Rathaus ins Gewicht. Für die Sanierung des Rathauses wurden in diesem Jahr nach ersten groben Kostenschätzungen insgesamt 16 Millionen Euro veranschlagt. „Voraussichtlich werden die ursprünglich kalkulierten Haushaltsansätze deutlich zu niedrig sein“, heißt es dazu aber im Haushaltsentwurf. Und sowieso: Darüber hinaus ist wohl eine Erweiterung der Bürokapazitäten für das Rathaus erforderlich. Der Plan sieht dafür investive Auszahlungen für den Bau eines Zweitstandortes in Höhe von rund 5,8 Millionen Euro vor.

Letztendlich ist der Haushaltsentwurf aber nur eine Annäherung. „In vielenBereichen sind die Entwicklungen nicht exakt vorauszusehen und werden deshalb auch ständig abgeglichen“, erklärt Kämmerer Bücker. Das Ergebnis passe nie genau mit der Planung überein. „Wenn es wirklich mal passt, ist das ein Zufall“, sagt der Mann, der es über alles liebt, mit Zahlen zu jonglieren.

Und jetzt? Jetzt haben die Politiker das Wort, jetzt wird beraten . . .

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