Weniger Streusalz beim Winterdienst
Der Bauhof setzt auf Sole

Nordwalde -

Wenn die Straßen vereist waren, hat der Winterdienst bislang häufig Streusalz verwendet. Künftig soll dafür Sole, eine Salz-Wasser-Lösung, eingesetzt werden. Der Bauhof will aus mehreren Gründen umschwenken.

Freitag, 29.11.2019, 17:50 Uhr
Bauhof-Leiter Norbert Schröer, Michael Roß (M.) und Reinhard Bettermann (l.) stellten den Sole­erzeuger vor. Statt Salz wird künftig vermehrt die Salz-Wasser-Lösung verstreut.
Bauhof-Leiter Norbert Schröer, Michael Roß (M.) und Reinhard Bettermann (l.) stellten den Sole­erzeuger vor. Statt Salz wird künftig vermehrt die Salz-Wasser-Lösung verstreut. Foto: Vera Szybalski

Während sich viele Kinder auf den 1. Dezember freuen, weil sie das erste Kläppchen ihres Adventskalenders öffnen können, ist das Datum für die Mitarbeiter vom Winterdienst mit frühem Aufstehen verbunden. Um 4 Uhr werfen sie einen ersten Blick auf die Straße, um zu kontrollieren, ob die Wege vereist sind. „Es gibt neuralgische Punkte, bei denen sie gucken, ob die Straße glatt ist“, sagt Bauhof-Leiter Norbert Schröer. Wenn die Wege dort vereist sind, können sich die Winterdienst-Mitarbeiter auf Arbeit einstellen. Besonders die Zeit bis zum Sonnenaufgang ist kritisch.

Wenn gestreut werden muss, dann künftig vermehrt mit Sole und weniger mit Streusalz. „Wir wollen aus mehreren Gründen umschwenken“, sagt Schröer. Dazu gehört, dass der Bauhof den Salzverbrauch reduzieren möchte, um die Umwelt zu schonen. Die verwendete Sole ist eine Salz-Wasser-Lösung mit 22 Prozent Salzgehalt. „Wir haben also fast dreiviertel Salz weniger.“ Die Sole bietet noch einen anderen Vorteil: „Die bleibt auf der Straße und greift schneller an“, sagt Schröer. Beim Streusalz besteht die Gefahr, dass es weggeweht wird.

Nicht mehr auf andere angewiesen

Während sich der Bauhof in den vergangenen Jahren Sole bei den Kollegen aus Altenberge oder vom Kreis Steinfurt besorgen musste, können die Nordwalder die Salz-Wasser-Lösung jetzt selbst herstellen. Die Gemeinde hat im Sommer für circa 13 000 Euro einen Soleerzeuger gekauft. „Bislang waren wir auf andere angewiesen“, sagt Schröer, der sich freut, dass diese Zeit vorbei ist. Denn: „Das Hin- und Herfahren kostet ja auch Zeit.“

Mit einem Arbeitsgang stellt der Soleerzeuger 5000 Liter der Salz-Wasser-Lösung her. Das dauert etwas zwei bis drei Stunden und läuft voll automatisch. Mit dem Streufahrzeug kann der Bauhof 1200 Liter Sole transportieren. Für eine große Runde mitsamt der Schulbuslinien benötigte der Bauhof zuletzt etwa sieben Tonnen Salz. Die Mitarbeiter gehen davon aus, dass sie künftig weniger Salz benötigen. Wie viel genau, das wird die Erfahrung zeigen. In diesem Jahr musste der Winterdienst noch nicht ausrücken.

Die vergangenen Winter waren eher mild

Der Soleerzeuger steht auf dem Bauhof in einer von den Mitarbeitern selbst gebauten Hütte. „Das ist ein alter Unterstand vom Schulhof der Wichernschule“, erklärt Schröer. Den haben er und seine Kollegen so umgebaut, dass er ihren Wünschen entsprach und neben dem Soleerzeuger noch mehrere Gerätschaften beherbergen kann.

Vom 1. Dezember bis 31. März sind zwei Kolonnen im Schichtsystem offiziell im Winterdienst. Alle zwei Wochen wechseln sie. In einer Kolonne arbeiten vier Mann. Sie sorgen nicht nur mit dem großen Streuanhänger, sondern auch zu Fuß dafür, dass die Straßen und Wege sicher zugänglich sind. Die vergangenen Winter waren eher mild. „Den letzten harten Winter hatten wir 2010“, sagt Schröer. Kommt aber wieder ein harter Winter, ist der Bauhof mit dem Soleerzeuger dafür gerüstet.

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