Felix Nordhoff erhält ersten „Heimatpreis“
Der Herr der Fotos

Nordwalde -

Die Masse an Fotos, die Felix Nordhoff in seinem Archiv hat, ist schier unglaublich: Mehr als 40 000 Fotos befinden sich dort. Für seinen Einsatz als Archivar des Heimatvereins wurde Nordhoff nun ausgezeichnet. Er erhielt als erster Nordwalder den „Heimatpreis“.

Montag, 20.07.2020, 18:59 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 17:40 Uhr
Felix Nordhoff erhält ersten „Heimatpreis“: Der Herr der Fotos
Foto: vera

Wenn die Bezeichnung „Archivar“ in Nordwalde auf eine Person zutrifft, dann auf ihn: Felix Nordhoff , der mit großem Einsatz Fotos und Artikel von der Gemeinde digitalisiert, um die Geschichte des Ortes für die Nachwelt zu dokumentieren. Für sein Engagement als Archivar des Heimatvereins zeichnete die Gemeinde Nordhoff mit dem „Heimatpreis“ aus. Diese vom Land Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufene Ehrung wurde in Nordwalde erstmalig verliehen.

Der Rat hatte sich einstimmig dafür entschieden, diesen Preis zu vergeben und die Kriterien dafür festgelegt. Wer ihn erhält und wie hoch das Preisgeld ist, darüber hat eine Jury aus sechs Personen entschieden: Neben Schemmann sind darin Mechthild Hueske, Pfarrerin Janine Hühne und Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup, Ralf Nadicksbernd und Johanna Elshoff vertreten.

Drei „Heimatpreise“

Die Gemeinde verleiht in diesem Jahr drei „Heimatpreise“, coronabedingt alle in kleiner Runde. „Es war uns wichtig, das nicht auf unbestimmte Zeit oder auf das nächste Jahr zu verschieben“, sagte Schemmann. Die erste Auszeichnung überreichte sie Felix Nordhoff, der sich nicht nur als Archivar des Heimatvereins für den Ort engagiert, speziell für diese Aufgabe aber den „Heimatpreis“ erhielt.

Felix Nordhoff bekommt von Bürgermeisterin Sonja Schemmann den Heimatpreis verliehen

Felix Nordhoff bekommt von Bürgermeisterin Sonja Schemmann den Heimatpreis verliehen Foto: Vera Szybalski

„Es ist schon etwas Außergewöhnliches, was wir ehren möchten“, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann und wandte sich dann an Felix Nordhoff: „Ehrenamtliches Engagement ist für Sie etwas Selbstverständliches, es ist für Sie Ehrensache.“ Nordhoff führt ein in dieser Form einzigartiges Fotoarchiv, das mehr als 40 000 Bilder umfasst. „Und es ruhen noch jede Menge in den Ordnern“, sagte Nordhoff, der die Fotos bei Diavorträgen präsentiert. Diese seien immer gut angekommen, sagte Schemmann. Nordhoff schaffe es, Geschichte lebendig werden zu lassen.

Ich kann das nur bestätigten und unterstreichen.

Sonja Schemmann

Eine Nordwalderin hatte ihn für den „Heimatpreis“ vorgeschlagen. In einer E-Mail an Schemmann begründete sie ihren Vorschlag und erzählte der Bürgermeisterin dann noch von einem persönlichen Erlebnis: Als sie vor langer Zeit eine bestimmte Frage über die Geschichte des Orts hatte, empfahl ihr ein Nordwalder, Felix Nordhoff aufzusuchen.

Sie besuchte ihn in seinem Archivzimmer in seiner Wohnung, in dem die Akten bis unter die Decke in Regale gestellt waren. Bei dem Besuch sei ihr klar geworden: „Der Mann ist als Archivar der Richtige“, zitierte Schemmann die Nordwalderin, die Nordhoff vorgeschlagen hatte. „Er ist sehr ordentlich, kennt sich mit der Technik gut aus, ist neugierig, hinterfragt Vieles, will es vervollständigen und möchte die Akten immer um sich haben.“ Es sei das entscheidende Erlebnis gewesen, das sie bewogen habe, Nordhoff für den „Heimatpreis“ zu empfehlen.

Zeitzeugnisse lebendig machen

„Ich kann das nur bestätigten und unterstreichen“, sagte Schemmann. Die Förderkriterien, wie das Schaffen von Anreizen, Heimat zu entdecken, zu erleben und zu erfahren, die Förderung der Identifikation mit dem Ort und die Herausstellung lokaler Besonderheiten passten „hervorragend“ zu Nordhoff.

Die Bürgermeisterin stellte zugleich eine Idee vor, um die Zeitzeugnisse in Nordwalde lebendig zu machen: An den Stellen in der Ortsmitte, an denen sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel verändert hat, könnten in den Schaufenstern der Geschäfte Fotos ausgestellt werden. Auf diesen Bildern lasse sich dann ablesen, wie es an der Stelle vor 60 oder 70 Jahren aussah. Zudem könnten Bilder im Flur der derzeitigen Unterkunft der Gemeindeverwaltung ausgestellt werden. Auf diese Art könnte das einzigartige Fotoarchiv von Felix Nordhoff einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden.

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