Betrugsverfahren gegen Nordwalderin eingestellt
Tierarztrechnungen nicht bezahlt

Nordwalde -

Eine 35 Jahre alte Nordwalderin stand jetzt vor dem Amtsgericht Steinfurt. Ihr wurde Betrug in vier Fällen vorgeworfen. Sie hatte Tierarztrechnungen nicht bezahlt.

Freitag, 06.11.2020, 16:08 Uhr
Betrugsverfahren gegen Nordwalderin eingestellt: Tierarztrechnungen nicht bezahlt

Eine Tierkrankenversicherung (TKV) erstattet die erforderlichen Kosten der tiermedizinisch notwendigen Diagnostik und Heilbehandlung einschließlich Operationen und der Medikation infolge Krankheit oder Unfall für versicherte Haustiere.

Eine derartige TKV hatte eine 35 Jahre alte Nordwalderin für ihre Englische Bulldogge abgeschlossen. Zwischen April und Oktober vergangenen Jahres mussten ihr Vierbeiner und das Pferd ihres Lebensgefährten in Tierarztpraxen in Altenberge und Greven behandelt werden. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 1731,28 Euro, die bis heute noch offen stehen, weil die Versicherungen die Kosten bisher nicht übernommen haben. Deshalb musste sich die bis dato nicht vorbestrafte Nordwalderin am Donnerstag wegen Betruges vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.

„Das Pferd gehört nicht ihr, sondern ihrem Lebensgefährten“, stellte ihr Verteidiger klar, der gleichzeitig den Partner seiner Mandantin als Zeugen benannte. Der Anwalt überreichte der Richterin eine Kopie der Versicherungspolice für den Hund. „Die Prämien sind tatsächlich entrichtet worden. Der Lebensgefährte hat so eine Kopie auch in der Tierarztpraxis persönlich abgegeben“, so der Anwalt weiter. Seine schwangere und in Privatinsolvenz befindliche Klientin schilderte dem Gericht, dass sie in den Praxen jeweils vor den Behandlungen Bescheid gegeben habe, dass sie kein Geld habe, um die notwendigen tiermedizinischen Eingriffe zu bezahlen und die Versicherung dafür aufkomme.

„Alle Praxen sagten mir, dass sie sich darum kümmern werden und, dass das so in Ordnung gehen würde“, sagte die Angeklagte. Für eine Behandlung ihres Hundes habe sie sogar 120 Euro in bar bezahlt: „Mehr hatte ich nicht dabei.“ Wegen der noch offenen Tierarztrechnung für das Pferd habe sie mehrmals angerufen und gesagt, sie habe nichts damit zu tun, weil das Tier ihrem Lebensgefährten gehöre. „Erst vor wenigen Tagen ist die Rechnung mit der richtigen Adresse bei uns eingegangen“, erklärte die 35-Jährige. Nach dem ihre Englische Bulldogge am 8. Oktober vergangenen Jahres behandelt wurde und anschließend keine gesundheitlichen Verbesserungen bei ihrem Hund eingetreten seien, wäre bei ihr das Chaos ausgebrochen. „Ich war physisch und psychisch total im Eimer. Außerdem litt ich an starken Depressionen“, hob sie unter Tränen hervor, dass sie nichts mehr geregelt bekam und Mahnbescheide einfach ignorierte.

Die Richterin stellte fest, dass Zeugen zu einem neuen Termin im kommenden Jahr geladen werden müssten, um zu einem Freispruch zu gelangen. Deshalb schlug sie wegen der Schwangerschaft der Angeklagten und der in diesem Zusammenhang drohenden physischen und psychischen Belastung eine Einstellung des Verfahrens vor. Der Verteidiger wünschte sich darüber hinaus, dass alle Prozesskosten – auch seine – zu Lasten der Staatskasse gehen. Der Staatsanwalt stimmte nach einer kurzen Unterbrechung dem Vorschlag des Verteidigers zu.

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