38 Jahre alter Vater wegen Kinderpornografie angeklagt
Verteidigerin nennt es Zufallsgeschichte

Nordwalde -

Die Bilder und Videos hätten ihm Bekannte aus Spaß zugemailt: Ein 38 Jahre alter Mann aus Nordwalde muss sich vor Gericht verantworten, nachdem auf seinem Smartphone Dateien mit kinderpornografischen Inhalten gefunden worden waren. Es handele sich mehr um eine Zufallsgeschichte, sagte die Verteidigerin.

Freitag, 23.04.2021, 17:38 Uhr
Auf dem Smartphone eines 38 Jahre alten Mannes aus Nordwalde waren sieben Bilder und Videos mit kinderpornografischen Inhalten gefunden worden. Deshalb muss er sich nun vor Gericht verantworten.
Auf dem Smartphone eines 38 Jahre alten Mannes aus Nordwalde waren sieben Bilder und Videos mit kinderpornografischen Inhalten gefunden worden. Deshalb muss er sich nun vor Gericht verantworten. Foto: dpa

Sieben Bilder und Videos mit kinderpornografischen Inhalten waren auf dem Smartphone eines 38 Jahre alten Mannes aus Nordwalde gespeichert. Der geschiedene Vater von vier Kindern im Alter von zweieinhalb, 16, 18 und 20 Jahren saß nun auf der Anklagebank des Amtsgerichts Steinfurt. Das Mobiltelefon wurde am 17. September vergangenen Jahres während einer Hausdurchsuchung von der Polizei beschlagnahmt.

„Es handelt sich hier mehr um eine Zufallsgeschichte“, versuchte die Verteidigerin ihren Mandanten gleich in eine gute Position zu bringen. „Mein Mandant hat diese Bilder und Videos ungefragt zugesendet bekommen“, erklärte die Anwältin. Auf diesen Fotos und Filmen waren Kinder im Alter von unter zehn Jahren abgebildet, die mit Erwachsenen Geschlechtsakte ausführen mussten. „Die Bilder und Videos haben mir der Ex-Mann meiner Nichte und der Sohn einer guten Freundin einfach so aus Spaß zugemailt. Als ich anfangs gesehen habe, um was es ging, habe ich mir das nicht mehr angeschaut“, erklärte der Angeklagte, der vorgab, das Handy erworben zu haben, als es schon drei Monate alt war.

Spezialisten sollen helfen

Obwohl das Smartphone seit seiner Konfiszierung in der Asservatenkammer des Amtsgerichts Steinfurt liegt, erhalte er immer wieder derartige kinderpornografische Medien auf seinem neuen Smartphone, auf seinem Computer und sogar auf seinem Smart-TV, sobald er sich mit seinem Benutzerkonto anmelde.

„Als die Polizei das Handy untersucht hat, ist wohl etwas mit meinem E-Mail-Account falsch gelaufen“, behauptete der Nordwalder und ergänzte, dass er immer wieder vergeblich versucht habe, die Daten in der Cloud zu löschen. „Eigentlich sollten Videos und Bilder vom Cloud-Anbieter spätestens nach sechs Monaten oder 180 Tagen gelöscht werden“, sagte der Angeklagte und wollte auf dem Smartphone der Richterin zeigen, wie sich das Problem auf seinem Gerät darstellt. Doch die Richterin lehnte dankend ab.

Da sowohl die Staatsanwältin als auch die Richterin die technischen Beschreibungen des Beschuldigten nicht nachvollziehen konnten, sollen nun IT-Fachleute der Polizei oder andere Computerspezialisten während eines neuen noch anzuberaumenden Prozesstermins die Komplexität erläutern.

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