Wintereinbruch hinterlässt Spuren in Nordwalde
Bauhof arbeitet sich sukzessive vor

Nordwalde -

Der Wintereinbruch mit viel Schnee hat dem Bauhof in Nordwalde viel Arbeit verschafft. Seit Sonntagmorgen räumen die Mitarbeiter Straßen. Dass der Schnee schnell schmilzt, ist nach einem Blick auf die Wettervorhersage nicht zu erwarten.

Dienstag, 09.02.2021, 21:22 Uhr
Die Foliengewächshäuser der Gärtnerei Gerlach sind unter der Schneelast zusammengebrochen. Feuerwehrleute brachten das Mittagessen (kl. Bild) ins Eva-von-Tiele-Winckler-Haus.
Die Foliengewächshäuser der Gärtnerei Gerlach sind unter der Schneelast zusammengebrochen. Feuerwehrleute brachten das Mittagessen (kl. Bild) ins Eva-von-Tiele-Winckler-Haus.

Viel zu tun für den Bauhof, wenig Einsätze für die Feuerwehr , Schäden in der Gärtnerei und Hilfe für das Eva-von-Tiele-Winckler-Haus: Der Wintereinbruch mit viel Schnee hat auch Nordwalde betroffen. Seit Sonntagmorgen waren die Mitarbeiter des Bauhofs im Dauereinsatz. Um 4 Uhr machte sich der Leiter des Winterdienstes auf den Weg, ab 5 Uhr und bis 20.30 Uhr waren schließlich alle Mitarbeiter mit Schneeräumarbeiten beschäftigt, berichtet Bauhof-Leiter Norbert Schröer. Am Montag ging es ebenfalls wieder um 5 Uhr los.

Der Bauhof kann den Schnee nur an die Seite schieben. Salz oder Sole auf der Fahrbahn zu streuen mache derzeit keinen Sinn. „Das hat keine Wirkung bei der Menge an Schnee“, sagte Schröer. Es besteht auch die Gefahr, dass die Sole festfriert und dadurch eine Eisdecke auf der Fahrbahn entsteht. Der Bauhof arbeitet sich sukzessive vor, zunächst waren die Hauptverkehrsadern dran.

Schnee soll woanders deponiert werden

„Wir versuchen, uns durchzuarbeiten“, sagte Schröer. Sie müssten aber auch gucken, wohin mit dem Schnee. Dass dieser so schnell schmelze, vermutet Schröer nach einem Blick auf die Wettervorhersage nicht. Wo der Schnee zumindest teilweise deponiert werden kann, dafür gebe es schon Ideen, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann. Wo genau und in welcher Reihenfolge das geschehe, stehe aber noch nicht ganz fest.

Wintereinbruch in Nordwalde

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  • Der Wintereinbruch mit üppigen Schneebergen hat auch Nordwalde betroffen.

    Foto: Sigrid Terstegge
  • Die Foliengewächshäuser der Gärtnerei Gerlach sind unter den Schneemassen zusammengebrochen.

    Foto: privat
  • Am Sonntag morgen ging im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus nichts mehr. Zwei Feuerwehrleute brachten das Mittagessen für das gesamte Haus. „Alles gerettet“, sagte Einrichtungsleiterin Heike Schulz.

    Foto: Eva-von-Tiele-Winckler-Haus
  • Im Scheddebrock sorgte das Wetter für bizarre Schneeverwehungen. Der Weg am Haus entlang war komplett frei geweht und der Schnee türmte sich am Blumenbeet entlang zu einem „Deich“.

    Foto: privat
  • Die Nordwalder Feuerwehr hat sich auf den Winterbruch vorbereitet und die Fahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet.

    Foto: Feuerwehr Nordwalde
  • Das Auto zu bewegen war nach dem Wintereinbruch keine leichte, wenn nicht schier unmögliche Angelegenheit.

    Foto: Sigrid Terstegge

Zunächst werden die Straßen frei geräumt, damit die Rettungswagen durchkommen. Dadurch werde der Schnee zum Ärger einiger Anwohnerinnen und Anwohner manchmal auf die Gehwege geschoben. „Manchmal beißt sich das“, sagte Schemmann. „Aber die Straßen haben höchste Priorität.“ Der Bauhof wird bei seiner Arbeit auch von Lohnunternehmen und Firmen unterstützt.

Wie der Bauhof hatte auch die Feuerwehr aufgrund der Vorhersagen einige Vorkehrungen getroffen. Die Bilanz des Wochenendes: Am Sonntag mussten die Kameradinnen und Kameraden schneebedingt zu zwei Einsätzen ausrücken, am Montagmorgen kam ein weiterer dazu.

Es schneite ohne Ende, unser eigener Winterdienst kam nicht durch, unsere Fahrzeuge waren in Schneeverwehungen ‚verschwunden‘ und das Mittagessen für das gesamte Haus musste vom Augustinus-Haus abgeholt werden. Keine Chance.

Heike Schulz

Am Sonntag mussten die Feuerwehrleute gleich zwei Mal Rettungswagen befreien, die im Schnee stecken geblieben waren. Zunächst war um 9.15 Uhr zum Nordwalder Kreuz alarmiert worden, um 17.15 Uhr blieb ein weiterer Rettungswagen stecken. Am Montagmorgen benötigte der Rettungsdienst Tragehilfe von der Feuerwehr, die half, einen Patienten durch den Schnee zum Rettungswagen zu transportieren. Den Schnee auf der Wichernturnhalle beobachten die Feuerwehrleute. Es könnte sein, dass das Dach in den nächsten Tagen vorsorglich geräumt wird.

Die Feuerwehr ist vorbereitet, wenn der Schnee wie erwartet noch ein paar Tage liegen bleibt. Bereits am Sonntagmorgen haben die Kameraden vier Fahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet. Ein eigentlich schon ausgemustertes, aber immer noch funktionstüchtiges Fahrzeug mit Allradradantrieb, das sich bei diesen Witterungen gut steuern lässt, stünde für Einsätze ebenfalls zur Verfügung.

Feuerwehr leistet Soforthilfe

In etwas anderer Mission war die Nordwalder Feuerwehr am Wochenende auch unterwegs. Am Sonntagmorgen ging im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus nichts mehr. „Es schneite ohne Ende, unser eigener Winterdienst kam nicht durch, unsere Fahrzeuge waren in Schneeverwehungen ‚verschwunden‘ und das Mittagessen für das gesamte Haus musste vom Augustinus-Haus abgeholt werden. Keine Chance“, erklärte Einrichtungsleiterin Heike Schulz .

Ein Anruf bei der Feuerwehr bescherte eine Soforthilfe, „die einfach toll ist“, so Schulz: Selbstverständlich helfe man dem Eva-von-Tiele-Winckler-Haus. Kurze Zeit später kamen zwei Mitglieder der Feuerwehr und brachten das Mittagessen. „Alles gerettet“, bedankte sich Schulz bei der Wehr ebenso wie bei den Nachbarn, die angeboten hatten, Schnee zu schippen.

Folienhäuser werden erneut beschädigt

Hart getroffen hat es die Gärtnerei Gerlach. Zwei Foliengewächshäuser haben die Schneemassen nicht mehr tragen können und sind zusammengebrochen. „Es sind wieder die gleichen Häuser betroffen wie beim Sturm“, sagte Susanne Gerlach. Dem Orkantief „Friederike“ waren die mit einer Folienbedachung ausgestatteten Gewächshäuser vor drei Jahren zum Opfer gefallen. Diese hatten Susanne und Swen Gerlach wieder repariert. „Wir haben neue Folien drauf ziehen lassen und doch wieder investiert“, sagte Susanne Gerlach. „Was wir jetzt machen, weiß ich nicht.“

Denn diesmal sei auch die Konstruktion arg in Mitleidenschaft gezogen worden. In den Folienhäusern stehen Baumschulgehölze und Stauden. „Wir müssen sehen, wie stark die beschädigt sind“, sagte Gerlach. Nicht an alle kommen sie derzeit heran. Besser schützen ließen sich die Häuser nicht. „Da ist man machtlos. Man kriegt den Schnee ja nicht runter.“ Die Glashäuser mit den Verkaufspflanzen sind auch voller Schnee. Dort lässt sich aber die Temperatur hochfahren, damit der Schnee schmilzt. Das ist bei den Folienhäusern nicht möglich.

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