Landjugend und Jugendparlament organisieren Nachbarschaftshilfe
Freie Zeit nutzen, um zu helfen

Nordwalde -

Die Nordwalder Landjugend und das Jugendparlament organisieren gemeinsam mit der Gemeinde eine Corona-Nachbarschaftshilfe. Ob einkaufen, Gassi gehen oder Rezepte abholen – die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wollen beispielsweise Menschen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, unterstützen.

Donnerstag, 26.03.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 17:16 Uhr
Lea Westhues (l.) und Kerstin Dirting kümmern sich federführend um die Organisation der Helfer. Diese bekommen einen Helferausweis, um sich auszuweisen. Mit der Corona-Nachbarschaftshilfe sollen beispielsweise Menschen aus Risikogruppen unterstützt werden.
Lea Westhues (l.) und Kerstin Dirting kümmern sich federführend um die Organisation der Helfer. Diese bekommen einen Helferausweis, um sich auszuweisen. Mit der Corona-Nachbarschaftshilfe sollen beispielsweise Menschen aus Risikogruppen unterstützt werden. Foto: dpa

Eben schnell einkaufen, mit dem Hund Gassi gehen oder das Rezept vom Arzt abholen – in anderen Zeiten sind das für viele Menschen alltägliche kurze Gänge. In Zeiten der Corona-Pandemie ist aber vieles anders. Vor allem für ältere Personen oder Menschen mit Vorerkrankungen, die zur Corona-Risikogruppe zählen, sind diese scheinbaren Selbstverständlichkeiten nicht so einfach machbar. Deshalb wollen die Landjugend und das Jugendparlament helfen. Gemeinsam mit der Gemeinde haben sie eine Corona-Nachbarschaftshilfe organisiert.

„Wir hoffen, dass es viele Menschen gibt, die sich melden und keine Scheu davor haben“, sagt Kerstin Dirting , die sich mit Lea Westhues federführend um die Organisation der Helfer kümmert. Die beiden Studentinnen sind Mitglied im Vorstand der Nordwalder Landjugend. 26 Jugendliche und junge Erwachsene haben sich schon bei ihnen gemeldet, die sich bei der Nachbarschaftshilfe engagieren möchten. „In dieser Zeit sollte man füreinander da sein“, sagt Dirting über die Beweggründe, die Corona-Hilfe ins Leben zu rufen.

Jugendliche erhalten einen Helferausweis

Die Organisation läuft über die Gemeinde. Dort werden sowohl die Menschen, die Hilfe benötigen, registriert als auch die Jugendlichen, die helfen. Letztere werden mit einem Helferausweis in Scheckkartengröße ausgestattet, um sich bei den Hilfesuchenden ausweisen zu können. Die Jugendlichen absolvieren die Botengänge ehrenamtlich, ein Trinkgeld wird nicht verlangt. Das Geld für Lebensmittel-Einkäufe oder Rezeptabholungen wird in der Regel vorab mit der Einkaufsliste abgeholt. Den Helfern sollten Taschen für die Einkäufe bereitgestellt werden, alternativ zahlen die Hilfesuchenden für die notwendigen Tragetaschen. Die Helfer geben mit dem Einkauf auch den Bon und das passende Wechselgeld ab.

Ludwig Reichert ist derzeit auf einer Kreuzfahrt.

Ludwig Reichert ist derzeit auf einer Kreuzfahrt. Foto: Reichert

So sieht der Helferausweis aus.

So sieht der Helferausweis aus. Foto: Gemeinde Nordwalde

Bei allem soll natürlich darauf geachtet werden, dass niemand einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt wird. Die Jugendlichen sollen die Wohnungen der Hilfesuchenden nicht betreten, einen Mindestabendstand von 1,50 Meter einhalten und Körperkontakt vermeiden. Wenn die Helfer ein Auto nutzen müssen, sollen sie mit ihrem eigenen fahren. Dafür dürfen sie ein Spritgeld von maximal drei Euro von den Hilfesuchenden verlangen, solange der Botengang innerhalb von Nordwalde stattfindet. Bei allen Botengängen, die durch die Gemeinde vermitteln werden, sind die Helfer unfallversichert.

Sehr viele Schüler wollen helfen

Auf die Idee für die Corona-Nachbarschaftshilfe ist Kerstin Dirting bei Insta­gram gestoßen. Auf der Internetplattform sah Dirting, dass andere Landjugenden aus dem Umkreis Hilfe angeboten haben. Als sie ihren Vorstandskollegen der KLJB vorschlug, ebenfalls zu helfen, gab es positive Rückmeldungen: „Es haben sich direkt welche gefunden, die mithelfen wollen.“

Da es bei den Mitgliedern der Landjugend und des Jugendparlaments Überschneidungen gibt, war der Weg zur Zusammenarbeit nicht weit. Es haben sich sehr viele Schüler gemeldet, die helfen wollen, erzählt Kerstin Dirting. Sie gehöre ebenso wie Westhues schon zu den ältesten Freiwilligen. Für alle gilt: Ohne Schule und Uni haben sie „ein bisschen mehr Zeit“, sagt Dirting. Die könnten sie gut nutzen, um Menschen aus den Corona-Risikogruppen zu unterstützen.

Spontanhelfer als zweite Möglichkeit

Die Nachbarschaftshilfe ist als Unterstützung „explizit für Nordwalde“ gedacht, sagt Jan Brinkmann, der bei der Gemeinde als Ansprechpartner fungiert. Im Unterschied dazu gebe es für Freiwillige die Spontanhelfer „als zweite Möglichkeit“. Der Kreis Steinfurt sucht auch Menschen mit medizinischer oder rettungsdienstlicher Qualifikation oder Medizin-Studierende als Spontanhelfer. „In Nordwalde haben sich schon 16 Personen gemeldet“, sagt Brinkmann.

  • Ansprechpartner für die Corona-Nachbarschaftshilfe bei der Gemeinde ist Jan Brinkmann. Er ist unter Telefon 0 25 73 / 92 91 14 oder per E-Mail an brinkmann@nordwalde.de zu erreichen. Wer sich als Spontanhelfer melden möchte, kann dies online machen: www.kreis-steinfurt.de/spontanhelfer.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7344980?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Nachrichten-Ticker