Kirchengemeinden gehen zum Gottesdienst in die Reithalle und in den Wald
Lösungen für Weihnachten

Nordwalde -

Beide Kirchengemeinden werden Weihnachten wegen der Corona-Abstandsregeln ihre Gottesdienste nicht in ihren Kirchen feiern. Die Katholiken gehen in die große Reithalle des Reit- und Fahrvereins Nordwalde und die Protestanten werden unter freiem Himmel die Geburt Jesu zelebrieren. Dabei wird der Kinder-Gottesdienst im benachbarten Wichernwäldchen durchgeführt.

Samstag, 17.10.2020, 07:00 Uhr
In der großen Reithalle (Foto o.) und im Wichernwäldchen (Foto u.) finden
In der großen Reithalle (Foto o.) und im Wichernwäldchen (Foto u.) finden Foto: Matthias Lehmkuhl

Es passt irgendwie zu Weihnachten , ein Gottesdienst in der Reithalle. „Jesus ist ja auch in einem Stall geboren“, sagt Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup mit einem Schmunzeln. Ställe werden gar nicht so weit entfernt sein, wenn die Gottesdienstbesucher an Heiligabend in der großen Halle des Nordwalder Reit- und Fahrvereins zusammenkommen. Der Gottesdienst in der Reithalle erinnert nicht nur auf eine Art an Jesus Geburt, sondern löst zugleich noch ein Problem für die Pfarrgemeinde St. Dionysius: Wie kann in Corona-Zeiten Weihnachten gefeiert werden? Die Reithalle ist eine Antwort darauf.

An Heiligabend finden dort um 14 und 16 Uhr Gottesdienste statt. Es dürfen jeweils maximal 300 Besucher erscheinen, die Hygieneregeln müssen eingehalten werden. „Das Ganze natürlich unter Vorbehalt, dass sich bis Weihnachten nichts ändert“, sagt Schulte Eistrup mit Blick auf Regeln zum Schutz vor Corona.

Die beiden Gottesdienste in der Reithalle werden aber nicht die einzigen an Weihnachten sein, die anderen finden in der Kirche statt. Für alle gilt: Besucher müssen sich anmelden.  Zuletzt hatte es erneut einige Anrufe im Pfarrbüro gegeben, mit der Frage, wie es denn mit Weihnachten aussehe. Anmeldungen sind aber erst ab 2. November (Montag) im Pfarrbüro von St. Dionysius unter Telefon 0 25 73/22 20 möglich. Es geht nach dem Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Nicht nur beim Ort des Gottesdienstes muss sich die Kirchengemeinde anpassen, auch bei der Gestaltung. „Klassische Krippenspiele wird es in diesem Jahr nicht geben“, sagt Ulrich Schulte Eistrup. Diese müssen frühzeitig vorbereitet werden. Die Abstands- und Hygieneregeln dabei einzuhalten, ist nicht einfach. Dennoch werden die Gottesdienste in der Reithalle „sicherlich gestalterische Elemente haben“.

Der Kulturverein „Mach was“ hat schon signalisiert, dass er sich vorstellen kann, den Gottesdienst mitzugestalten. Bei der Christmette um 22  Uhr oder dem Festhochamt um 10.30 Uhr am ersten Weihnachtstag wird es ebenfalls musikalische Beiträge geben. Für die Gottesdienste in der Reithalle empfiehlt Schulte Eistrup den Besuchern, festes Schuhwerk und eine warme Jacke anzuziehen.

Nicht viel anderes dürfte Pfarrerin Janine Hühne den Gottesdienstbesuchern der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge raten. Denn der Familiengottesdienst mit Krippenspiel, die Christvesper und „Weihnachten im Wäldchen“ finden draußen statt. Letzteres ist ein Angebot für Kinder, das am 23. Dezember (Mittwoch) um 16.30 Uhr im Wichernwäldchen veranstaltet wird. Im Anschluss soll es bei gutem Wetter noch Kakao und Tee vor der Kirche geben.

An Heiligabend findet um 15 Uhr der Familiengottesdienst auf dem Bispinghof statt – bei jedem Wetter. Die Christvesper um 17 Uhr wird ebenfalls eine Open-Air-Veranstaltung.

Anders sieht es bei den Gottesdiensten in Altenberge aus, die in der Kirche angeboten werden: an Heiligabend um 14 Uhr ein Familiengottesdienst mit Krippenspiel, für den sich Besucher ebenso anmelden müssen wie für die Christvesper um 16 Uhr. Keine Anmeldung wird für die Christmette um 23 Uhr benötigt.

„Da die Plätze in der Kirche begrenzt sind, laden wir natürlich auch alle Altenberger ein, nach Nordwalde zu kommen“, sagt Janine Hühne. Wer auf einen Sitzplatz angewiesen ist oder im trockenen Raum sein will, ist ortsunabhängig nach Altenberge eingeladen. Bis sich Besucher für die Gottesdienste anmelden können, wird es noch etwas dauern. Ein konkretes Datum steht noch nicht fest, vermutlich werden die Anmeldungen erst im Dezember möglich sein. Derzeit steht das Programm auch noch unter Vorbehalt, weil noch Genehmigungen ausstehen. Grundsätzlich gilt aber: „Zum Weihnachten im Wäldchen und zu den Gottesdiensten laden wir alle ein, unabhängig von Konfession und Glaube“, sagt Hühne.

  • Noch vor Weihnachten steht der Martinstag an. Familien mit Kindern sind eingeladen, am 11. November (Mittwoch) von 16 bis 19 Uhr mit Laternen auf den Spuren des heiligen Martin zu wandeln. An zehn Stationen können Familien die Geschichte nachvollziehen. „Das Schöne ist, dass man so die ganze Martinsgeschichte erzählen kann“, freut sich Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup schon jetzt darauf.
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