Krimilesung mit Musik der evangelischen Kirchengemeinde
Ein gelungenes Experiment

Nordwalde -

Krimi und Kirchengemeinde – das ist eine Kombination, die funktioniert. Das bewiesen Autor Rudi Müllenbach mit seinem Krimi „Grubenteufel“ die evangelische Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge. Für den musikalischen Part bei der Krimilesung mit Musik war „Sing Tonic“ zuständig.

Montag, 10.02.2020, 19:41 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 17:26 Uhr
Krimilesung mit Musik der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge: Autor Rudi Müllenbach zeichnete in seinem Krimi ein Ruhrgebiets-Szenario.
Krimilesung mit Musik der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge: Autor Rudi Müllenbach zeichnete in seinem Krimi ein Ruhrgebiets-Szenario. Foto: Rainer Nix

Ein syrischer Flüchtling stirbt in Bottrop auf offener Straße. Glücklicherweise ist das nur eine erfundene Geschichte. Darin hält der durch einen gezielten Schuss niedergestreckte Mann ein Pappschild mit der Aufschrift „Hunger“ in der Hand. Wie sich herausstellt, war er Mitglied einer Kolonne, die zum Betteln auf die Straße geschickt wurde. Das ist die Geschichte aus dem Krimi „Grubenteufel“, der aus der Feder von Rudi Müllenbach stammt.

Müllenbach ist pensionierter Lehrer aus Iserlohn-Letmathe, Rock‘n‘Roll-Sänger, Lokalradio-Mitarbeiter und Tennisspieler. Seiner Fantasie ist die literarische Existenz des Hauptkommissars Udo Bitze zu verdanken, der in diesem Roman einen psychopathischen Mörder jagt. Es ist bereits der vierte Fall des Kriminalisten.

Krimi und Kirchengemeinde – das funktioniert

Müllenbach und das musikalische Duo „Sing Tonic“ waren zur Krimilesung mit Musik zu Gast im Gemeindesaal der Christuskirche. Pfarrerin Janine Hühne von der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge sprach von dem „Experiment“, Menschen auch außerhalb von Gottesdiensten mit speziellen Events zusammen zu bringen. Es ist geglückt, Krimi und Kirchengemeinde – das funktioniert. Der Saal war voll besetzt.

Das Publikum fühlte sich gut unterhalten.

Das Publikum fühlte sich gut unterhalten. Foto: Rainer Nix

Müllenbach gestaltete seinen Roman abwechslungsreich und spannend. Mehrere Handlungsstränge laufen scheinbar nebeneinander her und treffen sich auf überraschende Weise zum Schluss. Da gibt es die Bluttat eines ehemaligen Zechenkumpels, der an einer posttraumatischen Hass-Störung leidet. Da sind die hoffnungsvollen Flüchtlinge und schließlich eine Bande Kleinkrimineller aus dem Ruhrgebiet. Sie will mit dem Diebstahl nobler Luxuskarossen das große Geld machen. Besonders spannend wird es, als die Ganoven „Knoten-Jürgen“, Brolle und Kalle ausgerechnet den 67er Ford Mustang Shelby des Psychopathen Brockmann klauen. Dieser findet das gar nicht gut.

Das Publikum singt mit

Musik war eine besondere Zutat dieses unterhaltsamen Abends: „Sing Tonic“ mit den bekannten Musikern Jochen Veith und Matthias Rohlmann sangen Titel der 80er-Jahre und frühere Hits. Mit „You’re so bad“ von Tom Petty starteten sie in den Abend und vergaßen nicht, das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Das funktionierte besonders gut bei dem Evergreen „Country Roads“ des viel zu früh verstorbenen John Denver. Die beiden spielten zwei Sets – vor und nach der Lesung.

Das Duo „Sing Tonic“ unterhielt vor allem mit Songs im Country-Style.

Das Duo „Sing Tonic“ unterhielt vor allem mit Songs im Country-Style. Foto: Rainer Nix

Sie waren nicht die einzigen Musiker an diesem Abend. Autor Müllenbach erwies sich als beeindruckender Sänger, der zwischen den Passagen seines Buches zum Mikrofon griff. Besonderer Gag: Sein Hauptkommissar Bitze ist eingefleischter Supertramp-Fan. So gab sein Schöpfer selbstverständlich bekannte Songs der Popmusik-Helden aus den 70er-Jahren, wie „Give a litte bit“, „Take the Long way Home“ und andere, zum Besten.

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