Mutmaßlicher Drogenschmuggel
Zöllner liefern sich Verfolgungsjagd auf der B 54

Nordwalde/Münster -

Rasante Verfolgungsjagd: Zollbeamte haben sich auf der B 54 ein Rennen mit mutmaßlichen Drogenschmugglern geliefert, samt Kollision in Höhe von Nordwalde. Was bei dem spektakulären Fall fehlt, sind die Beweise.

Donnerstag, 25.03.2021, 16:45 Uhr aktualisiert: 25.03.2021, 17:04 Uhr
Mutmaßlicher Drogenschmuggel: Zöllner liefern sich Verfolgungsjagd auf der B 54
Die Flucht des aus den Niederlanden kommenden Autos endete auf der B 54 bei Nordwalde an einer Leitplanke. Foto: Hauptzollamt

Eine Routinekontrolle in Gronau hat sich am vergangenen Donnerstag (18. März) zu einer „rasanten Verfolgungsjagd“ über die B 54 entwickelt, wie das Hauptzollamt Münster jetzt mitgeteilt hat. Die Zollbeamten wollten demnach auf der Bundesstraße bei Gronau im Rahmen einer routinemäßigen Kontrolle ein aus den Niederlanden kommendes Auto überprüfen. Das Auto mit Coesfelder Kennzeichen sei zunächst mit auf einen Rastplatz gefahren, auf dem die Kontrolle stattfinden sollte, dort habe der Fahrer dann aber Gas gegeben und sei mit überhöhter Geschwindigkeit in Fahrtrichtung Münster geflüchtet.

Es entwickelte sich eine wilde, knapp 30 Kilometer lange Verfolgungsfahrt über die B 54. Dabei schreckte der Fahrer des Fluchtautos nach Angaben des Zolls auch nicht davor zurück, mehrfach auf die Gegenfahrbahn zu wechseln und mehrere Fahrzeuge über den Standstreifen zu überholen. 

Kollision mit Streifenwagen auf der B 54

In Höhe Nordwalde habe der Fahrer, ein 18-jähriger Mann aus Rotterdam, schließlich die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und sei mit der Leitplanke kollidiert. Aufgeben wollte der 18-Jährige aber immer noch nicht. Er setzte sein Auto im Zuge des weiteren Fluchtversuches rückwärts in den Streifenwagen des Zolls. Der Fluchtwagen verkeilte sich dabei zwischen Leitplanke und Streifenwagen und kam endgültig zum Stehen.

Sowohl am Fluchtwagen als auch am Streifenwagen und der Leitplanke kam es zum Sachschaden. Die beste Nachricht: Bei der Verfolgungsfahrt über die Bundesstraße wurde niemand verletzt.

Münsteraner vorläufig festgenommen

Nach dem Eintreffen weiterer Einsatzkräfte des Zolls sowie der Polizei aus dem Kreis Steinfurt nahmen die Beamten alle vier Insassen des Autos vorläufig fest. Neben dem Fahrer wurden auch der 54 Jahre alte Beifahrer sowie ein 21-jähriger Mann und eine 18-jährige Frau, alle wohnhaft in Münster, schließlich zur Polizeiwache gebracht.

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass der 18-jährige Fahrer unter Drogeneinfluss stand und nicht im Besitz eines Führerscheins war. Darüber hinaus stellten die Beamten fest, dass sowohl der Fahrer als auch ein weiterer Mitfahrer „bereits mehrfach wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln in Erscheinung getreten“ waren. 

Drogen aus dem Fenster geworfen?

In diesem Fall wurden allerdings keine Drogen im Auto gefunden. Während der Verfolgungsfahrt hatten die Zöllner beobachtet, wie drei unbekannte Gegenstände aus dem Fahrzeug geworfen wurden. „Es liegt nahe, dass es sich dabei um Drogen gehandelt hat, beweisen können wir das aber nicht“, berichtet eine Sprecherin des Zolls. Denn die aus dem Fenster geworfenen Gegenständen wurden später nicht gefunden.

Die weiteren Ermittlungen hat die Kreispolizeibehörde Steinfurt übernommen.

Zollkontrollen auf der B 54

Der Zoll kontrolliert regelmäßig Autos, die aus den Niederlanden nach Deutschland kommen. Bei einer dieser Kontrollen ist in diesem Monat ein Minivan mit über 1000 Cannabis-Stecklinge aufgeflogen .

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