Literarisch-kulinarischer Abend zu Erhardt
Körper und Geist werden verwöhnt

Nordwalder -

Das Leben von Heinz Erhardt, aber auch die Erhardtsche Wortkunst waren Thema beim literarisch-kulinarischen Abend im St.-Augustinus-Altenzentrum. Als Gast war Christian Ludewig aus Bielefeld angereist. Er ist Spezialist für den bekannten Komiker Erhardt.

Samstag, 08.02.2020, 08:23 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 08:30 Uhr
Christian Ludewig unterhielt die Gäste beim literatisch-kulinarischen Abend mit Geschichten aus dem Leben von Heinz Erhardt. Er lieferte auch Beispiele zur Wortkunst des Komikers.
Christian Ludewig unterhielt die Gäste beim literatisch-kulinarischen Abend mit Geschichten aus dem Leben von Heinz Erhardt. Er lieferte auch Beispiele zur Wortkunst des Komikers. Foto: Sigrid Terstegge

Die Küche des St.-Augustinus-Altenzentrums hatte mit den Vorbereitungen zum literarisch-kulinarischen Menü bereits am Mittwoch angefangen. Am Donnerstagabend durften dann 80 Gäste Kartoffelsuppe, Entenkeule, Schokokuchen und Co. genießen. „So ein Menü bieten wir etwa vier Mal im Jahr an“, erzählte Petra Drees, Leiterin der sozialen Dienste im Altenzentrum.

Doch nicht nur der Körper wurde verwöhnt, sondern auch der Geist. Als Gast war Christian Ludewig aus Bielefeld angereist. Er ist Spezialist für den bekannten Komiker, Musiker, Schauspieler und Dichter Heinz Erhardt . Zwischen Kartoffelsuppe und Entenkeule erzählte Ludewig zahlreiche interessante Geschichten aus dem Leben von Heinz Erhardt.

Kindheit und Jugend waren nicht einfach

Dieser hätte am Freitag seinen 111. Geburtstag feiern können. „Er kann sogar zwei Mal feiern“, so Ludewig. In Riga geboren, hatte Erhardt nach russischer Zeitrechnung am 7. und nach europäischer am 20. Februar Geburtstag. „Die Russen waren uns zeitmäßig voraus“, habe Erhardt immer gescherzt, so Ludewig.

Erhardts Kindheit und Jugend seien nicht einfach gewesen. Seine Eltern ließen sich scheiden. Bis zur Einschulung wuchs Erhardt hauptsächlich bei den Großeltern auf. Dann holte ihn seine Mutter nach St. Petersburg, wo er aber nur kurz blieb. Mit zehn Jahren siedelte Erhardt zu seinem Vater in die Nähe von Hannover über. Schließlich kehrte er wieder nach Riga zurück.

Köche und Helfer zaubern das Essen beim literatisch-kulinarischen Abend zu Heinz Erhardt auf die Teller.

Köche und Helfer zaubern das Essen beim literatisch-kulinarischen Abend zu Heinz Erhardt auf die Teller. Foto: Sigrid Terstegge

Insgesamt 15 Schulwechsel machte Erhardt mit. Ohne Abschluss verließ er das Gymnasium. Den Musikalienhandel seines Großvaters sollte er übernehmen, wozu er aber gar keine Lust hatte. Mit 13 Jahren hat er sein erstes Gedicht „Das Blümelein“ geschrieben. In der Schule war er schon Mitglied der Laienspielgruppe – es zog ihn auf die Bühne.

Wortspiele und verdrehte Redewendungen

„Als Nichtschwimmer und Brillenträger war er ausgerechnet zur Marine einberufen worden“, schilderte Ludewig. Dort wurde Erhardt dann als Klavierspieler in der Truppenbetreuung beschäftigt. Mit seiner Frau Gilda Zanetti, Tochter des italienischen Konsuls in St. Petersburg, hatte er vier Kinder und 44 glückliche Ehejahre. Erfolgreich wurde Erhardt durch die Bekanntschaft mit Willi Schaeffers, der zahlreiche Künstler entdeckte. Erhardts Wortspiele und verdrehte Redewendungen machten ihn berühmt und dienten heutigen Künstlern, wie Otto Waalkes oder Willy Astor, als Vorbild.

Nach der Entenkeule und vor dem Schokokuchen präsentierte Ludewig noch etliche Beispiele der Erhardtschen Wortkunst.

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