Modehaus Meer wird zum Kurier
Die Frühjahrsmode kommt per Ape

Nordwalde -

Von einem Tag auf den anderen musste auch das Modehaus Meer schließen. Um das Geschäft durch die Krisenzeit zu führen, sind Anne und Frank Wienker kreativ geworden und haben einen Kurierdienst organisiert.

Freitag, 27.03.2020, 19:59 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 13:28 Uhr
Die dreirädrige Ape haben sie schon seit mehr als zehn Jahren, sagt Frank Wienker. Sie stehe gelegentlich auch vor dem Modehaus Meer. Anne Wienker kann sie nun für den Kurier-Dienst des Modegeschäfts nutzen.
Die dreirädrige Ape haben sie schon seit mehr als zehn Jahren, sagt Frank Wienker. Sie stehe gelegentlich auch vor dem Modehaus Meer. Anne Wienker kann sie nun für den Kurier-Dienst des Modegeschäfts nutzen. Foto: Privat

Am 9. und 10. März haben Anne und Frank Wienker noch zwei Modenschauen mit der Frühjahrsmode für ihre Stammkunden veranstaltet. Acht Tage später mussten sie das Modehaus Meer schließen. „Wir sind von der Corona-Krise zu 100 Prozent betroffen“, sagt Frank Wienker. Das Modehaus lebt stark vom Stammkunden-Geschäft, einen Online-Shop gab es bislang nicht.

Nach der Modenschau standen Anne und Frank Wienker vor der Situation: Sie haben Kleidung im Haus, können die aber nicht verkaufen. Also sind die beiden kreativ geworden und haben für die Krisenzeit kurzerhand vom Geschäftslokal auf einen Mode-Kurier umgestellt. „Wir haben uns überlegt: Wie kriegen wir es hin, dass die Kunden trotzdem die Mode zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt Frank Wienker.

Outfit per Telefon oder E-Mail bestellen

Nach den Modenschauen wurden die Models fotografiert. Kunden können über die Bestellnummer das jeweilige Outfit per E-Mail oder Telefon ordern. Die Kleidung wird dann bis zur Haustür geliefert oder per Post versandt. „Die Kunden können sich nach der Anprobe dann äußern, was sie behalten wollen“, sagt Frank Wienker.

Noch wird das Angebot nicht so stark genutzt, wie sich das Ehepaar Wienker das wünscht. Frank Wienker weiß, dass der Kurierdienst nicht mit dem Einkauf im Geschäft gleichzusetzen ist: „Der Modeverkauf lebt stark vom anfassen, fühlen, beraten lassen.“ Der Lieferdienst bietet in der Krisenzeit aber eine Möglichkeit, das Geschäft am Laufen zu halten. „Das ist kein kompletter Ersatz, aber der Versuch, das aufzufangen“, sagt Wienker.

Krise ist nicht mit der Neueröffnung beendet

Bis zum 20. April sollen die Geschäfte geschlossen bleiben. Eine Verlängerung ist durchaus möglich. Wienker rechnet damit, dass die Läden noch länger zu bleiben. „Wir haben einen dreimonatigen Liquiditätsplan“, sagt er. Dennoch hat das Modehaus Kurzarbeit für seine Mitarbeiter beantragt. Eine Mitarbeiterin habe man leider entlassen müssen, sagt Wienker.

Egal, in wie viel Wochen oder Monaten das Modehaus Meer wieder seine Türen öffnen kann: „Ich gehe von einem richtigen Neustart aus“, sagt Wienker, der angesichts der zu erwartenden steigenden Arbeitslosenzahlen mit langfristigen Folgen für die Wirtschaft rechnet: „Die Krise geht über den Neueröffnungstermin weit hinaus.“ Gerade kleine Unternehmen würden sehr schnelle Hilfe brauchen.

Frank Wienker hofft, dass bald mehr Kunden den Mode-Kurier nutzen. „Das wäre mein Wunsch“, sagt er, damit das Modehaus eine Chance hat, durch die Krise zu kommen. „Für uns ist das wichtig, damit wir den Atem halten können.“

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