Musical „Krach bei Bach“ begeisterte in der voll besetzten Pfarrkirche
Betonköpfe mussten klein beigeben

Nordwalde -

Auch wenn der nach heutigen Maßstäben eher nur als ein laues Lüftchen daher kam, er hat Spaß gemacht. Denn was Nordwaldes agiler kirchenmusikalischer Unruhegeist Thorsten Schlepphorst, gemeinsam mit der Aufbaustufe des Kinderchores, der Mädchenkantorei, dem „Projektchor P22“ und befreundeten Sängern aus Telgte am Sonntagabend in St. Dionysius als Musical zur Aufführung brachte, erwies sich als feinsinnige, anspruchsvolle Unterhaltung.

Montag, 18.11.2019, 16:20 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 14:24 Uhr
Johann Sebastian Bach sorgte mit provokanten Texten für Ärger bei seinen Vorgesetzten. Man wollte ihn sogar ablösen. Seine Kinder proben den Aufstand mit.
Johann Sebastian Bach sorgte mit provokanten Texten für Ärger bei seinen Vorgesetzten. Man wollte ihn sogar ablösen. Seine Kinder proben den Aufstand mit. Foto: Dieter Klein

Auch wenn der „Krach bei Bach“ nach heutigen Maßstäben eher nur als ein laues Lüftchen daher kam, er hat Spaß gemacht. Denn was Nordwaldes agiler kirchenmusikalischer Unruhegeist Thorsten Schlepphorst, gemeinsam mit der Aufbaustufe des Kinderchores, der Mädchenkantorei, dem „Projektchor P22“ und befreundeten Sängern aus Telgte am Sonntagabend in St. Dionysius als Musical zur Aufführung brachte, erwies sich als feinsinnige, anspruchsvolle Unterhaltung.

Krach bei Bach

1/19
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein
  • Foto: Dieter Klein

Und die Nordwalder dankten es, denn die Pfarrkirche Dionysius war komplett gefüllt. Schließlich war ja auch für jeden was dabei: Ein bisschen Bach, ein bisschen Pop, ein wenig Zoff, ein wenig Mysterium und schließlich die ganze Bachsippe, die damals – man schreibt den 12. August 1736 – aus Vater Johann Sebastian, Mutter Anna Magdalena sieben Kindern und etlichen anderen Verwandten besteht. Später, am Ende seiner zweiten Ehe, wuchs die Zahl an Bachschen Sprösslingen gar auf 20. Doch damit ein Musical zu kreieren, hätte selbst die Dimension des an sich schon übergroßen Nordwalder Altarraums gesprengt.

Nun, mit den sieben Minibachs schafften die Autoren Rainer Bohm (Musik) und Gabriele Timm (Text), hier unter der Regie von Anik Heckötter-Hartel und eben Thorsten Schlepphorst, ein aufwendiges, unterhaltsames Gesangsspiel um Ehrgeiz, Neid und familiäre Reibereien.

Aktuell: Bei Bachs gibt es an diesem Sonntagmittag Möhreneintopf. Nicht gerade das Lieblingsessen der aufmüpfigen Jugend für einen Sonntag. Aber Papa Bach hat das Sagen.

Doch auch vom Chor in der Thomaskirche klingt es eher kritisch verschnupft und übermüdet, denn fröhlich fromm: „Was hat der Herr sich nur gedacht, als er den Sonntag hat gemacht...?“ Fazit: „Man wolle sich lieber erholen, als singen zu müssen.“ Folgert aber auch spöttisch: „Ohne Thomaner bleibt Musik den Leipzigern im Halse stecken....“

Während sich die vier Thomanerchöre aufmachen, um in den verschiedenen Kirchen Leipzigs zu singen, schreibt Papa Bach an provokanten Texten, mit denen er die „Betonköpfe“ der Administration bewusst verärgern will. Allen voran seinen Spezi, Rektor Ernesti, der seinen disziplinlosen Bach gegen einen völlig unmusikalischen Präfekten ersetzen will.

Bach streikt, riskiert seine Stellung. Und das missfällt dem Clan. Obwohl Mutter Anna Magdalena inzwischen heimlich einen Brief zurückhält, in dem ihrem Mann ein lukrativer Job am württembergischen Hof geboten wird. Ein Fake?

Die Kinder proben beim „Thomaner-Rock‘n Roll“ einen Aufstand gegen die Thomanerschule. Dabei hatten sie die Wesen Laster, Tugend, Kunst und Tod übersehen, die sich in das Geschehen einmischen.

Bach komponiert sich die Finger wund, mit Erfolg. Die Thomaner und das Leipziger Kirchenvolk solidarisieren sich gegen die „Betonköpfe“.

Die Chöre jubilieren: „Hört den Klang, der Zeit und Ewigkeit verbindet. Menschenfreuden, Engelstränen finden sich in Bachschen Tönen.“ Die fröhlichen Mienen der Zuhörer in der Kirche verraten: So lieben wir Bach.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7075087?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker