Hengst trotzt der Corona-Krise
Filter plötzlich im Rampenlicht

Münster/Nordwalde -

Corona hat eine ganze Branche ins Rampenlicht gebracht. Das hat man beim Filter-Hersteller Hengst aus Münster registriert. Das weltweit agierende Unternehmen hat 2021 Großes vor.

Donnerstag, 18.03.2021, 20:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2021, 19:56 Uhr
Hengst-Geschäftsführer Christopher Heine erwartet im Jahr 2021 ein deutliches Umsatzplus.
Hengst-Geschäftsführer Christopher Heine erwartet im Jahr 2021 ein deutliches Umsatzplus. Foto: Hengst

Christopher Heine sieht sich mit seiner Branche nicht allein gelassen: „80 Millionen Bundesbürger sind Filtrationsexperten geworden“, stellt der Geschäftsführer (CEO) des weltweit agierenden Filter-Herstellers Hengst mit Hauptsitz am Nienkamp im Norden Münsters und einem Standort in Nordwalde fest. Die Corona-Pandemie hat schlaglichtartig die Bedeutung von Filtern und damit auch die Produkte von Hengst in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit rücken lassen. Sinnstiftend sei dies für die Arbeit, betont Heine, der Verantwortung für rund 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt, davon allein 1800 an den Standorten Münster und Nordwalde.

Wie man Aerosole aus der Luft filtert, beschäftigt infolge der Corona-Krise die Menschen weltweit – und so hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten nach Antworten gesucht. Schließlich sind Hochleistungspartikelfilter des Unternehmens längst in anderen hochsensiblen Bereichen im Einsatz. „Da haben wir überlegt, wie wir diese Filter aus der OP-Saal-Decke in ein kompaktes Gerät bringen“, berichtet Heine. Gerade erst habe man 650 Räume in Berliner Schulen mit den selbst entwickelten Luftreinigern ausgestattet, die auch an Schulen in Münster zum Einsatz kommen. Insgesamt etwa 3000 Stück seien bisher davon verkauft worden, heißt es.

25 Millionen Masken hergestellt

Auch Masken waren für den Filterspezialisten mit dem Aufkommen des gefährlichen Virus ein großes Thema. Dank eigener Maschinenbauer im Unternehmen konnte im Frühjahr vergangenen Jahres binnen weniger Wochen die Produktion anlaufen. 25 Millionen medizinische Masken hat Hengst nach eigenen Angaben inzwischen hergestellt.

Mit den wirtschaftlichen Kennziffern für das abgelaufene Jahr zeigt man sich zufrieden: „Besser als erwartet“, beschreibt Heine 2020. Den Umsatz dafür gibt Hengst mit 485 Millionen Euro an; knapp unterhalb des Vorjahresniveaus. Für das laufende Jahr strebt das Unternehmen ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich auf rund 550 Millionen Euro an. „Der Ausblick ist sehr positiv.“

Dabei profitiert man von einigen globalen „Mega-Trends“, wie der CEO sagt. Der Filter spiele etwa eine entscheidende Rolle, wenn es um saubere Luft oder sauberes Wasser gehe. Auch im Bereich der Brennstoffzelle sieht Hengst für sich Potenziale. Und bei Nutzfahrzeugen, die beispielsweise in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, geht es nach den Worten von Heine darum, mittels neuer Filter den Verbrennungsmotor sauberer zu machen.

Wir haben eine klare Strategie, in welchen Filtrationsbereichen wir wachsen wollen.

Christopher Heine

Bei großen Landmaschinen spielten Hydraulikteile eine wichtige Rolle, deren System mit Filtern geschützt und rein gehalten werde. Da passt aus Sicht von Hengst die Übernahme der Hydraulikfiltration von Bosch-Rexroth zum 1. April 2021 gut ins Konzept. Knapp 200 neue Mitarbeiter und ein Produktionswerk in Ketsch bei Heidelberg, das dann 14. von Hengst, kommen auf diese Weise hinzu sowie ein geplanter Jahresumsatz von 40 Millionen Euro.

Das soll in diesem Jahr aber nicht der letzte Coup gewesen sein, wie es heißt. „Wir haben eine klare Strategie, in welchen Filtrationsbereichen wir wachsen wollen“, betont der Geschäftsführer. Daneben stehen neue Vertriebsstandorte in Kanada und Australien auf der Agenda. Aktuell sind es derer sieben auf vier Kontinenten. In 180 Länder der Welt liefert Hengst eigenen Angaben zufolge derzeit seine Produkte.

 

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