Corona-Infektionszahlen sind auf 39 Personen angestiegen
Hoffnungsschimmer: Spitze des Eisbergs erreicht?

Nordwalde -

Vor drei Wochen war kein einziger Nordwalder mit dem Coronavirus infiziert, jetzt hat die Zahl einen neuen Höchststand erreicht. 39 Nordwalder sind zurzeit infiziert, so viele wie nie zuvor.

Donnerstag, 19.11.2020, 06:44 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 06:50 Uhr

Das war nicht vorauszusehen: Vor einer Woche sagte Nordwaldes Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink gegenüber dieser Zeitung noch, dass die zweistelligen Corona-Infektionszahlen „in eine Richtung gehen, die nicht gut ist“.

Damals hatten sich 18 Nordwalder Mitbürgerinnen und Mitbürger mit dem gefährlichen Virus angesteckt. Das waren mehr, als zu Zeiten des ersten Shutdowns im Frühjahr. Doch mittlerweile ist der 9400-Seelen-Ort bei 39 Infizierten angelangt. Tendenz stagnierend.

Im Vergleich zu ähnlich großen Kommunen im Kreis Steinfurt steht Nordwalde schlecht da. So sind in Altenberge (10 300 Einwohner) nur zehn, in Tecklenburg (9100 Einwohner) elf und in Lienen (8500 Einwohner) 14 Menschen aktuell nachweislich infiziert (Stand Mittwoch).

„Wir haben recherchieren können, dass es nur einige wenige große Familien sind, in denen sich alle Familienmitglieder infiziert haben“, schiebt Dagmar Hilgenbrink gleich denjenigen einen Riegel vor, die ausländische Familien in Verdacht haben.

Das Problem: Hat sich ein Familienmitglied irgendwo angesteckt, gibt es allein schon durch die räumliche Nähe, die in Familien nun mal gegeben ist, das Virus weiter. „Das können wir nicht verhindern. Was wir verhindern können, ist, dass das Virus außerhalb des Familienverbundes weitergegeben wird. Und da sind wir auf einem guten Weg“, glaubt die Ordnungsamtsleiterin, dass die Infektionszahlen nicht mehr stark ansteigen und ergänzt: „Das A und O ist die Unterbrechung der Infektionskette. Dazu benötigen wir unbedingt die Kontaktketten.“

Die vom Coronavirus betroffenen Personen seien sehr kooperativ und versuchen alles Mögliche, um die Kontaktketten nachzuvollziehen.

Seitdem es die Quarantänebestimmungen gebe, habe es bisher noch keine Verfehlungen gegen die Corona-Regeln gegeben. „Ich musste noch kein einziges Bußgeld wegen einer derartigen Ordnungswidrigkeit erteilen“, unterstreicht die Ordnungsamtsleiterin, wie vorbildlich sich die Nordwalder verhalten und appelliert an die Bevölkerung, dies auch weiterhin zu tun.

Die Belastung ihres Fachbereiches mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei immens. „Wir sind völlig ausgelastet und wissen manchmal nicht mehr, wo uns der Kopf steht“, hofft Dagmar Hilgenbrink, dass die Infektionszahlen wieder heruntergehen.

Eine direkte Unterstützung aus dem Ehrenamt sei nicht möglich, aber auf Hilfe beim Einkauf oder bei der Besorgung von Medikamenten seien viele Betroffene angewiesen. Darüber ist Dagmar Hilgenbrink froh und meint abschließend: „Da sind unsere Kirchengemeinden und die Landjugend ganz vorne dabei.“

Infektionsketten häufiger nicht nachvollziehbar

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