Vortrag im Schlaumacher
Wann Rentner Steuern zahlen

Nordwalde -

Rentner müssen keine Steuern zahlen? Das ist ein hartnäckiges Gerücht, sagt Roswitha Floer. Sie klärte Interessierte anhand von Beispielen über das Thema auf. Eine Erkenntnis dabei: Mit wie viel Prozent eine Rente besteuert wird, hängt vom Eintrittsjahr in die Rente ab.

Freitag, 20.12.2019, 07:00 Uhr
Roswitha Floer hielt im Schlaumacher einen Vortrag zum Thema „Müssen Rentner Steuern zahlen?“. Sie warnte: Es ist ein Gerücht, dass Rentner keine Steuern zahlen müssen.
Roswitha Floer hielt im Schlaumacher einen Vortrag zum Thema „Müssen Rentner Steuern zahlen?“. Sie warnte: Es ist ein Gerücht, dass Rentner keine Steuern zahlen müssen. Foto: Sigrid Terstegge

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“, lautet ein geflügeltes Wort antiker Philosophen. Und das beschrieb das recht gut die Stimmung vieler, die am Mittwochnachmittag beim Vortrag von Roswitha Floer zum Thema „Müssen Rentner Steuern zahlen?“ im Schlaumacher waren.

„Es ist ein hartnäckiges Gerücht, dass Rentner keine Steuern zahlen müssen“, warnte Floer direkt am Anfang. Da gebe es viel Verunsicherung. 2004 wurde die Rente noch mit 50 Prozent veranlagt. Da mussten Renten selten besteuert werden. Seitdem steigt die Versteuerung stetig an bis zum Betrag von 100 Prozent Versteuerung im Jahr 2040. Mit wie viel Prozent eine Rente besteuert wird, hänge immer vom Eintrittsjahr in die Rente ab.

Einen Fachmann zurate ziehen

So hatte Floer ein Beispiel mitgebracht. Ein Rentenbezieher, der im Jahr eine Bruttorente von 15 600 Euro bezieht, liegt nach Abzügen bei Rentenbeginn im Jahr 2013 bei einem Betrag von 8987 Euro. Ihm werden 66 Prozent besteuert. Hat der Rentenbezug 2015 angefangen, sind schon 70 Prozent fällig, was 50 Euro Steuern bedeuten würde. Auf 70 Prozent und eine Steuerzahlung von 166 Euro steigt der Betrag an bei Rentenbeginn in 2018. „Dabei liegt der Grundfreibetrag 2018 bei 9000 Euro“, erläuterte Floer.

Sie riet allen, einmal einen Fachmann auf die Bescheide schauen zu lassen. Dann sei man auf der sicheren Seite, ob man zahlen müsse oder nicht. Auch bei Rentenerhöhungen sei Vorsicht geboten, wie die sich auswirke und ob vielleicht die Freibeträge erhöht wurden. Betriebsrenten müssten meist zu 100 Prozent besteuert werden.

Bei verspäteten Abgaben drohen Zuschläge

„Die Computer im Finanzamt haben alle Daten und arbeiten das automatisch ab“, so Floer. Die Sachbearbeiter schauten persönlich meistens nur bei Spezialfällen auf die Erklärungen. Inzwischen drohen bei verspäteten Abgaben der Erklärungen Verspätungszuschläge. Da gebe es keinen Spielraum mehr für die Sachbearbeiter. „Und keiner wird vergessen“, mahnte Floer.

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