23 Jahre alter Nordwalder wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen vor Gericht
Nase gebrochen und mit Pfefferspray gesprüht

Nordwalde -

Ein 23 Jahre alter Mann aus Nordwalde stand am Dienstag vor dem Amtsgericht Steinfurt. Ihm wurde in zwei Fällen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Dienstag, 10.03.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 17:42 Uhr

Gleich auf zwei Partys im vergangenen Jahr hat ein 23 Jahre alter Nordwalder sich Ärger mit Gästen eingehandelt. Der junge Mann musste sich am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.

Während einer Karnevalsparty am 3. März in Hövels‘s Festhalle Saerbeck soll der Nordwalder einem 19 Jahre alten Emsdettener mit einem Schlag die Nase gebrochen haben.

Wenige Wochen später, am 22. April, während einer Osterparty in der Borghorster Bauerschaft Dumte, soll er einem jungen Mann Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben. Weil das Opfer und eine Zeugin in der Nacht von Montag auf Dienstag kurzfristig nach Paris gefahren waren, konnte dieser Vorwurf nicht abschließend verhandelt werden.

Provoziert worden

Im Fall des Saerbecker Nasenbeinbruchs kam jedoch Licht ins Dunkel. Der Angeklagte schilderte, wie es dazu gekommen war. Hövel‘s Festhalle sei vor einem Jahr sehr voll gewesen. Es habe ein ziemliches Gedränge geherrscht. Dabei sei er wohl mit dem Beschuldigten aneinander geraten. „Ich bin von dem Opfer provoziert. Wir haben uns gegenseitig geschubst. Und als er mich wieder angreifen wollte, habe ich mich gewehrt und seine Nase wohl mit meinem Ellbogen getroffen“, gab der 23-Jährige die Verletzung im Gesicht zu. Er sei an diesem Abend relativ nüchtern gewesen. Das Opfer hingegen hatte etwa 1,5 Promille im Blut und offenbarte einige Erinnerungslücken. „Ich habe aus heiterem Himmel entweder die Faust oder den Ellbogen ins Gesicht bekommen“, fiel dem Emsdettener nur der Kontakt mit dem Angeklagten wieder ein. Auch Handyaufnahmen einer Freundin, die nach dem Kontakt vor der Festhalle gemacht wurden, brachten keine Klärung des Sachverhalts.

Der Verteidiger hielt dem Opfer vor, dass er der Polizei etwas ganz anderes gesagt habe. „Kann es sein, dass sie sich beide gestritten und provoziert haben und mein Mandant sich nur gewährt hat, weil sie ihn angreifen wollten?“, fragte der Rechtsanwalt. „Kann sein!“ antwortete der Emsdettener. „Keine weiteren Fragen“, entgegnete der Verteidiger.

Fausthieb nicht gesehen

Auch der Kumpel des Zeugen, ein ebenfalls 19 Jahre alter Emsdettener, musste eingestehen, dass er die Aktion mit dem Nasenbeinbruch nicht mitbekommen habe. Zu Protokoll hatte er der Polizei noch gegeben, dass er definitiv einen Schlag mit der Faust beobachtet habe. „Ich habe anschließend nur seine schiefe Nase draußen vor der Festhalle gesehen“, rückte er am Dienstag seine Aussage ins richtige Licht. Anschließend wurde die Borghorster Geschichte trotz Fehlens des Opfers und einer Zeugin nur kurz behandelt. Auch in der Bauerschaft Dumte fühlte sich der Angeklagte vor knapp einem Jahr provoziert und bedroht. „Ich war ziemlich nüchtern und wollte die langweilige Party verlassen, als ich von dem Opfer beschimpft wurde“, führte der Nordwalder aus. Als der Konflikt eskalierte, habe der Geschädigte mit seinem rechten Arm ausgeholt und wollte mit der zur Faust geballten Hand zuschlagen. „Dann habe ich schnell mein Pfefferspray aus der Jackentasche geholt und in seine Richtung gesprüht.“ Seine Darstellung bestätigte ein jetzt 23 Jahre alter Altenberger, mit dem der Angeklagte auf der Osterparty war.

Der Prozess wird am 27. März (Freitag) vor dem Steinfurter Amtsgericht fortgesetzt.

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