St.-Augustinus-Altenzentrum: Interview mit Dr. Susanne Sünderkamp und Sabine Lichter
„Pflege kann keiner ersetzen“

Nordwalde -

Viele Monate lang blieb das St.-Augustinus-Altenzentrum von einem großen Corona-Ausbruch verschont. Ende 2020 stiegen dann die Infektionszahlen. Im Interview sprechen Geschäftsführerin Dr. Susanne Sünderkamp und Pflegedienstleiterin Sabine Lichter über das Hadern mit dem Schicksal, Pech bei der Impfung und Licht am Horizont. Von Vera Szybalski
Samstag, 13.02.2021, 11:05 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.02.2021, 11:05 Uhr
Dr. Susanne Sünderkamp (l.) und Sabine Lichter sprachen im Interview über die vergangenen Wochen im St.-Augustinus-Altenzentrum.
Dr. Susanne Sünderkamp (l.) und Sabine Lichter sprachen im Interview über die vergangenen Wochen im St.-Augustinus-Altenzentrum. Foto: Vera Szybalski
Viele Wochen hatte das St.-Augustinus-Altenzentrum mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen. Vor ein paar Tagen rieselte dann der Schnee, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen mit dem Trecker zur Arbeit oder haben im Haus übernachtet. „Wir sind es geübt, eine Herausforderung nach der anderen anzunehmen“, sagt Geschäftsführerin Dr. Susanne Sünderkamp, die gemeinsam mit Sabine Lichter, stationäre Pflegedienstleiterin, im Interview mit Redaktionsmitglied Vera Szybalski einen Blick zurück wirft auf belastendende Situationen, die Stimmung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie das Pech bei der Impfung. Das Altenzentrum hat viele Monate der Pandemie ohne einen großen Ausbruch überstanden. Wie haben Sie die Situation erlebt, als dann nicht nur ein, zwei, sondern etliche Corona-Fälle auftraten? Dr. Susanne Sünderkamp: Mit der Situation musste man die ganze Zeit rechnen. Quasi mit Auftreten der Pandemie wussten wir, dass wir an vorderster Front stehen, weil die Kontakte nur begrenzt reduzieren werden können. Das Arbeiten in der Pflege ist sehr körpernah. Deswegen waren wir uns immer des Risikos bewusst, dass es uns erwischen kann. Wir haben immer gehofft, dass wir mit unseren Hygienemaßnahmen möglichst lange möglichst gut dadurch kommen. Als die Infektionszahlen nach den Sommerferien, besonders ab Oktober, anstiegen, hatten alle Sorge. Wenn man über Monate im Hinterkopf hat, dass diese Situation eintreten kann, ist man dann vorbereitet oder ist es doch ein Schock? Sabine Lichter: Ein Schock würde ich nicht sagen. Darauf vorbereitet waren wir. Als tatsächlich die ersten zwei Mitarbeiter durch einen Schnelltest aufgefallen sind, wurden wir ganz, ganz schnell. Es war ein Bereich betroffen, die Hausgemeinschaft 6, dort wurden alle Mitarbeiter und Bewohner getestet. Für infizierte Bewohner hatten wir den Wohnbereich 4 frei gehalten. Dahin sind Bewohner umgezogen und wir konnten das Ganze für eine gewisse Zeit eingrenzen. Dann hatten wir nach einem Flächentest vom Gesundheitsamt überall infizierte Bewohner wie auch Mitarbeiter, die gar nichts miteinander zu tun hatten.
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