Gut 40 Menschen in häuslicher Quarantäne
Fünf Corona-Fälle in Nordwalde

Nordwalde -

Das Coronavirus breitet sich aus und hat mittlerweile Nordwalde erreicht. Fünf Fälle wurden bestätigt. Die Gemeinde Nordwalde hat eine Allgemeinverfügung erlassen. Veranstaltungen sind untersagt, Einrichtungen wurden geschlossen. Fragen und Antworten zur aktuellen Lage in Nordwalde.

Montag, 16.03.2020, 19:06 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 18:34 Uhr
Die Gemeindeverwaltung ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Alle Veranstaltungen sind untersagt.
Die Gemeindeverwaltung ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Alle Veranstaltungen sind untersagt.

Das Coronavirus hat Nordwalde erreicht. Am Freitagabend wurde die Gemeinde über den ersten Fall eines infizierten Nordwalders informiert. Am Wochenende wurden drei weitere Fälle bestätigt, am Montagnachmittag meldete der Kreis Steinfurt den insgesamt fünften Fall in Nordwalde. Gut 40 Menschen befinden sich in häuslicher Quarantäne, erklärte Bürgermeisterin Sonja Schemmann . Die Gemeinde hat per Allgemeinverfügung alle Veranstaltungen untersagt. Zahlreiche Einrichtungen wurden geschlossen. Die nichtöffentliche Sitzung des Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses, die für den heutigen Dienstag vorgesehen war, wird vermutlich abgesagt. Fragen und Antworten zur aktuellen Lage in Nordwalde.

  • Was besagt die Allgemeinverfügung der Gemeinde?
  • Alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen im gesamten Gebiet der Gemeinde sind verboten – sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel. Ausgenommen sind lediglich notwendige Veranstaltungen. Die Allgemeinverfügung gilt bis einschließlich 19. April, kann aber verlängert werden.
  • Welche Einrichtungen müssen geschlossen werden?
  • Dazu zählen Gaststätten, Spielhallen, Bibliotheken, Fitness-Studios, Reha-Sporteinrichtungen sowie Schwimmbäder. Alle Angebote in Volkshochschulen, Musikschulen oder anderen Bildungseinrichtungen müssen eingestellt werden. Zusammenkünfte in Sportvereinen sind ebenfalls untersagt. Bislang dürfen Restaurants, Cafés und Hotels unter Einschränkungen geöffnet haben: Alle Besucher müssen mit Kontaktdaten registriert werden. Zwischen den Personen an verschiedenen Tischen muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Die Besucher erhalten Hygienehinweise, deren Einhaltung ermöglicht werden muss.
  • Bleibt die Gemeindeverwaltung geöffnet?
  • Seit Montag sind die Haupt- und die Nebenstelle der Verwaltung an der Bispingallee für den Publikumsverkehr geschlossen. In dringenden Fällen können die Mitarbeiter telefonisch oder per E-Mail kontaktiert werden. Dann kann gegebenenfalls ein Termin vereinbart werden. Die Zentrale ist unter Telefon 0 25 73 / 92 90 erreichbar. Damit die Verwaltung dienstfähig bleibt, arbeitet seit Montag in allen Räumen jeweils nur noch eine Person. Wenn bislang zwei Mitarbeiter in einem Büro waren, ist eine davon nun im Homeoffice, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann. Von Woche zu Woche verändere sich, wer vor Ort in der Verwaltung und wer im Homeoffice arbeite.
  • Wie können Menschen in häuslicher Quarantäne versorgt werden, wenn keine Angehörigen, Bekannte und Nachbarn helfen können?
  • Das Nordwalder DRK bietet an, für Menschen einkaufen zu gehen, die dies selbst nicht machen können, weil sie das Haus nicht verlassen dürfen und auch nicht auf die Hilfe anderer zurückgreifen können. Im Bedarfsfall kann das DRK unter Telefon 0 25 73 / 99 98 00 1 kontaktiert werden. Dann wird abgesprochen, was die Personen benötigen und der Einkauf am gleichen oder am Folgetag vor die Tür gestellt, kündigte DRK-Ortsvereins-Vorsitzender Christoph Brod­esser an.
  • Wie gehen die Kirchen mit der Situation um?
  • Das Gemeindebüro der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge bleibt zunächst geöffnet. Alle Gottesdienste fallen aus, die Konfirmationen werden verschoben. Bestattungen finden nur im engsten Familienkreis statt. Die Gemeinde St. Dionysius feiert ebenfalls keine öffentlichen Gottesdienste mehr. Beerdigungen dürfen auch nur noch im engsten Familienkreis mit bis zu 20 Personen stattfinden. Die anstehenden Taufen wurden bereits von den Familien abgesagt, erklärte Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup. Das Pfarrbüro ist bis zu den Osterferien für Besucher geschlossen und lediglich telefonisch zu erreichen: montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr.
  • Haben die Banken weiter geöffnet?
  • Die Kreissparkasse Steinfurt fokussiert ihre persönliche Beratung auf 15 Beratungscenter, dazu gehört auch das in Nordwalde. Das Beratungscenter ist zu den gewohnten Zeiten geöffnet, teilt das Geldinstitut mit. Ansonsten stehen an allen Standorten die Geldautomaten und Selbstbedienungsgeräte ganz normal zur Verfügung. Die Nordwalder Niederlassung der Volksbank Greven soll erst mal ebenfalls geöffnet bleiben, erklärt das Geldinstitut. Es werde die weitere Entwicklung abgewartet.
  • Können die organisierten Osterfeuer stattfinden?
  • Nein. Die geplanten Brauchtumsfeuer werden in diesem Jahr nicht genehmigt, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden.
Altenzentrum: Besuch stark eingeschränkt

Die Corona-Pandemie veranlasst das St.-Augustinus-Altenzentrum zu mehreren Maßnahmen: Der Besuch wurde stark eingeschränkt. Grundsätzlich dürfen Besucher nur noch in Notfällen kommen, sagte Geschäftsführer Frank Lünschen: „Wir gucken individuell, welche Möglichkeiten bestehen.“ Der tägliche Besuch der Angehörigen sei aber nicht mehr möglich. „Wir bitten da um Verständnis.“Außerdem hat das Altenzentrum die Tagespflege geschlossen, ebenso wie die Cafeteria. Die Bewohner bleiben möglichst in ihren relativ überschaubaren Wohn- und Heimgruppen. Die Bereiche sollen so weit wie möglich von den jeweils anderen getrennt werden. Alle Maßnahmen dienen zum Schutz der Bewohner und der Mitarbeiter, betonte Lünschen.Das Altenzentrum ist im Gemeindeleben verankert, dort finden viele Veranstaltungen statt. Für externe Gruppen ist die Einrichtung aktuell aber geschlossen.Wie es in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht, ist schwer vorauszusagen. „Wir müssen ehrlicherweise sagen, dass wir von Tag zu Tag gucken müssen“, sagte Lünschen. Ein Krisenmanagement sei installiert. Die Maßnahmen werden in Abstimmung mit dem Kreis Steinfurt getroffen.

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