Nordwalder zu Geldstrafe verurteilt
„Der größte Fehler, den ich im Leben gemacht habe“

Nordwalde -

Mit zwei Promille Alkohol im Blut hatte der Nordwalder Polizist im Januar einen Verkehrsunfall verursacht – mit schwerwiegenden Folgen: Er verletzte sich so schwer, dass er fünf Tage lang im Koma lag und musste sich nun vor Gericht wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung unter Alkoholeinfluss verantworten.

Donnerstag, 24.09.2020, 16:24 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 19:37 Uhr
Nordwalder zu Geldstrafe verurteilt: „Der größte Fehler, den ich im Leben gemacht habe“
Ein Nordwalder Polizist ist vom Amtsgericht Steinfurt wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Foto: dpa

Es war nach eigener Aussage der größte Fehler, den er in seinem Leben gemacht hat und zugleich ein Wendepunkt: Mit zwei Promille Alkohol im Blut, wie sich später nach der Probenentnahme herausstellte, hat ein 48-jähriger Polizeibeamter im Januar dieses Jahres auf der Nordwalder Straße in Greven einen schweren Unfall verursacht. Ein Wendemanöver missglückte, der Fahrer eines anderen Wagens prallte frontal in seine Fahrzeugseite.

Die Folgen für den Nordwalder, der sich nun vor dem Amtsgericht wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung unter Alkoholeinfluss verantworten musste, waren gravierend – und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Zwölf Tage lang musste er auf der Intensivstation des Krankenhauses behandelt werden, fünf Tage davon lag er im Koma.

Angeklagter gibt an, „trocken“ zu sein

„Ich bin froh, dass dem Unfallbeteiligten nichts weiter passiert ist“, sagte er reumütig vor Gericht. Er habe sich mit ihm ausgesprochen und sich entschuldigt. Auch bei der örtlichen Feuerwehr, die an dem Rettungseinsatz beteiligt war, habe er sich bedankt. An den Unfallhergang selbst habe er keine Erinnerung.

Auf die Frage der Richterin nach seinem Alkoholproblem antwortete der Angeklagte: „Ja, ich habe eine Phase in meinem Leben gehabt, in der ich mehr getrunken habe.“ Das Problem habe er zwischenzeitlich in den Griff bekommen. So sei er zur Suchtberatung der Caritas gegangen, habe eine Therapie aufgenommen. Zudem befinde er sich in psychotherapeutischer Behandlung. Er sei nunmehr „trocken“.

Konsequenzen hatte sein Fehlverhalten auch auf sein Dienstverhältnis sowie auf sein Familienleben. Gegen den 48-jährigen Beamten wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, das Verhältnis zu seiner Ehefrau und einem Teil der Kinder hat erheblich gelitten. „Ich bereue und schäme mich“, erklärte der Angeklagte und ergänzte, dass er alles daran setzen werde, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Zu einer Geldstrafe verurteilt

Die Richterin am Amtsgericht verurteilte den Angeklagten, der ohne Rechtsbeistand vor Gericht erschienen war und keinerlei Eintragungen im Bundeszentralregister aufweist, schließlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 5600 Euro. Die Staatsanwältin hatte 5400 Euro gefordert. Zudem muss er auf seinen Führerschein, der ihm direkt nach dem Unfall im Januar abgenommen worden war, noch für sechs weitere Monate, beginnend mit dem Tag der Urteilsverkündung, verzichten. Der Angeklagte nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

In einem weiteren Anklagepunkt wurde das Verfahren eingestellt. Der 48-Jährige hatte demnach im November vergangenen Jahres auf einer Fahrt von Altenberge nach Nordwalde einen Leitpfosten auf der Landstraße beschädigt und sich anschließend unerlaubt vom Unfallort entfernt. Der Angeklagte hatte angegeben, dass er sich unmittelbar am Folgetag um die Schadensregulierung – es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 100 Euro – bemüht habe. Er habe keine Absicht gehabt, den Schaden zu vertuschen, sondern schnellstmöglich die Versicherung benachrichtigt. Die Frage der Richterin, ob er sich an jenem Tag ebenfalls alkoholisiert ins Auto gesetzt habe, hatte er verneint.

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