Intarsie aus dem Sitzungssaal werden eingelagert
Das Wappen ist gesichert

Nordwalde -

Das Nordwalder Rathaus wird abgerissen, ein Teil des Fußbodens im Sitzungssaal bleibt aber erhalten: Das Wappen der Gemeinde war in dem Dielenboden eingelassen. Nun ist die Intarsie ausgeschnitten worden und wird eingelagert. Im neuen Bürgerzentrum könnte sie wieder einen Platz finden.

Dienstag, 25.02.2020, 20:17 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 16:17 Uhr
Das Nordwalder Wappen (o.l.) war bislang im Fußboden des Sitzungssaals im Rathaus zu sehen. Restauratorin Birgit Engel-Bangen hat den Teil vom Fußboden kaschiert (u.l.) und ausgeschnitten. Auf der Rückseite des Bodens hat sie vermutlich den Namen der Firma gefunden, von der das Holz stammt: die Parkettfabrik Friedrich Theissing aus Münster.
Das Nordwalder Wappen (o.l.) war bislang im Fußboden des Sitzungssaals im Rathaus zu sehen. Restauratorin Birgit Engel-Bangen hat den Teil vom Fußboden kaschiert (u.l.) und ausgeschnitten. Auf der Rückseite des Bodens hat sie vermutlich den Namen der Firma gefunden, von der das Holz stammt: die Parkettfabrik Friedrich Theissing aus Münster. Foto: Vera Szybalski (2)/Gemeinde Nordwalde (2)

Die drei Bäume und das Schwert sind vermutlich nicht allen aufgefallen, wenn sie den Sitzungssaal des Rathauses betreten haben. Das Nordwalder Wappen war im Fußboden des Saals zu sehen. „War“, nicht „ist“, auch wenn das Rathaus noch nicht abgerissen wurde. Im Boden des Sitzungssaals klafft jetzt aber schon ein Lücke. Denn Restauratorin Birgit Engel-Bangen aus Havixbeck hat den Teil des Holzbodens, wo das Wappen zu finden war, bereits fachmännisch ausgeschnitten. Dieser könnte im neugebauten Bürgerzentrum wieder einen Platz finden. Deshalb wird der Teil der Dielen nun eingelagert.

„Das Wappen ist als Intarsie in den Holzboden eingelassen“, klärt Engel-Bangen auf. Eine Intarsie sei ein in Massivholz eingelagertes Furnier. „Ich denke, das Ebenholz in Eiche eingelassen ist. Das Wappen ist nur mit den Ornamenten zu sehen – den drei Bäumen und einem Schwert, die sind quasi freigestellt.“ Engel-Bangen vermutet, dass der Fußboden aus der Bauzeit des Nordwalder Rathauses stammt. Das Gebäude wurde im Jahr 1958 nach Plänen des Architekten Harald Deilmann erbaut.

Intarsie wird in einem Container gelagert

An mehreren Tagen hat die Restauratorin mit Kollegen daran gearbeitet, die Intarsie so zu verpacken, dass sie sicher eingelagert werden kann. Die Technik ist ähnlich, wie wenn ein Fresko von der Wand abgenommen wird. „Wir haben die Dielen im Vorfeld gereinigt“, sagt Birgit Engel-Bangen. Danach haben sie die Fläche mit Zeitungspapier kaschiert und anschließend mit Sperrholz geleimt. „Damit die Sichtfläche geschützt ist.“ Von der Rückseite wurden die Dielen verschraubt. „Das muss eine stabile Fläche sein, damit die transportiert werden kann“, erklärt Engel-Bangen.

Apropos Rückseite: Dort hat die Restauratorin einen grünen Stempel gefunden, der einen Hinweis dafür liefern dürfte, von wem der Dielenboden stammt: der Parkettfabrik Friedrich Theissing aus Münster. „Das ist wirklich total klasse“, freut sich Engel-Bangen über den Fund.

Weil die Intarsie insgesamt zu groß war, um sie in einem Stück aus dem Gebäude zu transportieren, sind Bäume und Schwert getrennt worden. Es wurde zudem etwas großflächiger um die Ornamente herum geschnitten. Die Intarsie wird nun eingelagert. „Die kann nicht in jeder Garage stehen“, sagt Birgit Engel-Bangen. „Wichtig ist, dass die unter stabilen klimatischen Bedingen eingelagert wird.“ In einer großen Containeranlage wird die Intarsie bleiben, bis ein neuer Platz für sie gefunden ist. Der Gemeinderat kann entscheiden, ob die Intarsie im neuen Bürgerzentrum wieder eingebaut werden soll und wenn ja, wo: ob wieder als Einlegearbeit im Fußboden oder als Wandelement.

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