Evangelische Kirchengemeinde geht neue Wege
Und es hat Zoom gemacht

Nordwalde/Altenberge -

Einen Gottesdienst von Angesicht zu Angesicht feiert die evangelische Kirchengemeinde derzeit coronabedingt nicht. Stattdessen weicht sie ins Internet aus. Neben den Andachten bei Youtube probiert sie jetzt etwas Neues: einen Gottesdienst via Zoom.

Montag, 18.01.2021, 20:01 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 20:10 Uhr
Auf Gottesdienste in der Nordwalder Christuskirche und der Altenberger Friedenskirche müssen die Gemeindeglieder derzeit verzichten. Die Kirchengemeinde bietet dafür eine digitale Alternative an, am Sonntag (24. Januar) erstmals via Zoom.
Auf Gottesdienste in der Nordwalder Christuskirche und der Altenberger Friedenskirche müssen die Gemeindeglieder derzeit verzichten. Die Kirchengemeinde bietet dafür eine digitale Alternative an, am Sonntag (24. Januar) erstmals via Zoom. Foto: Szybalski/Schildwächter

Den Weg ins Internet ist die evangelische Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge schon im ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres gegangen. Seitdem hat Pfarrerin Janine Hühne immer wieder Andachten bei Youtube hochgeladen. Jetzt probiert die Kirchengemeinde noch mal etwas Neues: Am kommenden Sonntag (24. Januar) feiert sie ihren ersten Gottesdienst via Zoom.

Bereits um 10 Uhr kann sich auf der Videokonferenzplattform eingeloggt werden, um die Technik zu testen, aber auch um sich mit anderen Gemeindegliedern auszutauschen. „Das ist eine Art Kirchencafé“, sagt Hühne. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr und werde voraussichtlich eine halbe oder Dreiviertelstunde dauern. Wer an dem Gottesdienst teilnehmen möchte, kann sich dafür auf der Homepage der Kirchengemeinde oder zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros anmelden. Auf der Internetseite ist auch eine Erklärung zu finden, wie die Teilnahme funktioniert. Am Freitag (22. Januar) können sich Interessierte zudem um 20.30 Uhr schon mal einwählen, um die Technik zu testen.

Gemeindeglieder mal wieder sehen

Es ist möglich, per Telefon mitzumachen. „Schöner ist es letztlich mit Video, damit man sich auch mal wieder sehen kann“, sagt Hühne, die sich darauf freut: „Ich würde gerne mal wieder Leute aus der Gemeinde sehen.“ Im Prinzip solle es ein normaler Gottesdienst werden, der aber auch interaktive Elemente enthalten soll.

Wie gut ein Zoom-Gottesdienst funktionieren kann, hat Hühne selbst erlebt. Ein Freund, der Pfarrer in Südafrika ist, habe so einen Gottesdienst veranstaltet. Die Pfarrerin hatte schon länger die Idee, das auch mal auszuprobieren. Die eher kurzen Andachten bei Youtube würden zwar gut laufen: „Aber das hat sich ein bisschen eingefahren“, sagt Hühne. „Und die guckt eben jeder allein.“ Sie hätten den Vorteil, dass jede und jeder entscheiden könne, wann er sich die Andacht anguckt, aber auch den Nachteil, dass man sich nicht sehe.

Schnell und recht einfach

Deshalb soll das Experiment mit Zoom gewagt werden. Wenn nicht jetzt die Zeit sei, etwas auszuprobieren, wann dann. Hühne kann verstehen, wenn besonders Schülerinnen und Schülern oder Menschen, die sowieso den ganzen Tag im Homeoffice vor dem Computer sitzen, ein bisschen die Lust an Zoom-Konferenzen vergangen ist. Dennoch ist sie überzeugt: „Das ist eine schnelle und recht einfache Möglichkeit, miteinander Kontakt zu haben."

Ob es nach Sonntag weitere Zoom-Gottesdienste gibt, will Hühne auch davon abhängig machen, wie die Premiere läuft. Vielleicht wird dann noch an der einen oder anderen Stellschraube gedreht. „Ich kann mir vorstellen, eine Mischung zu machen“, sagt Hühne. „Vielleicht zwei Mal im Monat eine Andacht bei Youtube und zwei Mal im Monat ein Zoom-Gottesdienst. Aber erst mal will ich das ausprobieren.“

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