Verbindung nach Treuenbrietzen beginnt vor 30 Jahren
„Die Leute waren unheimlich nett“

Nordwalde -

Drei Monate sind seit dem Mauerfall vergangen, als sich Heinz-Dieter Lüning erstmals auf den Weg in die ehemalige DDR macht. Der FDP-Politiker war zu dem Zeitpunkt Mitglied im Nordwalder Gemeinderat. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 erinnert er sich an seinen ersten Besuch und die Anfänge der Partnerschaft zwischen der Gemeinde im Münsterland und der Kleinstadt in Brandenburg.

Freitag, 08.11.2019, 17:00 Uhr
Die partnerschaftliche Beziehung wurde am 19. Juni 2004 mit dem Austausch der Partnerschafturkunden offiziell besiegelt. Regelmäßig finden Partnerschaftstreffen in beiden Kommunen statt. Im Oktober 2017 gab es einen großen Festakt (Bilder unten).
Die partnerschaftliche Beziehung wurde am 19. Juni 2004 mit dem Austausch der Partnerschafturkunden offiziell besiegelt. Regelmäßig finden Partnerschaftstreffen in beiden Kommunen statt. Im Oktober 2017 gab es einen großen Festakt (Bilder unten). Foto: Heinz-Dieter Lüning

Drei Monate sind seit dem Mauerfall vergangen, als sich Heinz-Dieter Lüning erstmals auf den Weg in die ehemalige DDR macht. „Wir sind an einem lausig-kalten Februar in Treuenbrietzen angekommen“, sagt Lüning. Der FDP-Politiker war zu dem Zeitpunkt Mitglied im Nordwalder Gemeinderat. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 erinnert er sich an seinen ersten Besuch und die Anfänge der Partnerschaft zwischen der Gemeinde im Münsterland und der Kleinstadt in Brandenburg.

Es war ein Vorschlag des damaligen SPD-Ratsherren Klaus Krone , Kontakte zu der Sabinchenstadt etwa 70 Kilometer südwestlich von Berlin zu knüpfen. Krone hatte seine Kindheit dort verbracht, sagt Lüning. „Er gab den Anstoß.“ Auf einen Beschluss des Rates hin, sei zunächst ein Brief auf Verwaltungsebene nach Treuenbrietzen geschickt worden. Im Februar 1990 steuerte Lüning gemeinsam mit Ehefrau Doris sowie dem damaligen Nordwalder Gemeindedirektor Johannes Giesen und dessen Ehefrau, Klaus Krone mit Ehefrau stießen später dazu. „Damals ging die Wende ja eigentlich erst so richtig los“, sagt Lüning. „Das war noch vor der Währungsunion. Es gab noch Ostmark.“

Es war ein Samstag, als sie in Treuenbrietzen ankamen, erinnert sich das Ehepaar Lüning. „Wir haben eine fast verdunkelte Stadt vorgefunden“, erklärt Lüning. Der Geruch von Braunkohle lag ständig in der Nase. Weil dort viele mit Braunkohle heizten, hätten vor den Häusern immer Berge von dem Gestein gelegen. Im DDR-Ferienlager Dietersdorf, in kleinen Holzhütten, waren die Ehepaare Lüning und Giesen untergebracht. „Die Leute waren alle unheimlich nett“, erinnert sich Doris Lüning. Ihr Mann ergänzt: „Die persönliche Note kann man als vorzüglich bezeichnen.“ Sie seien auf eine offene, empfangsbereite Gesellschaft getroffen.

Am Sonntag, einen Tag nach Anreise, wohnten die Nordwalder einem Gottesdienst beim Pfarrer bei. Nicht in der Kirche, die wurde damals nicht beheizt, sondern im Wohnzimmer des Pfarrers. Am Montag teilte sich die sechsköpfige Nordwalder Delegation. Während die Männer als politische Vertreter in der Stadtverordnetenversammlung von Treuenbrietzen zu Gast waren, absolvierten die Frauen ein anderes Programm, besichtigten unter anderem eine Schule. „Wir kamen als Gäste dazu, haben uns kurz vorgestellt und Perspektiven der Zusammenarbeit eröffnet“, sagt Heinz-Dieter Lüning über seinen Besuch in der Stadtverordnetenversammlung. „Daraus geworden ist ein reger Austausch zwischen Treuenbrietzen und Nordwalde.“ Über Jahre hinweg entwickelte sich eine Verbindung vor allem auf offizieller Ebene. Mitarbeiter der Verwaltung in Treuenbrietzen hospitierten in Nordwalde, um den üblichen Verwaltungsablauf in Westdeutschland kennenzulernen. „Das hat dazu geführt, dass die Nordwalder Hundesteuer-Satzung Eins-zu-eins in Treuenbrietzen übernommen wurde“, sagt Lüning. Um die Kontakte in die brandenburgische Stadt kümmerte sich damals der Partnerschaftsausschuss, der parallel die Beziehungen nach Amilly pflegte. Seit 1990 waren sich Nordwalde und Treuenbrietzen partnerschaftlich verbunden, 2004 besiegelten sie offiziell ihre Partnerschaft. „Irgendwann hat die Politik gesagt, alles, was die Verwaltung angeht, ist ausgetauscht“, so Lüning. „Jetzt kann auf privater Ebene die Kommunikation verfestigt werden.“ Heute pflegt der Partnerschaftsverein die Verbindungen, aber auch die Feuerwehr oder die Werbegemeinschaft.

Das Ehepaar Lüning war nach seinem ersten Besuch im Februar 1990 viele Male in Treuenbrietzen. Zum jetzigen Bürgermeister Michael Knape hält es engen Kontakt. Wenn Gäste aus Brandenburg in Nordwalde waren, haben nicht selten welche bei der Familie Lüning übernachtet. „Wenn jemand kommt, wir hatten gerne ein offenes Haus“, sagt Doris Lüning, Das Treuenbrietzen aus dem Jahr 1990 sei mit dem heutigen nicht zu vergleichen. „Damals gab es Häuser, die standen noch so, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg stehen geblieben sind“, erinnert sich Lüning an den Besuch vor fast 30 Jahren. „Heute ist das eine moderne Gesellschaft. Die ganze Infrastruktur ist modernisiert. Man kann sagen, aus Treuenbrietzen ist eine blühende Stadt geworden.“

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