Fahrradstation am Bahnhof soll eingehaust werden
Eine zähe Angelegenheit

Nordwalde -

Von den fünf separaten Unterstellmöglichkeiten am Bahnhof sollen drei so eingehaust werden, dass dort Fahrräder sicher abgestellt werden können. Klingt nicht allzu kompliziert. Doch zwei Jahre, nachdem die Gemeinde das Projekt angestoßen hat, ist es immer noch nicht abgeschlossen.

Montag, 28.09.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 17:56 Uhr
Von den fünf separaten Unterstellmöglichkeiten am Bahnhof sollen drei so eingehaust werden, dass dort Fahrräder sicher abgestellt werden können. Das Projekt beschäftigt die Gemeinde bereits seit zwei Jahren.
Von den fünf separaten Unterstellmöglichkeiten am Bahnhof sollen drei so eingehaust werden, dass dort Fahrräder sicher abgestellt werden können. Das Projekt beschäftigt die Gemeinde bereits seit zwei Jahren. Foto: Vera Szybalski

Es klang zunächst nicht nach einem komplizierten Projekt: Drei Fahrradunterstände am Bahnhof einhausen, einen Chip als Schlüssel an interessierte Nordwalder verteilen und schon haben diese eine Möglichkeit, ihr Rad oder E-Bike sicher abzustellen, wenn sie mit der Bahn in Richtung Münster oder Enschede aufbrechen. Bereits 2018 brachte der Gemeinderat das Projekt auf den Weg. Zwei Jahre später ist die Fahrradstation immer noch nicht eingehaust und das Vorhaben ist auch noch deutlich teurer geworden.

Reinhard Holt vom Technischen Büro für Kanal- und Straßenbau aus Greven hatte im jüngsten Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss den Stand der Planungen vorgestellt. Im kommenden Jahr könnte das Projekt nun realisiert werden. Die Verwaltung soll die benötigten Gelder in Höhe von 170 000 Euro in die Haushaltsberatungen einbringen. Die Gemeinde erhält für das Vorhaben Fördermittel von rund 80 000 Euro vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe.

Fundamente sind nicht fachgerecht erstellt

Aber der Reihe nach: Nachdem das Projekt vorgestellt worden war, hatten sich schnell mehrere Nordwalder gemeldet, die gerne einen Platz in der Fahrradstation mieten wollten. Deutlich schwieriger gestaltete sich die Auftragsvergabe. Zwei Mal schrieb die Gemeinde das Vorhaben öffentlich aus, zwei Mal bewarb sich niemand.

Die Gemeinde forderte anschließend sechs Firmen auf, ein Angebot abzugeben. „Zum Abgabetermin lag nur ein Angebot vor“, sagte Reinhard Holt. „Ende letzten Jahres wurde dann der Auftrag erteilt.“ Die Firma Uennigmann aus Everswinkel machte sich an die Arbeit, stieß dabei aber gleich auf die nächsten Probleme.

Als ein entscheidender Knackpunkt bei dem Projekt erwiesen sich die Fundamente. Diese hatte die Gemeinde von einer Firma freilegen lassen, ein Statiker untersuchte sie. Das Ergebnis: Für einen Umbau reichen sie nicht aus, die Fundamente sind nicht fachgerecht erstellt worden. Die Statik ist nicht gegeben.

Unterlagen zur Standfestigkeit habe es zuvor nicht gegeben, sagte Holt. Diese hätten weder der Gemeindeverwaltung noch dem Kreis Steinfurt vorgelegen. Die Maßnahme hatte die Gemeinde vor rund 15 Jahren gemeinsam mit der Deutschen Bahn umgesetzt. Die Herstellerfirma der Fahrradabstellanlage ist mittlerweile insolvent.

Mehrkosten von circa 53 000 Euro

Durch den Umbau der Fahrradstation mit Scheiben auf der Westseite entsteht zusätzlicher Winddruck. Dieser kann durch die vorhandene Konstruktion nicht aufgenommen werden. Zudem verfügen nicht alle Dächer über eine funktionsfähige und den Vorschriften entsprechende Dachentwässerung.

Es bleiben zwei Möglichkeiten: Die alte Anlage wird demontiert, mit zusätzlichen Streben stabilisiert und wieder aufgebaut. Oder die alte Fahrradstation wird abgerissen und eine neue errichtet. In beiden Fällen müssen die Fundamente erneuert werden.

Die zusätzlich anfallenden Kosten decken sich fast, sie betragen circa 53 000 Euro. „Mein Vorschlag ist, dass wir die vorhandene Fahrradabstellanlage abbrechen und dafür ein komplett neues Gebäude hinstellen“, sagte Reinhard Holt. Der Planungsausschuss hat noch nicht entschieden, welche der beiden Varianten umgesetzt wird. Es sind auch noch letzte Fragen zu klären, etwa ob noch Einsparungspotenzial besteht. Aus den Reihen der CDU kam beispielsweise der Vorschlag, ein Angebot für einen Neubau ohne Glasscheibe anzufordern.

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