Orgelkonzert von Ludger Lohmann
Das Publikum bringt sich ebenfalls ein

Nordwalde -

Er war nicht das erste Mal in Nordwalde zu Gast. Nicht das erste Mal überzeugte er sein Publikum: Organist Ludger Lohmann läutete mit Werken des Thomaskantors Bach den zweiten Teil der Reihe „Bach 1720“ ein. Das Thema „Weihnachten“ war dabei sehr präsent. Und das Publikum war aufgefordert, sich einzubringen.

Montag, 13.01.2020, 18:00 Uhr
Der hochkarätige Organist Ludger Lohmann vor der Bensmann-Mencke Orgel in St. Dionysius. Er läutete mit seinem Konzert am Sonntag den zweiten Teil der Reihe „Bach 1720“ ein.
Der hochkarätige Organist Ludger Lohmann vor der Bensmann-Mencke Orgel in St. Dionysius. Er läutete mit seinem Konzert am Sonntag den zweiten Teil der Reihe „Bach 1720“ ein. Foto: Rainer Nix

Als eines von Johann Sebastian Bachs „lieblichsten Werken seiner Gattung“ bezeichnete Organist Ludger Lohmann am Sonntag das Präludium und Fuge A-Dur, Bachwerkeverzeichnis (BWV) 536. Mit dieser Komposition läutete Lohmann, Organist und Professor an der Musikhochschule Stuttgart, den zweiten Teil des Orgelzyklus‘ mit Werken des Thomaskantors Bach in St. Dionysius ein. Bestechend war die ideale Kombination von technischer Brillanz des Ausführenden sowie den ausdrucksstarken Werken eines der bedeutendsten Musikers der Geschichte.

Insgesamt war das Thema „ Weihnachten “ sehr präsent. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Bach insgesamt sehr viele weihnachtliche Kompositionen zu Papier brachte. Auch mehrere Stücke aus dem „Orgelbüchlein“ wurden zu Gehör gebracht, so etwa „Vom Himmel hoch da komm‘ ich her“, „Vom Himmel kam der Engel Schar“ und „Gottes Sohn ist kommen / Gott durch deine Güte“.

Der Komponist legte die Sammlung choralgebundener Orgelstücke als Choralvorspiele bereits zu Beginn seiner sogenannten „Weimarer Zeit“ um 1708 an. Letztlich enthält das Orgelbüchlein hauptsächlich Kompositionen, die von 1712 bis 1717 in Weimar entstanden.

Zweifel an Bachs Urheberschaft

Auch das Publikum war aufgefordert, sich einzubringen. So sang es die Choräle „In dulci jubilo“ und „Vom Himmel hoch da komm ich her“ unter der Leitung des Kirchenmusikers Thorsten Schlepphorst mit. Bei der „Pastorella F-Dur BWV 590“, Bachs weihnachtlicher Hirtenmusik, wurden in der Vergangenheit bereits Zweifel an Bachs Urheberschaft laut. Die suitenartige Gruppe aus vier Einzelsätzen orientiert sich stark an italienischen Vorbildern, was manche Musikwissenschaftler kritisch stimmte.

Der Komponist greift Melodie und Musizierstil von Hirten auf, die früher zu Weihnachten in die ewige Stadt Rom zogen um dort mit Pfeifen, Schalmeien und Dudelsack vor den Kirchenkrippen das Christuskind zu ehren. Über weite Strecken ist der Choral relativ simpel gehalten, was durch expressive Passagen kontrastiert wird.

Nach zahlreichen weiteren Kompositionen endete das Konzert von Lohmann mit dem Präludium und Fuge C-Dur, BWV 545, das mit majestätischen Akkordfolgen beginnt. Es war ein weiteres erbauliches Konzert der Reihe „Bach 1720“. Diese soll das Publikum auch bei den nächsten Konzerten begeistern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7190849?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Nachrichten-Ticker