Wiedereröffnung frühestens Ende des Jahres
Hallenbad bleibt geschlossen

Nordwalde -

Es wird wohl noch Monate dauern, bis das Nordwalder Hallenbad wieder genutzt werden kann. Denn durch die veraltete Technik der Lüftungsanlage ist es nicht auszuschließen, dass sich Nutzer des Bads durch Aerosole mit dem Coronavirus anstecken. Das Risiko will die Gemeinde nicht eingehen.

Mittwoch, 17.06.2020, 20:41 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 16:56 Uhr
Bis das Hallenbad wieder öffnet, wird es noch Monate dauern. Durch die veraltete Technik der Lüftungsanlage ist es nicht auszuschließen, dass sich Nutzer durch Aerosole mit dem Coronavirus anstecken.
Bis das Hallenbad wieder öffnet, wird es noch Monate dauern. Durch die veraltete Technik der Lüftungsanlage ist es nicht auszuschließen, dass sich Nutzer durch Aerosole mit dem Coronavirus anstecken. Foto: Vera Szybalski

Bis Schulklassen, Kursteilnehmer und Co. wieder ins Nordwalder Hallenbad können, wird es noch Monate dauern. Theoretisch wäre der Badebetrieb möglich, dennoch sprach sich die Gemeindeverwaltung dagegen aus. Die Mitglieder des Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschusses folgten in ihrer Sitzung am Dienstagabend der Einschätzung der Verwaltung.

Für diese sei es wichtig gewesen, dass „wenn wir öffnen, alle ein gutes Gefühl haben“, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann . Eine gesundheitliche Gefährdung durch das Coronavirus dürfe nicht entstehen. Diese Garantie kann die Gemeinde aber derzeit nicht geben.

Technik der Lüftungsanlage ist veraltet

Nach den Corona-Lockerungen dürfte die Schwimmhalle wieder geöffnet werden, wenn die Hygienevorschriften eingehalten werden. Ein Hygienekonzept hat die Gemeinde auch erarbeitet. Das Problem ist die stark veraltete Technik der Lüftungsanlage im Hallenbad, die sich nicht mehr zuverlässig regulieren lässt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Coronavirus auch über Aerosole verbreitet. Das sind feine Partikel, die anders als größere Tröpfchen über Minuten oder sogar Stunden in der Luft schweben können.

Durch die veraltete Lüftungsanlage sind eine konstante Frischluftzufuhr und ein Abtransport der Abluft sowohl in den Umkleiden, den Duschen und im Bad selber nur unzureichend zu gewährleisten. Es finde laut Gemeindeverwaltung derzeit mehr oder weniger lediglich eine Umwälzung der Luft statt: „Bei einer Belastung der Raumluft durch virenbelastete Aerosole von infizierten Badegästen würde dies die Verbreitung über die Raumluft befeuern.“

Die Lüftungsanlage muss für unser kleines Schwimmbad konzipiert und gebaut werden.

Schwimmmeister Carsten Reck

Das Risiko, das Hallenbad unter diesen Voraussetzungen zu öffnen, erschien der Verwaltung zu groß. Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der Verwaltung nicht auszuschließen, dass sich Nutzer des Bads anstecken, selbst wenn die Abstandsregeln eingehalten werden.

Die Lüftungsanlage stammt aus dem Jahr 1987. Es war bereits vor Beginn der Pandemie vorgesehen, dass die Anlage im Herbst ausgetauscht wird. Im Haushalt 2020 waren die dafür erforderlichen Gelder eingestellt worden. Ein Ingenieur ist schon beauftragt. Dass die Arbeiten nicht in den drei Monaten erledigt worden sind, die das Bad bereits geschlossen ist, hat einen einfachen Grund: Eine Lüftungsanlage, wie sie benötigt wird, kann nicht einfach im nächsten Baumarkt gekauft werden. Sie muss an die Bedingungen angepasst werden. „Die Lüftungsanlage muss für unser kleines Schwimmbad konzipiert und gebaut werden“, sagte Schwimmmeister Carsten Reck .

Wiedereröffnung frühestens Ende des Jahres

Die Anlage wird frühestens im Herbst ausgetauscht. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Das Hallenbad soll erst wieder für die Schulen und Vereine sowie soweit möglich auch den allgemeinen Badebetrieb öffnen, wenn die neue Lüftungsanlage in Betrieb genommen wurde. Ein genaues Datum für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest. Doris Böckenfeld, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste, geht davon aus, dass es frühestens Ende des Jahres soweit sein wird.

Das Hallenbad wurde vor der Pandemie gut genutzt. Seitdem es geschlossen ist, hat Carsten Reck einiges renoviert und neu gestrichen sowie die Technik gepflegt. Die Gemeinde hat in diesem Jahr circa 17 000 Euro an Gebühren eingenommen. Für dieses Jahr waren Einnahmen von etwa 45 000 Euro geplant. Durch die Schließung rechnet die Gemeinde mit einem Ausfall von rund 26 000 Euro.

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