Landstraße zwischen Greven und Nordwalde
Nur noch 50 km/h: Die Straße ist hin

Nordwalde/Greven -

Rissiger Asphalt, das Wetter hat der Landstraße L 555 geschadet. Jetzt hilft hier zur Sicherheit Tempo 50.

Freitag, 05.02.2021, 18:23 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 18:30 Uhr
50 Stundenkilometer sind derzeit auf der L 555 zwischen Greven und Nordwalde erlaubt. Die Schäden der Straße sind deutlich zu erkennen.
50 Stundenkilometer sind derzeit auf der L 555 zwischen Greven und Nordwalde erlaubt. Die Schäden der Straße sind deutlich zu erkennen. Foto: Peter Beckmann

Gefühlt ist es eigentlich noch nicht lange her, dass die Teermaschinen weg sind. Aber: So kann man sich täuschen. Es ist schon acht Jahre her, seitdem die Landstraße 555 zwischen Nordwalde und Greven „gemacht“ wurde. Und jetzt ist sie wieder fällig. Aber diesmal richtig.

Rundes Schild, roter Rand, 50 in der Mitte – mit dem Auto zwischen Greven und Nordwalde unterwegs zu sein, ist derzeit nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Aber die meisten Dauernutzer hatten sicherlich damit gerechnet. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen baute die Straße mächtig ab. „Die Straße hat alle sechs bis acht Meter Querrisse“, beschreibt Heinrich Lüttke-Wenning vom Landesbetrieb Straßenbau das Problem.

Ein Problem, das von Tag zu Tag größer wird. „Der Wechsel von Frost und Tauwetter sorgt dafür, dass die Risse größer werden“, sagt der Fachmann. Der erklärt auch, wo die eigentliche Ursache liegt. „Die unteren Lagen und der Asphalt selber dehnen sich unterschiedlich aus, wenn sie verfestigt werden.“ Und das passiert, wenn viele Autos und vor allem Lkw die Straße nutzen.

Risse wachsen

Wie gesagt: Die Risse werden größer, mit Tempo 100 darüber fahren, wäre wohl nicht wirklich gesund. Und deshalb haben die Verantwortlichen die Notbremse gezogen und das Tempo auf 50 Stundenkilometer beschränkt – auch wenn sich kaum jemand daran hält. Aber zumindest fahren die meisten langsamer.

Natürlich ist das keine Dauerlösung. Aber wann die Straße erneuert wird, steht noch nicht fest. „Die Straße steht ganz oben auf der To-do-Liste, die Finanzierung dürfte tendenziell gesichert sein“, schätzt Lüttke-Wenning. Der Zeitpunkt der Bauarbeiten hänge von ganz vielen Faktoren ab.

Gutachten in Arbeit

Lüttke-Wenning glaubt, dass die Straße diesmal sogar komplett erneuert wird. „Das geht wohl nicht anders.“ Dazu sei jetzt ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. „Da finden dann entsprechende Bohrungen statt, die Informationen zum Zustand der Straße und vor allem des Unterbaus liefern.“

Vor acht Jahren sah das noch anders aus. Da wurden nur die oberen fünf Zentimeter abgefräst und erneuert. Aber: Oben drauf gab es einen neuen, durch einen Grünstreifen abgetrennten Radweg zwischen Greven und Nordwalde, der sehr gut angenommen wird. Die L 555 zwischen Nordwalde und Greven ist im übrigen sehr gut befahren. Wie gut, sagen allerdings nur die Zahlen aus dem Jahr 2015. Normalerweise wird eine Verkehrszählung alle fünf Jahre durchgeführt. Aktuelle Zahlen gibt es allerdings nicht. Man ahnt schon, warum. „Die Zählung im vergangenen Jahr ist wegen Corona ausgefallen“, erklärt Lüttke-Wenning.

Rund 7800 Fahrzeuge

Also die alten Zahlen: Da nutzten durchschnittlich 7807 Fahrzeuge die L 555 innerhalb von 24 Stunden. „Rund fünf Prozent der Fahrzeuge waren Lkw.“ Durchschnittlich werden die Landstraßen in NRW von 6000 Fahrzeugen genutzt. Aktuell dürfte die Zahl der Fahrzeuge, die die L 555 befahren, deutlich höher sein. Aber: Das sind nur Vermutungen – dank Corona.

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