Kontakt halten während der Corona-Krise
Post für die Gangolfschüler

Nordwalde -

Die meiste Post im Briefkasten richtet sich an die Erwachsenen, diese richtete sich speziell an Kinder. Und zwar an die Schüler der Gangolfschule. Die kommissarische Schulleiterin Nadine Otte schrieb, dass die Lehrer die Kinder vermissen. Doch es gab noch einen weiteren Anlass für den Brief.

Donnerstag, 02.04.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 18:49 Uhr
Die einen haben Steine gestaltet, andere einen Erlebnisbericht geschrieben: Nadine Otte hatte die Gangolfschüler ermuntert, zu berichten, was sie zu Hause machen oder Geschichten zu schreiben.
Die einen haben Steine gestaltet, andere einen Erlebnisbericht geschrieben: Nadine Otte hatte die Gangolfschüler ermuntert, zu berichten, was sie zu Hause machen oder Geschichten zu schreiben.

Es war ein ungewöhnlicher Brief, den die Schüler der Gangolfschule in den vergangenen Tagen im Postkasten gefunden haben. Absenderin war Nadine Otte , die kommissarische Leiterin der Grundschule. Weil die Schule aufgrund der Corona-Pandemie seit mittlerweile fast drei Wochen geschlossen ist, nutzte Otte den postalischen Weg, um mit den Schülern in Kontakt zu treten. „Die Kinder sollen wissen: Wir denken an Euch und vermissen Euch auch“, sagt Otte über sich und ihre Kollegen. „Sonst kommunizieren wir über E-Mails mit den Eltern.“ Um die Schüler persönlich anzuschreiben, sodass sie auch etwas in der Hand halten können, verschickte Nadine Otte Briefe und legte noch ein Mandala zum Ausmalen dazu.

Erlebnisberichte und Ostergeschichten

In dem Schreiben richtet sich die kommissarische Schulleiterin direkt an die Schüler: Die Lehrer „würden jetzt viel lieber mit Dir zusammen lernen und schöne Dinge zu Ostern und zum Frühling vorbereiten“, schreibt Nadine Otte. „Leider geht das gerade nicht. Auch mit Deinen Freunden kannst Du Dir im Moment leider nicht die Zeit vertreiben.“

Den Kontakt während der Corona-Krise zu den Grundschülern aufrechtzuerhalten, ist aber nicht der einzige Anlass für den Brief. „Da wir noch nicht wissen, wann wir uns wiedersehen, habe ich eine Idee“, schreibt Otte weiter. „Möchtest Du vielleicht mal erzählen, was Du gerade alles zu Hause mit Deiner Familie machst? Oder hast Du Lust, Dir eine Oster- oder Frühlingsgeschichte auszudenken?“

Ergebnisse werden auf der Homepage veröffentlicht

Die Idee haben schon die ersten Schüler aufgegriffen. Per E-Mail konnten sie ihre Ergebnisse zurück an Nadine Otte schicken. „Es sind verschiedene Sachen eingetrudelt, sehr vielfältiger Art. Eine Familie hat Steine gestaltet, andere Schüler haben Frühlingsgeschichten, aber auch Erlebnisberichte geschrieben“, sagt die kommissarische Schulleiterin. Auf der Homepage der Schule werden die von den Kindern eingereichten Briefe, Geschichten und Fotos dann veröffentlicht.

Tipps gegen Langeweile zu Hause können die Familien ebenfalls an Otte schicken, die diese dann weiter verteilt. Ganz ohne Aufgaben sind die Schüler momentan nicht, auch wenn sie nicht in die Schule gehen. Die Lehrer stellen Wochenpläne mit Übungsaufgaben zusammen, an denen die Kinder arbeiten. Ein Kollege skype auch mal mit den Schülern, sodass diese vis-à-vis Nachfragen stellen können, erzählt Otte. Sie wisse auch von anderen Lehrern, dass Eltern sich bei Fragen telefonisch melden könnten. Denn eines ist Nadine Otte wichtig: „Dass in dieser Zeit kein Kind verloren geht.“

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