Verantwortliche blicken optimistisch in die Zukunft
„Die Jubi ist auch ein Gefühl“

Nordwalde -

Es ist ein Jahr her, dass die evangelische Jugendbildungsstätte vor einer unsicheren Zukunft stand. Seitdem ist viel passiert. Das selbst gesteckte Ziel der Übernachtungen wurde erreicht, ein neuer Geschäftsführer gefunden und jetzt arbeitet ein Kuratorium daran, die Jubi zu einem Zentrum für nachhaltiges Handeln auszubauen.

Freitag, 24.01.2020, 19:09 Uhr
Wollen die evangelische Jugendbildungsstätte in eine erfolgreiche Zukunft führen: Simone Schulz, Vorsitzende des Jubi-Trägervereins, und ihr Stellvertreter Rolf Krebs.
Wollen die evangelische Jugendbildungsstätte in eine erfolgreiche Zukunft führen: Simone Schulz, Vorsitzende des Jubi-Trägervereins, und ihr Stellvertreter Rolf Krebs. Foto: Vera Szybalski

Vor einem Jahr war unklar, wie die Zukunft der evangelischen Jugendbildungsstätte (Jubi) aussieht. Heute kann Rolf Krebs sagen: „Wir haben auf allen Ebenen erreicht, dass die Jubi anerkannt und nicht mehr gefährdet ist.“ Dafür haben der stellvertretende Vorsitzende des Trägers, dem Verein für evangelischen Jugendpflege, und seine Mitstreiter viel getan.

Sie haben eine finanzielle Neukalkulation vorgenommen, das inhaltliche Konzept überarbeitet und um Unterstützung für eine entscheidende Satzungsänderung des Trägervereins getrommelt. Seitdem können auch Privatpersonen, Vereine und Organisationen dort Mitglied werden und nicht mehr nur evangelische Kirchengemeinden. Der Verein hat mittlerweile 51 Mitglieder. Nicht nur in Nordwalde, sondern auch über die Grenzen des Münsterlandes hinaus haben Trägervereins-Vorsitzende Simone Schulz und Rolf Krebs für die Jubi geworben.

Jugendkammer unterstützt die Jubi weiter

Eine wichtige Nachricht kam zuletzt von der Jugendkammer der evangelischen Kirche in Westfalen: Diese hatte einstimmig beschlossen, die Jubi weiter finanziell zu unterstützen. Das Geld der Jugendkammer ist die wichtigste Einnahmequelle des Bildungshauses. „Das ist tatsächliche kirchliche Unterstützung für die Jugendarbeit“, sagt Simone Schulz.

Die Jubi bleibt ein kirchliches Haus, auch wenn aus dem evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken seit diesem Jahr kein Geld mehr in die Jubi fließt. Dieser Beschluss hatte die Fragen nach der Zukunft der Einrichtung aufgeworfen. Die Liquidität des Bildungshauses ist durch eine Rücklage in Höhe von 450 000 Euro gesichert. Die Rücklage ist zum Teil aus eigenerwirtschafteten Mitteln und zum Teil aus der 200 000-Euro-Spende einer Privatperson zusammengekommen.

Alle sind sehr emotional bei der Sache. Das ist nicht schlecht, das hat ordentlich Aufwind gegeben.

Simone Schulz

Dass die Verantwortlichen die Finanzen genau im Blick haben, beweist die Einstellung des neuen Geschäftsführers. „Wir hätten Arbeit für anderthalb Stellen“, sagt Schulz. Sebastian Richter wird aber am 1. April mit einer halben Stelle als neuer Leiter anfangen. „Das ist das, was sich die Jubi leisten und tragen kann.“ Richter arbeitet zudem mit halber Stelle im jugendpolitischen Bereich der evangelischen Kirche von Westfalen.

Bei den Belegungen erhofft sich der Trägerverein einen Anstieg. Im vergangenen Jahr wurde mit 17 000 Übernachtungen das selbst gesteckte Ziel erreicht. Für 2020 erhoffen sich die Verantwortlichen 20 000 Übernachtungen. Zudem entwickeln sie einen Renovierungsplan. In kleinen Schritten über mehrere Jahre soll umgebaut werden. Der Betrieb läuft derweil weiter.

Ein aufregendes Jahr

Wenn es um die Zukunft der Jubi geht, geht es aber nicht nur um nackte Zahlen, sondern auch um ein Gefühl. Neben Simone Schulz und Rolf Krebs engagierten sich vor einem Jahr vor allem auch Reinhold Hemker, Christian Elfers und Pfarrer Thomas Ring in der Pro-Jubi-Initiative. „Die ‚Retter der Jubi‘ sind aus der Jubi heraus entstanden“, sagt Schulz über die Gruppe. „Die kamen nicht als Fremdkörper von außen. Alle hatten eine Verbindung zur Jubi, eine Geschichte mit der Jubi. Alle sind sehr emotional bei der Sache. Das ist nicht schlecht, das hat ordentlich Aufwind gegeben.“

Die Vorsitzende des Trägervereins weiß aber, dass nicht alle Gäste in den nächsten zehn bis 15 Jahren eine Bindung zum Haus haben. „Die Frage ist: Wie kriegen wir das hin?“, sagt Schulz. Denn: „Die Jubi ist auch ein Gefühl.“ Die Altenbergerin und ihre Mitstreiter arbeiten daran, das Bildungshaus in Nordwalde und der Region mehr zu verorten. „Ich war bei Unternehmern, die sagten: Wir kennen die Jubi, die gehört zu Nordwalde, aber wir waren noch nie drin“, sagt Rolf Krebs. Diese Fälle soll es künftig weniger geben. Deshalb wollen die Verantwortlichen die Einrichtung beispielsweise bei einem Tag der offen Tür oder mit Ständen auf Messen oder Festen präsentieren.

„Es war für uns alle ein sehr aufregendes Jahr“, sagt Simone Schulz. Sie merkt mittlerweile aber: Der Gegenwind lässt nach. „Wir sind überrascht, dass wir so viel Zuspruch haben. Das Vertrauen ist da.“ Rolf Krebs bewertet die Situation der Jubi ähnlich: „Wir sind sehr optimistisch und motiviert. Das ist etwas, das sich auch auf die Mitarbeiter überträgt. Der Drive ist anders.“ Schulz, Krebs und Co. arbeiten weiter daran, die Jubi in eine rosige Zukunft zu führen.

 

Neuer Schwerpunkt

Mit der allgemeinen Jugendarbeit und Inklusion hat die Jubi bereits zwei Schwerpunkte, nun wird der dritte aufgebaut: Nachhaltigkeit. Für die inhaltliche Arbeit ist das Kuratorium zuständig, das sich im Dezember 2019 konstituiert hat. Vorsitzender ist Reinhold Hemker. Das Kuratorium soll in Kooperationen mit verschiedenen Institutionen, wie Umweltorganisationen, die Jubi zu einem Zentrum für nachhaltiges Handeln ausbauen. „Klima, Naturschutz, Bewahrung der Schöpfung – das spielt alles ineinander“, sagt Rolf Krebs. „Wir glauben, dass das die Jugend wirklich bewegt“, ergänzt Simone Schulz. Die Jubi selbst soll ebenfalls nachhaltiger werden. Das wird beim anstehenden Umbau eine wichtige Rolle spielen.Die Mitgliederversammlung des Trägervereins findet am 18. Februar (Dienstag) um 19 Uhr in der Jubi statt.

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