Wie die Kirchen mit der Corona-Krise umgehen
Kreative Lösungen sind gefragt

Nordwalde -

Es sind nicht mehr so viele Einschränkungen wie im Frühjahr, dennoch ist nicht alles wie vor Corona in den Kirchengemeinden. Die Pfarrgemeinde St. Dionysius und die evangelische Kirchengemeinde haben sich an die neuen Begebenheiten angepasst. Eine Herausforderung könnte aber Weihnachten werden.

Freitag, 11.09.2020, 21:01 Uhr aktualisiert: 13.09.2020, 22:57 Uhr
Während der Corona-Pandemie ist die Anzahl der Gottesdienstbesucher gesunken – sowohl in der Christuskirche als auch in der St.-Dionysius-Kirche. Die Kirchengemeinden müssen mit verschiedenen Einschränkungen umgehen.
Während der Corona-Pandemie ist die Anzahl der Gottesdienstbesucher gesunken – sowohl in der Christuskirche als auch in der St.-Dionysius-Kirche. Die Kirchengemeinden müssen mit verschiedenen Einschränkungen umgehen. Foto: pdb

Die ersten Anrufe von Gläubigen, die sich einen Platz in der Kirche an Weihnachten sichern wollten, sind in der Pfarrgemeinde St. Dionysius schon eingetrudelt. Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup muss aber bremsen. Einen Platz dafür kann man nicht reservieren. Denn noch ist unklar, wie das Fest überhaupt gefeiert wird. „Wir arbeiten gerade daran“, sagt Schulte Eistrup. „Ich hoffe, dass wir relativ bald zu Ergebnissen kommen.“

Die Corona-Krise ist noch nicht überstanden, so viele Einschränkungen wie im Frühjahr gibt es aber nicht mehr – das ist die Situation, mit der nicht nur die Gemeinde St. Dionysius umgehen muss, sondern natürlich auch die evangelische Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge und viele andere Pfarrgemeinden. Sie haben sich seit Beginn der Pandemie an die neuen Begebenheiten angepasst. Das handhaben nicht alle gleich.

Datenerfassung, Ordner und Glaswand für Priester

Während in St. Dionysius schon seit einiger Zeit in den Gottesdiensten wieder gesungen werden darf, ist das in der Christuskirche noch nicht erlaubt. Wer einen Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche mitfeiern möchte, muss am Eingang seinen Namen angeben, dann wird einem ein Platz zugewiesen. Ordner leiten die Gläubigen zur Kommunion, der Priester steht dann hinter einer Glaswand. Die Kollekte steht am Ausgang bereit, es wird kein Korb durch die Reihen gereicht. „Ich bin sehr dankbar, dass wir einen sehr engagierten Ordnerdienst haben“, sagt Schulte Eistrup.

In der evangelischen Kirchengemeinde beeinflusst die Corona-Krise den Standort der Gottesdienste. Diese finden sonst an einem Sonntag sowohl in Nordwalde als auch in Altenberge statt, derzeit aber immer im Wechsel nur an einem Ort. „Das behalten wir bis Ende des Jahres so bei“, sagt Pfarrerin Janine Hühne.

Es sind weniger Gottesdienstbesucher als vorher. Viele sind noch vorsichtig. Das muss auch jeder für sich selbst entscheiden.

Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup

Die Pandemie wirkt sich auch auf die Anzahl der Gottesdienstbesucher aus, das stellen beide Geistlichen fest. „Es sind definitiv weniger“, sagt Hühne, die deshalb eine Idee wieder aufleben lassen will, die sie im Frühjahr schon umgesetzt hatte: „Wir wollen wieder mit den Youtube-Andachten starten. Das gucken relativ viele Leute über die Woche verteilt.“

Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup hat ähnliche Erfahrungen gemacht: „Es sind weniger Gottesdienstbesucher als vorher. Viele sind noch vorsichtig. Das muss auch jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Schulte Eistrup. Einige würden stattdessen den Fernsehgottesdienst verfolgen. Glauben könne man eben auch anders leben, losgelöst von Gottesdiensten: „Wir hoffen trotzdem, dass wir bald wieder in voller Gemeinschaft feiern können.“

Nachfrage nach Taufen ist groß

Dass die Personenzahl in der Kirche begrenzt ist, ist vor allem bei Beerdigungen keine schöne Situation, wenn sich nicht alle Freunde und Bekannte verabschieden können. „Das ist sehr schmerzhaft“, sagt Schulte Eistrup. „Es ist einigen wichtig, in der Kirche Eucharistie zu feiern.“ Taufen finden wieder ganz normal statt, die Nachfrage ist groß – anders als bei den Trauungen. „Da gab es keine einzige. Die wurden alle auf das nächste Jahr verschoben“, sagt Schulte Eistrup.

Ansonsten bemühen sich die Kirchengemeinden kreative Lösungen für die durch Corona geschafften Probleme zu finden. Die Kommunionen und Konfirmationen findet ausnahmsweise im September statt. Die Pfarrgemeinde St. Dionysius überlegt, anstelle des Martinsumzugs einen Durchgangsgottesdienst anzubieten. „Wir suchen nach Möglichkeiten, um Angebote für Kinder zu schaffen“, sagt Schulte Eistrup. Denn auch viele Veranstaltungen für Kinder wie Ferienfreizeiten hat Corona unmöglich gemacht. „Die Kinder freuen sich jetzt, dass die Kommunion stattfindet.“

Bliebe noch das Problem mit Weihnachten. In St. Dionysius wird an einem Konzept gearbeitet. Pfarrerin Janine Hühne hat schon eine Idee, wie es in der evangelischen Gemeinde aussehen könnte: „Wir werden wahrscheinlich noch mehr Gottesdienste feiern als vorher.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7578996?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Nachrichten-Ticker