Nahost-Vortrag von Jürgen Hübschen
Westen für Krisen verantwortlich

Nordwalde -

Seit Jahrzehnten vergeht kein Tag, an dem nicht über die Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten in den Medien berichtet wird. Ein profunder Kenner der Region ist der Autor und Oberst a.D. Jürgen Hübschen.

Montag, 18.11.2019, 16:23 Uhr
Pfarrerin Janine Hühne (2.v.r.) kündigte im Bispinghof Jürgen Hübschen (r.) an, der am Sonntag über die Lage im Nahen und Mittleren Osten referierte.
Pfarrerin Janine Hühne (2.v.r.) kündigte im Bispinghof Jürgen Hübschen (r.) an, der am Sonntag über die Lage im Nahen und Mittleren Osten referierte. Foto: Matthias Lehmkuhl

Der gebürtige Coesfelder war am Sonntag auf Einladung des Fördervereins des Bispinghofes und der Evangelischen Kirche im Bispinghof. Der 74-jährige ehemalige Berufssoldat spannte vor rund 30 Gästen einen Bogen von der Entstehung der verschiedenen Krisenherde im Nahen und im Mittleren Osten bis zur aktuellen Situation. Das Thema seines Vortrags: „Von Tunesien bis Afghanistan – ein Überblick über die verfehlte und verantwortungslose Politik des Westens in dieser Region.“

In seiner mehr als 40 Jahre langen Zeit als Berufssoldat der Luftwaffe , war Hübschen von 1986 bis 89 als Militärattaché bei der Deutschen Botschaft in Bagdad (Irak) beschäftigt. „Das Elend in dieser Region ist durch die verfehlte Politik des Westens entstanden“, so der Referent.

Der „Arabische Frühling“ habe nicht erst 2011 in Tunesien und Libyen, sondern bereits 20 Jahre früher in Algerien begonnen. Tunesien sei das einzige Land, das versucht, sich aus sich heraus zu erneuern. In Libyen sei der Sturz des damaligen Machthabers Gaddafi nie ein Thema gewesen. „Jetzt ist das Land kaputt“, konstatierte Hübschen lapidar. Die Ägypter hätten Mursi demokratisch gewählt. „Dem Westen passte das nicht. Jetzt wird das Land von General As-Sisi diktatorisch regiert. Schlimmer als noch unter Mubarak“, erläuterte der ehemalige Oberst.

Bahrain sei seit der Invasion von Saudi-Arabien beeinflusst. Die Proteste in Syrien seien anfangs friedlich verlaufen. Doch plötzlich seien Waffen im Spiel gewesen. „Meine persönliche Meinung: Der amerikanische Geheimdienst hat die Finger im Spiel. Die CIA ist mittlerweile ein Staat im Staat.“ Amerika habe zu spät begriffen, welche Gefahr vom Islamischen Staat (IS) ausgehe. Im Gegensatz zu Russland, das von Machthaber Assad um Hilfe gebeten wurde, sei die Türkei völkerrechtswidrig einmarschiert. „Und die Menschen dort müssen es ertragen.“

Im Irak und Libanon wachse der Einfluss des Irans, der als einziges Land in der Region kein arabisches sei. „Das sind Perser und die sind sehr tapfer“, unterstrich Hübschen. Der übelste Staat dieser Region sei jedoch Saudi-Arabien. Hübschen: „Die Saudis wollen die Vorherrschaft im Nahen Osten.“ Das wunderschöne Land Jemen sei ein Spielball der Muslime.

„Israel verstößt permanent gegen das Völkerrecht“, setzt sich Hübschen kritisch mit dem jüdischen Staat auseinander. Der Krieg in Afghanistan sei nie weg gewesen, so Hübschen und schloss: „Wer sich in kriegerische Auseinandersetzungen einmischt, muss wissen, wie der Frieden danach aussieht und hat die Pflicht zur Nachsorge.“

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