Ingrid Landwehr liest in der Wichernschule
Plattdeutsche Sprache bewahren

Nordwalde -

Früher hat Ingrid Landwehr als Lehrerin an der Wichernschule unterrichtet. Jetzt war sie wieder an der Grundschule. Landwehr las den Schülern mehrere Geschichten vor. Ihr Faible für das westfälische Platt blieb dabei nicht unentdeckt.

Sonntag, 09.02.2020, 12:24 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 12:30 Uhr
Im Musikraum der Wichernschule waren bei der plattdeutschen Lesung nur faszinierte Kinder zu sehen.
Im Musikraum der Wichernschule waren bei der plattdeutschen Lesung nur faszinierte Kinder zu sehen. Foto: Rainer Nix

Die plattdeutsche Sprache wird heute nur noch in besonderen Kreisen gepflegt. Auf münsterländische Kinder wirkt diese einstmals alltägliche Art der Verständigung schon ein wenig exotisch. Ingrid Landwehr , ehemalige Lehrerin der Wichern-Grundschule, stammt zwar aus dem Rheinland, hatte jedoch ein Faible für das westfälische Platt. Sie brachte 2018 ein Märchenbuch mit plattdeutschen Passagen heraus.

Die Schüler ihrer ehemaligen Wirkungsstätte kamen am Freitag in den Genuss von Kostproben. Unter anderem hat Landwehr klassische Geschichten der Gebrüder Grimm und von Hans-Christian Andersen bearbeitet. Erzählt wird auf Hochdeutsch, die wörtliche Rede ist plattdeutsch formuliert.

Zeitgemäß aufgepeppte Geschichten

„Der gestiefelte Kater redet Platt“ lautet der verheißungsvolle Titel des Märchenbuches. „Mir ist es ein Anliegen, das Plattdeutsche auch für kommende Generationen zu bewahren“, betont Landwehr. Im Musikraum saßen erwartungsvolle Kinder, die sich an den zeitgemäß aufgepeppten Geschichten erfreuten. Schulsekretärin Lisa Wesbuer, nicht zuletzt durch’s Theaterspielen in der plattdeutschen Mundart bewandert, las die wörtliche Rede.

Unter anderem las Ingrid Landwehr „Der gestiefelte Kater“ und „Des Kaisers neue Kleider“ in der Wichernschule.

Unter anderem las Ingrid Landwehr „Der gestiefelte Kater“ und „Des Kaisers neue Kleider“ in der Wichernschule. Foto: Rainer Nix

Als erstes waren die zweiten Klassen an der Reihe. Schulleiter Johannes Neumayer stellte das einstige Mitglied des Lehrerkollegiums vor. Kleine Überraschung: Schon die Mutter eines der Kinder genoss bei der Autorin Unterricht.

Das funktioniert nur im Märchen

Der gestiefelte Kater parlierte auf Platt und das hört sich folgendermaßen an: „Du moss mi nich dautmaken. Laot mi laiwer een paar Stiewel maken.“ Man erinnere sich: Ein Müller hatte drei Söhne, der eine bekam nach seinem Ableben die Mühle, der nächste den Esel und für den dritten gab’s den Kater. Nicht gerade erbaut von diesem Erbe wollte der dritte Sohn sich zunächst eine Mütze aus dem Fell fertigen lassen, doch das clevere Viech hatte etwas dagegen.

„Du musst mich nicht töten, lass mir lieber ein paar Stiefel machen“, riet er seinem neuen Besitzer. Der gehorchte. Das Tier entging dem Tod und brachte es sogar zu einem Ministerposten. Das funktioniert allerdings wohl nur im Märchen. Die Illustrationen des Buches zeichnete Janik Hofmann, für die plattdeutschen Übersetzungen sorgte Paul Baumann.

Lisa Wesbuer übernahm die wörtliche Rede auf Platt.

Lisa Wesbuer übernahm die wörtliche Rede auf Platt. Foto: Rainer Nix

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