Corona-Lockerungen: Einige Geschäfte öffnen wieder
Die Kunden ziehen mit

Nordwalde -

Endlich wieder Kunden bedienen – die Geschäftsleute aus Nordwalde, deren Läden in den vergangenen Wochen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen bleiben mussten, sind froh, dass sie nun wieder öffnen dürfen. Dass Einlass-Beschränkungen und Mindestabstände eingehalten werden, darauf achten nicht nur die Verkäufer, sondern auch die Kunden selbst.

Mittwoch, 22.04.2020, 20:21 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 15:12 Uhr
Haben in dieser Woche ihre Geschäfte wieder geöffnet: Reinhard Niehaus von „Buch & mehr“, Beate Stowasser von„New & Used“ (r.o.)
Haben in dieser Woche ihre Geschäfte wieder geöffnet: Reinhard Niehaus von „Buch & mehr“, Beate Stowasser von„New & Used“ (r.o.) Foto: Vera Szybalski

Mal eben ein Geschenk besorgen, eine Hose kaufen oder nach neuen Büchern stöbern – das war aufgrund der Corona-Pandemie in den Läden vor Ort wochenlang nicht möglich. Seit Montag ist das anders: Zu den ersten Corona-Lockerungen gehört, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen. Das macht sich auch in Nordwalde bemerkbar.

Statt vor verschlossenen Türen zu stehen, können die Kunden seit dieser Woche wieder „Das Lädchen New & Used“, „Buch & mehr“ oder die „Tee-Oase“ betreten, wenn auch in begrenzter Anzahl. Einer, zwei oder vier – wie viele Kunden sich gleichzeitig im Geschäft aufhalten dürfen, handhaben die Inhaber unterschiedlich.

Kunden halten sich an Regeln

Dass Einlass-Beschränkungen und Mindestabstände eingehalten werden, darauf achten nicht nur die Verkäufer, sondern auch die Kunden selbst. „Die halten sich wirklich an die Regeln“, hat Reinhard Niehaus, Inhaber von „Buch & mehr“, festgestellt.

Beate Stowasser vor dem Lädchen "New & Used"

Beate Stowasser vor dem Lädchen "New & Used" Foto: Vera Szybalski

Christiane Göcke musste sich erst mal orientieren, welche Hygiene-Vorschriften sie einzuhalten hat. „Das fand ich schwierig“, sagt die Inhaberin der „Tee-Oase“. Am Verkaufstresen hat sie eine Plexiglasscheibe platziert. Für Kunden stehen Desinfektionsmittel bereit. Und Mundschutz für die Mitarbeiter hat Göcke ebenfalls besorgt, der etwa bei der Beratung im Laden getragen werden könnte.

Bank vor dem Laden

Wer das „New & Used“ betreten möchte, kann auf einem Schild neben der Eingangstür die wichtigsten Regeln lesen. In den nächsten Tagen würde Inhaberin Beate Stowasser gerne noch eine Bank vor den Laden stellen, auf der (nicht nur) Kunden zum Warten Platz nehmen können.

Was Stowasser, Niehaus und Göcke eint: Alle sind froh, ihr Geschäft wieder öffnen zu dürfen. Dabei ist für Stowasser allerdings auch klar: „Die Maßnahmen waren mehr als angebracht.“ Und mit Sicherheit nicht leicht zu treffen: „Ich bin froh, dass ich solche Entscheidungen nicht treffen muss.“

Christiane Göcke in der "Tee-Oase"

Christiane Göcke in der "Tee-Oase" Foto: Vera Szybalski

Während des Corona-Lockdowns hatten die Einzelhändler unterschiedlich viel zu tun. Reinhard Niehaus hat die vergangenen Wochen „gut überstanden“. Knapp 60 Buch-Pakete habe er alleine in der ersten April-Hälfte gepackt: „Und nicht immer nur mit einem Taschenbuch.“ Eine Kundin sei so dankbar für den Lieferdienst gewesen, dass sie der Mitarbeiterin, die das Buch-Paket auslieferte, einen Blumenstrauß überreichte. Und es scheint gut weiter zu gehen: Am Montagmorgen sei das Abholfach im Laden leer gewesen, am Dienstagvormittag ist es schon ziemlich voll.

Schwaches Geschäft

Während die „Tee-Oase“ geschlossen war, hatte Christiane Göcke einen Lieferdienst für ihre Stammkunden angeboten. Den ausgefallenen Umsatz konnte das aber nicht ersetzen. „Jetzt muss man mal gucken, wie das Jahr weitergeht“, sagt Göcke, die mit Blick auf die Zahlen zur Kurzarbeit in Deutschland skeptisch ist. „Ich denke, das Geschäft wird eher schwach sein.“

Stowasser freut sich, wieder in den Laden zurückzukehren. „Ich habe die Kunden vermisst, die netten Gespräche und einfach das Dorfleben.“ Stowasser hat den Eindruck, dass geht vielen anderen Menschen ähnlich.

Ihr Sortiment hat sie um ein aktuell begehrtes Produkt erweitert: Stowasser verkauft bunte Schutzmasken, die eine Nordwalderin genäht hat. Daran verdiene sie nichts: „Ich stelle mich da nur als Plattform zur Verfügung.“

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