Pastoralreferentin Ursula Lappe wechselt nach Horstmar
Mehr Zeit für sich und Anton

Nordwalde -

Seit zehn Jahren ist Ursula Lappe Pastoralreferentin in der Kirchengemeinde St. Dionysius in Nordwalde. Am 31. März verlässt die 56 Jahre alte Seelsorgerin die Gemeinde mit einem lachenden und einem weinenden Auge und geht nach Horstmar.

Freitag, 20.03.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 19:52 Uhr
Pastoralreferentin Ursula Lappe wechselt nach Horstmar: Mehr Zeit für sich und Anton

Die Chance, sich mit 56 Jahren beruflich verändern zu können, ist nicht jedem vergönnt. Ursula Lappe ist die Möglichkeit eröffnet worden. Am 31. März beendet sie ihre Zeit als Pastoralreferentin in der Kirchengemeinde St. Dionysius. Zum 1. April wechselt sie nach Horstmar in die dortige St.-Gertrudis-Kirchengemeinde.

„Ich wollte meine Stunden reduzieren, um einfach mehr Zeit zu haben. Zeit für meinen Hund und meinen Garten“, erklärt Ursula Lappe ihre Beweggründe, während ihr vier Jahre alte Münsterländer-Rüde Anton mit ihr herumtollt. „Es ist eine Chance nach zehn Jahren in Nordwalde. Das wird wohl mein letzter Wechsel sein, bevor ich Rente gehe. Ich habe mit der Zeit für mich festgestellt, dass ich weniger Zeit in meine Arbeit investieren möchte. Es gab dann kurzfristig die Möglichkeit, dass hier im Umkreis eine Stelle frei geworden ist.“

Nach 36 Jahren Dienst in der Kirchengemeinde St. Gertrudis hat sich Diakon Franz-Josef Reuver im vergangenen September in den Ruhestand verabschiedet. „Ich habe dann in Horstmar nachgefragt, ob die Stelle auch mit weniger Stunden ausgefüllt werden könnte. Ich wäre auch gerne in Nordwalde geblieben. Aber wenn man in einer Gemeinde mehr als 100 bis 150 Prozent gegeben hat, ist es schwierig zu reduzieren“, unterstreicht die Pastoralreferentin.

Vor allem mit dem Hintergrund, welche Gruppe sie dann aufgeben müsse. „Es wäre immer die Frage aufgetreten, wieso gibt sie gerade uns ab. Sie ist doch da.“ Sie habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt Lappe: „Ich habe aber viel darüber nachgedacht, was wichtig ist und was mir persönlich gut täte. Ich finde, es ist noch einmal eine Chance, auch mit einer 80-Prozent-Stelle etwas Neues anzufangen.“

Sie habe in Nordwalde viele gute Erfahrungen gemacht: „Mir fallen da viele Sachen ein. Ich bin vor neun Jahren angefangen, mit älteren Frauen auf Oase-Tage zur See und nach Wangerooge zu fahren. Ich bin mit 20 Frauen gestartet. Vergangene Ostern waren es 30 im Alter von 62 bis 85 Jahren. Das waren wirklich schöne Zeiten und es war immer ein tolles Erlebnis. Mit ihnen werde ich auch meine Zeit in Nordwalde beenden.“

Was ihr immer sehr am Herzen gelegen habe, war die Arbeit mit Kindern und Familien. „Kirche mit Kindern war immer eine Konstante. Die Firmlinge sind mit mir groß geworden. Es war toll, die Kinder und Jugendlichen, aber auch die älteren Erwachsenen auf ihrem Lebensweg zu begleiten.“

Sie arbeite seit Jahren mit einem konstanten Katechetenteam zusammen. Das Kernteam von vier Leuten wisse schon länger von ihrem Wechsel. Sie habe die Gruppe darauf vorbereitet und sei davon überzeugt, dass diese ihre Arbeit richtig gut fortsetze, weil sie mit den Jahren zusammengewachsen sei.

„Diese 20 Prozent, die ich weniger arbeiten muss, kann ich jetzt für Ausflüge beispielsweise in die Wesermarsch nutzen. Ich verlasse die St.-Dionysius-Gemeinde mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“

Noch Anfang 2017 feierte Ursula Lappe in der Gemeinde ihr 25-jähriges Dienstjubiläum und bilanziert: „Ich habe mich immer bemüht, wahrhaftig zu leben und zu arbeiten, habe dadurch auch bestimmt Menschen verletzt oder Sachen sind auch nicht richtig angekommen. Man kann nicht jedem gerecht werden. Mir war aber die persönliche Seelsorge immer sehr wichtig.“

 

  • Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Verabschiedung von Pastoralreferentin Ulla Lappe nicht am 22. März (Sonntag), sondern erst am 21. Juni (Sonntag) statt.
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