Premiere der Reihe „Freitags im grün!“
Biotopholz bedeutet Lebensraum

Nordwalde -

Der Begriff „Totholz“ hört sich wenig einladend an, hat für die Flora und Fauna aber eine große Bedeutung. Darüber sprach Dr. Burkhard Herzig bei seinem Vortrag zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Freitags im grün!“. Herzig erläuterte die Xylobius-Strategie.

Montag, 24.02.2020, 14:58 Uhr
Dr. Burkhard Herzig informierte auf Einladung der Bündnisgrünen über die Xylobius-Biotopholzstrategie in Staatswäldern.
Dr. Burkhard Herzig informierte auf Einladung der Bündnisgrünen über die Xylobius-Biotopholzstrategie in Staatswäldern. Foto: Rainer Nix

Als „Totholz“ werden abgestorbene Bäume oder Teile von Ihnen bezeichnet. Was sich wenig einladend anhört, hat für die Flora und Fauna in der Natur große Bedeutung. Dieses so genannte „Biotopholz“ ist Lebensstätte für Tiere, Pilze und Pflanzen. Anschaulich bebildert, informierte Dr. Burkhard Herzig zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Freitags im grün!“ des Grünen-Ortsverbandes Nordwalde in der Geschäftsstelle an der Emsdettener Straße über dieses vielfältige Thema.

Der Diplom-Forstingenieur und Ökologe ist beim „Landesverband Wald und Holz NRW“ für Naturschutzfragen im Staatswald zuständig und Experte für die Xylobius-Biotopholzstrategie. Darüber hinaus ist der Referent gemeinsamer Bürgermeisterkandidat der SPD, UWG und Bündnis 90/Die Grünen. Der Vorsitzende Jörg Ebbing zeigte sich erfreut über das Interesse am Vortrag.

Käferarten leben an absterbenden oder toten Bäumen

Herzig erläuterte die Xylobius-Strategie des Landesverbandes. Abgeleitet ist der Begriff vom griechischen „xylos“ (Holz) und „bios“ (Leben). Der Totholzvorrat in den Wäldern NRWs ist immens und liegt bei mehr als 19 Millionen Kubikmetern, bundesweit insgesamt bei 224 Millionen Kubikmetern. „Rund ein Viertel der 6500 in Deutschland vorkommenden Käferarten leben an absterbenden oder toten Bäumen“, erläuterte Herzig.

Von totem Holz, machte er deutlich, hängen zudem mehr als 2500 Pilzarten und ein Fünftel der gesamten Waldfauna ab. „Totholz ist noch gar nicht so lange Thema, doch mittlerweile ist sein Wert unbestritten“, so der Experte. Zum Erhalt der Artenvielfalt leistet Biotopholz einen entscheidenden Beitrag. Je älter der Wald, desto breiter gefächert ist besagte Vielfalt. Xylobius wird in Staatswäldern angewendet, hat jedoch keinen Gesetzescharakter und darf unter Nennung der Urheber von Privatwaldbesitzern und anderen übernommen werden.

Immer mehr Totholz-Bäume

Wie auch aus der eigens vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW herausgebrachten Broschüre „Xylobius – Biotopholz als Quelle der Vielfalt“ hervorgeht, wurde die Strategie 2014 eingeführt, seit 2015 wählen Förster die Biotopbäume im landeseigenen Wald aus. Sie werden markiert und mittels „Toughpads“ sowie einer entsprechenden App datenbankgerecht gelistet.

Die Statistik verrät, dass sich die Erfassungszahlen von Totholz-Bäumen von 5257 im Jahr 2015 auf 21456 in 2019 steigerten, so Herzig abschließend.

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