Vertreterversammlung der Volksbank Greven
Unsichere Zeiten: Keine Dividende

Greven/Nordwalde/Altenberge -

Es sind auch für die Volksbank Greven mit ihren Niederlassungen in Altenberge und Nordwalde bewegende Zeiten. Die Verschmelzung mit der Volksbank Münster und der VR-Bank Kreis Steinfurt und nicht zuletzt die Corona-Pandemie – unter diesen Voraussetzungen fand jetzt die Vertreterversammlung statt.

Freitag, 24.07.2020, 19:48 Uhr
Der Aufsichtsrat der Volksbank Greven (v.l.): Markus Köster, Rainer Schulze Isfort, Dr. Jochen Veith, Tessa Sahle, Hubertus Bange, Andrea Lüke, Georg Schoo und Dr. Thomas Klaholz.
Der Aufsichtsrat der Volksbank Greven (v.l.): Markus Köster, Rainer Schulze Isfort, Dr. Jochen Veith, Tessa Sahle, Hubertus Bange, Andrea Lüke, Georg Schoo und Dr. Thomas Klaholz. Foto: VB

Die Verschmelzung mit der Vereinigten Volksbank Münster und der VR-Bank Kreis Steinfurt zur Volksbank Münsterland Nord, ein zufriedenstellendes Jahr 2019 und erste Auswirkungen der Corona-Pandemie: Unter diesen Voraussetzungen erfolgte die Vertreterversammlung der Volksbank Greven mit ihren Niederlassungen in Altenberge und Nordwalde. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus Bange leitete die Versammlung in „Stroetmanns Fabrik“ in Emsdetten.

„Es war ein herausforderndes, aber ein insgesamt zufriedenstellendes Jahr“ bewertete der Vorstand die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2019. In allen Bereichen des Kundengeschäftes konnte ein Wachstum erzielt werden, schreibt die Volksbank in einem Pressetext. Die Corona-Pandemie spielte noch keine Rolle, sagte Vorstandsmitglied Andreas Hartmann.

Extreme Niedrigzinsphase

Zum Ende 2019 wies die Bank eine Bilanzsumme von rund 701 Millionen Euro aus, eine Steigerung um 34 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die extreme Niedrigzinsphase bestimmte auch 2019. Dennoch konnte der Bestand der Kundeneinlagen gegenüber dem Vorjahr um 36 Millionen Euro oder 8,6 Prozent erneut gesteigert werden.

Einstimmiges Votum für Verschmelzung

Bereits am Dienstag hatte die Vertreterversammlung der Vereinigten Volksbank Münster mit einer klaren Mehrheit ihre Zustimmung zur Fusion erteilt. Die Mitgliedervertreter der Volksbank Greven stimmten einstimmig der Verschmelzung zu. „Hiermit setzen die Vertreter ein klares Zeichen, sich den Herausforderungen an eine moderne Genossenschaftsbank zu stellen“, schreibt die Grevener Volksbank. Die finale Entscheidung trafen die Mitgliedervertreter der VR-Bank Kreis Steinfurt: Sie stimmten mit 100 Prozent für die Fusion. Die neue Bank mit rund 280 000 Kunden entsteht rechtlich rückwirkend zum 1. Januar 2020.

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Im Wertpapierbereich erfreuten sich nachhaltige Anlagekonzepte in renditestarken Investmentfonds wachsender Beliebtheit bei den Kunden. Sehr erfreulich entwickelte sich auch die Kreditvergabe, teilt das Geldinstitut mit. Die Volksbank verzeichnete ein gutes Wachstum im Kreditgeschäft. Die Kundenforderungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 28,4 Millionen Euro (5,6 Prozent).

Ungebrochen groß war der Bedarf nach Baufinanzierungen. Kunden wünschten Immobilien zur Eigennutzung aber auch zur Kapitalanlage mit langen Zinsbindungen von 20 bis 25 Jahren und im Privatkundenbereich bis zu 30 Jahren.

Jahresüberschuss leicht über Vorjahresniveau

Die Vermögenslage der Volksbank ist geordnet. Angemessene Eigenmittel bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik, schreibt die Volksbank weiter. Die im Vorjahr prognostizierte Stärkung der Eigenmittel sei eingetreten.

Der Jahresüberschuss lag mit 590 000 Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Für das Jahr 2019 erhalten die Kommunen Greven, Altenberge und Nordwalde erneut hohe Steuerzahlungen.

Bei der Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses wurden erste Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich. Aufgrund des zufriedenstellenden Jahresergebnisses 2019 und der Eigenkapitalausstattung der Volksbank war eine Dividendenausschüttung von vier Prozent an die Mitglieder wie in den Vorjahren geplant.

Aus Vorsichtsgründen keine Dividendenausschüttung

Durch die Corona-Krise macht sich jedoch eine deutliche wirtschaftliche Unsicherheit breit. Unter anderem die Aufsichtsbehörden in Deutschland haben an alle Banken die dringende Erwartung formuliert, in der derzeitigen ungewissen Situation keine Dividenden auszuzahlen.

Die Volksbank Greven schließt sich der Empfehlung an, aus Vorsichtsgründen auf eine Dividendenausschüttung zu verzichten. „Hiermit setzen wir ein Zeichen der Solidarität in außergewöhnlichen Zeiten für die Menschen in unserer Region“, so Hartmann.

Vorstandsmitglied Dietmar Dertwinkel berichtete von dem laufenden Geschäftsjahr 2020: „Das aktuelle Jahr ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich.“ Das erste Quartal begann sehr vielversprechend. Die Volksbank setzte ihren Wachstumskurs fort. Sowohl bei den Kundeneinlagen als auch im Kundenkreditgeschäft waren gute Zuwächse zu verzeichnen.

Volksbank sieht sich als verlässlicher Partner

Doch dann stellte die Corona-Pandemie alle vor gewaltige Herausforderungen. Die Kurse an allen Kapitalmärkten brachen teilweise massiv ein. In dieser noch nie dagewesenen Krise sieht sich die Volksbank als Stabilitätsanker. „Nie war es wichtiger, als verlässlicher Partner den Privat- und Firmenkunden zur Seite zu stehen. Vielen Kunden konnte bereits geholfen werden“, heißt es in der Volksbank-Mitteilung.

Die wirtschaftlichen Folgewirkungen ließen sich aktuell noch nicht konkret beziffern. Fest stehe, es werde ein außergewöhnliches und wirtschaftlich schwieriges Jahr 2020. Dennoch rechnen die Vorstände nicht mit Risiken, die die geordnete Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Volksbank gefährden. Die Niedrigzinsphase wird nach ihrer Einschätzung anhalten.

Durch die Corona-Pandemie setzen sich Veränderungen auch bei der Volksbank Greven in rasender Geschwindigkeit durch. Die digitalen Angebote für die Kunden und auch Mitarbeiter boomen.

  • Die Aufsichtsratsmitglieder Tessa Sahle, Dr. Thomas Klaholz und Rainer Schulze Isfort wurden in der Vertreterversammlung wiedergewählt.
Zahlen 2019

 

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